Artistischer Frauenpower hoch drei auf dem Piesberg Frauen, Löwen, Sensationen!

Eine artistische Theater-Zeitreise präsentierten (von links) Jongleurin Silke Schirok (Bremen), Künstlerin Anja Gessenhardt (Berlin) und Luftakrobatin Jana Korb (Berlin) mit ihrer Show "Vintage!Women!Vatieté" zum Jubiläumsjahr des Piesberger Gesellschaft Hauses. Foto: Hermann PentermannEine artistische Theater-Zeitreise präsentierten (von links) Jongleurin Silke Schirok (Bremen), Künstlerin Anja Gessenhardt (Berlin) und Luftakrobatin Jana Korb (Berlin) mit ihrer Show "Vintage!Women!Vatieté" zum Jubiläumsjahr des Piesberger Gesellschaft Hauses. Foto: Hermann Pentermann

Osnabrück . Anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Piesberger Gesellschaftshauses als Kulturstätte erinnerten am Freitag und am Samstag die Künstlerinnen Jana Korb, Anja Gessenhardt und Silke Schirok in ihrer Show "Vintage! Women! Varieté!" an berühmte Artistinnen der Zirkusgeschichte.

Kraftartistin "Sandwina" Brumbach stemmte ihren Mann einarmig über ihren Kopf. Tilly Bébé schmuste als "Backfisch im Löwenkäfig" mit wilden Tieren. Und Trapez-Diva Lillian Leitzel fiel nach ihren Darbietungen gerne mal in Ohnmacht.

Gleichberechtigung bereits im 19. Jahrhundert

Mit einer Hommage an diese und andere zu ihrer Zeit berühmten Artistinnen erinnerten Luftakrobatin Jana Korb (Berlin), Künstlerin Anja Gessenhardt (Berlin) und Jongleurin Silke Schirok (Bremen) in ihrer ersten gemeinsamen Show an eine Zirkuswelt, in der bereits im 19, Jahrhundert Artistinnen gleichberechtigt ihren Platz an der Seite des Mannes eingenommen hatten. 

Anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Piesberger Gesellschafthauses als Kulturstätte verwandelte sich dort der Saal am Freitag und am Samstag in eine Varieté-Bühne, auf der sich alles um die von Jana Korb als artistische Theater-Zeitreise konzipierten Show "Vintage! Women! Varieté!"  drehte (Regie. Christiane Wiegand). 

Auftakt im Morgenmantel: Die Show "Vintage!Women!Vatieté" war ein erstes Highlight zum Jubiläumsjahr des Piesberger Gesellschaft Hauses. Foto: Hermann Pentermann


Dabei stand am Anfang das Ende: In Morgenmäntel gehüllt, standen Gessenhardt, Korb und Schirok zunächst auf der Saalbühne, wo sie zu lautem Baulärm traurig durch eine Fensterattrappe blickten: Erinnerung an das Jahr 1934, in dem Paula Busch (1886 - 1973) mit ansehen musste, wie ihr Zirkus-Festbau abgerissen wurde. Für Trauer blieb indes keine Zeit. Denn mit rotem Zylinder verwandelte sich Anja Gessenhardt in die taffe Zirkusdirektorin, die im Stil der 1920er und 1930er Jahre auf mobiler Bühne mit Aerial Rig und Trapez-Gerüst an ihre Begegnungen mit außerordentlichen Artistinnen erinnerte.

Kraftweib: Jana Korb (links) verkörpert mit konzentriertem Gesicht "Sandwina". Foto: Hermann Pentermann


So verkörperte Jana Korb mit konzentriertem Gesicht das Kraftweib "Sandwina", das mit Eisenkugeln hantierte und sich in slapstickhafter Manier ihren Mann Max (Anja Gessenhardt) im wahrsten Sinne des Wortes unter den Arm klemmte. Ihre divenhafte Seite zeigte Jana Korb als Lillian Leitzel im langen Schleppenkleid auf dem Trapez.

Luftnummer: Jana Korb am Trapez. Foto: Hermann Pentermann


Silke Schirok erinnerte an die Jonglier-Künste von Lottie Brunn, als sie in roten Stöckelschuhen auftrat und gekonnt Bälle, Ringe und Keulen durch die Luft wirbelte. Kindlichen Charme bewies Schirok im Part der jugendlichen Dompteurin Tilly Bébé: Im Tutu hielt sie sich die mit riesigen Gabeln und Messern bewaffneten "Löwen" (Korb und Gessenhardt) vom Leib, um ihnen eine Lektion in manierlichem Essen zu erteilen.

Ballkünstlerin: Silke Schirok erinnerte an die Jonglier-Künste von Lottie Brunn. Foto: Hermann Pentermann


Im Anschluss an die 70-minütige Show führte Jana Korb kenntnisreich durch eine ergänzende Wanderausstellung, in der auf zwölf Tafeln erneut an eine Zirkuswelt erinnert wurde, in der Frauen weit mehr waren als schmückendes Beiwerk.     


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