Neubau statt Anbau Osnabrücker CDU unterstützt Ratsgymnasium

Anbau oder Solitär? Die CDU mischt sich in die Erweiterungsdiskussion am Ratsgymnasium ein.Foto Jörn MartensAnbau oder Solitär? Die CDU mischt sich in die Erweiterungsdiskussion am Ratsgymnasium ein.Foto Jörn Martens

Osnabrück. Die CDU-Stadtratsfraktion unterstützt die Gesamtkonferenz des Ratsgymnasium und lehnt einen Anbau an den historischen Lehmann-Bau von 1906 ab.

„Wir unterstützen einen eigenständigen Neubau, da ein Anbau räumliche Enge, Anhebung des Lärmpegels, starke Stauungen in den Pausen und eine Verdunkelung der vorhandenen Flure bedeuten würde“, heißt es in einer Pressemitteilung der Christdemokraten. Ein Anbau sei für die CDU auch aus Gründen des Denkmalschutzes völlig inakzeptabel, so der CDU-Fraktionsvorsitzende Fritz Brickwedde.

Eine Gegenstimme

Die Gesamtkonferenz des Ratsgymnasium hatte sich in einer geheimen Abstimmung bei nur einer Gegenstimme gegen einen Anbau ausgesprochen. Laut Brickwedde haben sich Schulleitung, Personalrat, Eltern und Schülervertreter an die Fraktionen des Rates gewandt. Bei einem Ortstermin am Freitag habe er sich mit den Mitgliedern seiner Fraktion im Schulausschusses, Petra Knabenschuh und Stefan Kniefert, sowie des Immobilienausschusses, Claudia Schiller und Christian Münzer, im Ratsgymnasium informiert.

Für die Umstellung von G8 auf G9 braucht das Ratsgymnasium sechs neue Klassenräume. Während im Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium der Bau zusätzlicher Räume bereits begonnen hat, gibt es beim Ratsgymnasium eine Kontroverse um einen Anbau an das historische Gebäude und einen Solitärbau auf dem Schulhof. 

Kritik an Stadtbaurat

„Es hätte längst zur Realisierung des Neubau kommen können, wenn sich Stadtbaurat Otte nicht in das Thema eingemischt hätte“, heißt es in der Mitteilung weiter. Der Solitärbau sei ursprünglich auch vom Eigenbetrieb Immobilien vorgesehen gewesen. Bei Realisierung des Anbaues würde der Schulbetrieb gestört und es müssten wieder Container aufgestellt werden, so Brickwedde.

„Es geht nicht um einen seitlichen, sondern um einen frontalen Anbau an das historische Lehmann-Gebäude von 1906 und damit um eine Zerstörung der Identität dieses Denkmals“, kritisiert der CDU-Fraktionsvorsitzende die Planungen. Ein Solitärbau führe zur Entzerrung der Schülerkonzentration. Bei Entfernung der Container und Verlegung des Abfallbereichs könnte der Schulhof vergrößert werden. Der Neubau könne zwei- oder dreigeschossig erfolgen. Dementsprechend könne der Flächenverbrauch verringert werden. Nach Auffassung der CDU sollte das Raumproblem des Ratsgymnasiums jetzt schnell und im Einvernehmen mit der Schule gelöst werden.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN