Classic con brio in der Gesamtschule Wie Profis Osnabrücker Schülern das Forellenquintett erläutern

Das Notos-Quartett und Emilie Allié in der Gesamtschule Schinkel. Foto: Joachim BoddeDas Notos-Quartett und Emilie Allié in der Gesamtschule Schinkel. Foto: Joachim Bodde

Osnabrück. Das Notos-Quartett und die Kontrabassistin Emilie Allié haben Schuberts Forellenquintett aufgeführt und zuvor Schülern erläutert.

Leon Lecon-Liebenow und Philipp Baro haben sich Freikarten für ein Classic con brio-Konzert gesichert – warum eigentlich? Leon sagt, er habe eigentlich noch nie so richtig klassische Musik gehört. Jetzt scheint er aber ganz angetan, und zwar weil er überrascht ist, wie viele Seiten sie hat. Philipp spricht von einer „Tonlawine“, die er cool und beeindruckend fand. So stand für ihn fest: „Da holst du dir auf jeden Fall Karten.“ Die beiden fünfzehnjährigen Schüler haben soeben das Notos-Quartett und die Kontrabassistin Emilie Allié erlebt, die im Musikraum der Gesamtschule Schinkel Schuberts „Forellenquintett“ vorgestellt haben.

Leon Lecon-Liebenow und Philipp Baro. Foto: Jan Kampmeier

Jeden Tag treffen sich die Musiker des Notos-Quartetts in ihrem Berliner Studio, so hat es Cellist Philip Graham den Schülern zuvor erzählt. Dort haben sie die Werke bereits vorbereitet, die sie beim Festival spielen. Und während die übrigen con brio-Musiker hier vor Ort quasi von früh bis spät proben, um abends auftreten zu können, hat das Notos-Quartett Zeit, sich in insgesamt fünf Schulen um ein junges Publikum zu kümmern.

Der musikalischen Stimmung auf der Spur

Auf den Satz mit Variationen über das Lied „Die Forelle“ gehen sie mit den Schülern der neunten und zwölften Klasse näher ein. Das Lied haben die Schüler vorher im Unterricht besprochen, nun sollen sie sagen, wie sich in den Variationen die Stimmung ändert. Das ist nicht schwer, mal klingt es fröhlich, mal düster und dramatisch. Aber woran liegt das eigentlich, will Pianistin Antonia Köster wissen? Die Musiker spielen einzelne Stimmen, um das zu demonstrieren, und so kommen die Schüler auch dieser Sache schnell auf den Grund.

Am selben Abend sind Leon und Philipp beim Konzert, genau wie die Musiker haben sie sich nun in Schale geworfen. In der Schlossaula erleben sie den absolut brillanten Virtuosen Levan Tskhadadze, der an diesem Abend als Klarinettist beim Festival debütiert, und ein von den con brio-Veteranen Alfredo Perl, Sergey Malov und David Cohen ausgesprochen energisch und zupackend interpretiertes Klaviertrio von Schumann. Und natürlich „ihre“ Forelle, kontrastreich und besonders klangschön gespielt und trotz einer Panne im Andante insgesamt bestens gerundet. Es habe ihnen gut gefallen, meinen die beiden Schüler. Leon, für den es das erste klassische Konzert überhaupt ist, berichtet in der Pause: „Ich konnte mir richtig gut das Bild vorstellen, wie die Forelle im Bach schwimmt.“ Philipp, der schon ein oder zwei klassische Konzerte gehört hat, meint: „Die Musiker haben die Gefühle gut ausgedrückt, da fiebert man richtig ein bisschen mit.“

Samstag bei Classic con brio: Konzerte um 15.00 Uhr, Solarlux Melle, und 20 Uhr, Schlossaula Osnabrück


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