„Tainted Love“ im Varieté-Modus Entertainer Jools Holland mit Gästen im Rosenhof

Varieté mit Soft Cell-Hit: Jools Holland und "Mr. Tainted Love" Marc Allmond. Foto: Thomas OsterfeldVarieté mit Soft Cell-Hit: Jools Holland und "Mr. Tainted Love" Marc Allmond. Foto: Thomas Osterfeld

Osnabrück. Aus Pianoklängen und Schlagzeugrhythmen braute der britische Musiker und Moderator Jools Holland und sein Drummer George Latham in Osnabrück eine Mixtur, die zur Grundlage für die Klangexkursionen seiner Gäste wurde.

Jools Holland macht es spannend: Nachdem er in seinem Programm bereits die Sängerinnen Beth Rowley und Louise Marshall vorgestellt hat, kündigt er seinen nächsten Gast an. „Es ist…mein Piano!“ sagt er dann, obwohl alle Gäste gehofft hatten, dass nun endlich Marc Almond die Bühne betritt. Aber niemand nimmt es dem musizierenden Gastgeber übel, dass er zunächst noch ein spannendes, musikalisches Potpourrie mit Boogie Woogie-, Ragtime- und Klassik-Elementen auf dem Flügel hinlegt. So lässt er die Spannung steigen, bis endlich „Mr. Tainted Love“ ins Scheinwerferlicht tritt.

„Zu Gast bei Jools Holland“ könnte die Show in Anlehnung an sein Programm im britischen Fernsehsender BBC heißen, die der Musiker und Moderator jetzt im Rosenhof zelebriert. Mit dem Piano als Conférencier stellt er seine Gäste vor und integriert sie nahtlos in sein Liveprogramm. So erweisen sich die Backgroundsängerinnen Beth Rowley und Louise Marshall nach einigen Songs auch als erstklassige Solosängerinnen. Bemerkenswert auch, dass Jools Holland sich, wenn er am Piano sitzt, eigentlich nur von Schlagzeuger George Latham begleiten lässt. Als „Saxophonisten mit brillanter Technik“ stellt er den Osnabrücker Musiker Tommy Schneller vor.

Hollands Vorliebe für die rollenden Boogie-Töne seiner linken Hand animieren schon bald einige Leute zum Tanzen. Doch als schließlich Marc Almond ans Mikrophon tritt und tatsächlich den Soft Cell-Hit „Tainted Love“ in einer Art Varieté-Version interpretiert, reißt es die Zuschauer von den Stühlen. Dabei ist sein Auftritt gar nicht der Höhepunkt: Ruby Turner stiehlt mit ihrer Präsenz anschließend allen die Show. Ihre Blues-, Gospel- und Soul-Performance ist eine Wucht.


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