Musik von den Jüngsten Musikalisierungsprogramm feiert in der Osnabrück-Halle Jubiläum

Außergewöhnliches Ensemble: Acht hörgeschädigte Gitarristen tragen eine saitenbasierte Version der berühmten Erkennungsmelodie der Filmreihe James Bond vor. Foto: Gert WestdörpAußergewöhnliches Ensemble: Acht hörgeschädigte Gitarristen tragen eine saitenbasierte Version der berühmten Erkennungsmelodie der Filmreihe James Bond vor. Foto: Gert Westdörp

Osnabrück. „Wir machen die Musik“ nennt sich ein Programm, mit dem niedersächsische Musikschulen junge Menschen in Kindertagesstätten und Grundschulen motivieren, ein Instrument zu erlernen. Mit einem Festakt wurde der zehnte Geburtstag des Programms gefeiert.

Stimmungsvoller kann ein Festakt nicht untermalt werden, der sich dem Jubiläum eines Musikalisierungsprogramms widmet: Fast 80 Erstklässler aus Neuenkirchen und Merzen ziehen in den Kongresssaal der Osnabrückhalle ein, nehmen vor der Bühne Aufstellung und singen lauthals „Wir machen zusammen Musik“. Instrumental begleitet wird das Lied von weiteren 80 jungen Musikern, die als Projektorchester Ragazzi Musici zu der Veranstaltung eingeladen wurden. Der Anlass: Das niedersächsische Musikprogramm „Wir machen die Musik“ (WiMaDiMu) feiert sein 10-jähriges Bestehen.

Damit möglichst viele Kinder ein Instrument lernen

Ziel des Programms ist es, es möglichst vielen Kindern in Kindertagesstätten und in der Grundschule zu ermöglichen, ein Instrument zu erlernen. Die Organisation und Durchführung des Unterrichts liegt in den Händen der niedersächsischen Musikschulen. Mehr als 250.000 Schüler haben mithilfe des Programms bereits ein Instrument erlernt und so nicht nur musikalische, sondern auch soziale Kompetenzen erlangt.

Das Begleitprogramm des Festakts macht auf beeindruckende Art deutlich, welche Früchte „WiMaDiMu“ bereits getragen hat. Begrüßt werden die Gäste mit dem afrikanischen Kinderlied „Funga „Alafia“, gesungen von Kindern der KiTa-Schölerberg. „All meine Gefühle sind bei Dir, ich komme in Frieden und trage keine Waffen bei mir“, lautet die warmherzig-friedvolle Botschaft des Textes. Nach einem Grußwort von Bürgermeisterin Birgit Strangmann betont Björn Thümler, niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur, dass der Landtag 2,5 Millionen Euro für die Weiterführung des Programms in diesem Jahr bewilligt hat.

Björn Thümler, Niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur. Foto: Gert Westdörp

Das James Bond-Thema offenbart, wie vielfältig und effektiv sich die Arbeit im Rahmen von WiMaDiMu gestaltet. Acht hörgeschädigte Gitarristen tragen eine saitenbasierte Version der berühmten Erkennungsmelodie vor. Acht Schüler des Landesbildungszentrums für Gehörgeschädigte in Osnabrück haben, angeleitet von drei Lehrern der Musik- und Kunstschule der Stadt Osnabrück, mithilfe von Gebärdensprache, technischen Hilfsmitteln und feinem Körpergespür die Melodie einstudiert.

Ensemble des Landesbildungszentrums für Hörgeschädigte Osnabrück und der Musik- und Kunstschule der Stadt Osnabrück. Foto: Gert Westdörp

Moderiert von Gabriele Lösekrug-Möller, der Präsidentin des Landesverbandes niedersächsischer Musikschulen, sowie von dessen Vorsitzender, Sigrid Neugebauer-Schettler, informieren zwischen den musikalischen Darbietungen Politiker wie Thümler oder Kultusminister Grant Hendrik Tonne sowie Pädagogen mit Praxiserfahrung an der Basis in zwei Gesprächsrunden über Erfolge und Probleme. Außerdem äußern sie ihre Wünsche für die Zukunft des Programms.

Klassische Töne von Wolfgang Amadeus Mozart im ungewöhnlichen Gewand präsentiert derweil das Ukulelenensemble der Musik- und Kunstschule Osnabrück. Die bekannte Sinfonie Nr. 40 g-Moll wird, nur begleitet von einem Elektrobass, von zehn jungen Musikern mit ihren handlichen, gitarrenähnlichen, viersaitigen Instrumenten interpretiert.

Ensemble Ragazzi musici der Kreismusikschuke Osnabrück mit Kindern der Grundschule Neuenkirchen im Hülsen und der Grundschule Merzen unter der Leitung von Georgi Gürov und Peter Stückemann. Foto: Gert Westdörp

Das ganz große Besteck fahren derweil die Mitglieder des Ensembles Ragazzi Musici auf: Zweimal im Jahr treffen sich bis zu 140 junge Musiker aus der Region, um Stücke einzustudieren. Viele von ihnen kamen über „WiMaDiMu“ an den Musikschulen im Osnabrücker Land zur Musik. Seit seinem elften Lebensjahre beteiligt sich beispielsweise der heute 19-jährige Philipp Schräder an den Treffen des Projektchores. Mit 14 Jahren komponierte er bereits das rockende Stück „Nemeton“, das jetzt einen druckvollen Schlusspunkt unter den Festakt setzt. Ob Blockflöten, Streicher, Blechbläser, Piano und Perkussion, unter der Leitung von Georgi Gürov werden fulminante musikalische Akzente gesetzt.


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