Der lustige Donnerstag Bielendorfer, Polak, Neumeier und Reiners in Osnabrück

Während Bastian Bielendorfer am Donnerstag in der Osnabrückhalle auftritt, sind auch im Rosenhof und in der Lagerhalle Comedians am Werk. Foto: Hajo DreesWährend Bastian Bielendorfer am Donnerstag in der Osnabrückhalle auftritt, sind auch im Rosenhof und in der Lagerhalle Comedians am Werk. Foto: Hajo Drees

Osnabrück. Entscheidungsstärke ist am Donnerstag, 21. März, bei den Fans von Comedy und Kabarett in Osnabrück gefragt. An diesem Tag gastieren Oliver Polak und Samuel Siblinski im Rosenhof, Moritz Neumeier und Till Reiners in der Lagerhalle sowie Bastian Bielendorfer in der Osnabrückhalle.

Oliver Polak, Samuel Siblinski, Bastian Bielendorfer, Moritz Neumeier und Til Reiners machen alle in Sachen Humor. Aber sie machen unterschiedlichen Humor. Wer gerne zum Lachen außer Haus geht, muss sich also zwischen den unterschiedlichen Stilen der drei Angebote entscheiden.

Zum Beispiel Oliver Polak. Der 1976 als Sohn jüdischer Eltern in Papenburg geborene Komiker ist Anhänger einer Disziplin, die vor allem in den USA sehr populär ist: Stand-Up Comedy. Auf der Bühne kann er so über das sprechen, was aktuell ist. Mit Vorliebe spricht Polak auch Themen an, die kontrovers sind. Zwar sagt er, dass er nicht mir Vorsatz provoziert. Seine Sätze sind aber nicht für jeden verdaulich. „Lassen Sie uns ganz unverkrampft miteinander umgehen. … Ich vergesse die Sache mit dem Holocaust – und Sie verzeihen uns Michel Friedman“, lautet einer der berühmtesten Sätze Polaks. Für seine mit Micky Beisenherz produzierten TV-Reihe „Das Lachen der anderen“ mit Stand-Ups zu Randgruppen wie MS-Kranken, Menschen mit Down-Syndrom oder HIV-Infizierten, bekam er 2017 mit dem Deutschen Fernsehpreis; für seine Late-Night-TV-Show „Applaus und raus“ erhielt er 2018 dem Grimme-Preis. Im Rosenhof wird er vom Newcomer Samuel Siblinski begleitet.

Mit solchen Preisen kann Bastian Bielendorfer – noch – nicht wuchern, dafür hat er 32000 Euro bei „Wer wird Millionär?“ gewonnen. Dort startete auch seine Karriere als Autor und Comedian. Der am 24. Mai 1984 in Gelsenkirchen als Sohn eines Lehrerpaars geborene Bielendorfer rief seinen Vater als Telefonjoker schon bei der 8000 Euro-Frage an, was diesen hörbar erzürnte. Dem verdutzten Moderator Günther Jauch berichtete er daraufhin von seiner bizarren Kindheit als Lehrersohn. Nach der Show meldete sich der Piper Verlag bei Bielendorfer und veröffentlichte sein schon vor der Show geplantes Buch.

In der Osnabrückhalle, die unweit der Universität liegt, wo Bielendorfer Psychologie studierte, zeigt er sein neues Programm „Lustig, aber wahr!“. Darin berichtet er von weiteren Absurditäten aus seinem Leben als Spross eines Vaters, dem der Rotstift angewachsen ist.

Um das eigene Leben dreht es sich auch bei Moritz Neumeier. Er kommt mit Till Reiners in die Lagerhalle. Dort präsentieren die jüngsten Akteure des lustigen Donnerstags junges Kabarett. Neumeier zählt sich zu den besten Stand-Up Comedians Deutschlands und schreibt dazu in seinem Pressetext: „Zugegeben: die Konkurrenz ist nicht so groß.“ Am Donnerstag muss er nicht weit reisen, um einen großen Konkurrenten zu sehen. Aber er muss ja in der Lagerhalle mit Till Reiners auftreten, der Bescheidenheit wieder groß machen will. Er galt mal als die „Hoffnung des deutschen Kabaretts“, hat sich deswegen aber entschieden, auch Stand-Up-Comedy zu machen. Wegen der Bescheidenheit.

Oliver Polak und Samuel Siblinski vs. Moritz Neumeier und Till Reiners vs. Bastian Bielendorfer, Rosenhof, Lagerhalle und Osnabrückhalle, Osnabrück, je Do., 21. 3., je 20 Uhr, Eintritt: 22,80 (Polak), 27,95 (Bielendorfer) und 21,80 (Neumeier/Reiners). Karten erhältlich unter www.deinticket.de oder Tel. 0541/349024 oder 338740.


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