Der widerspenstige Bälgetreter Experimentelles Orgelkonzert von William Engelen auf Doppelvinyl

Orgelmusik auf Vinyl: William Engelen Schallplatte "Today, the organ has played beautifully again".  Foto: Michael GründelOrgelmusik auf Vinyl: William Engelen Schallplatte "Today, the organ has played beautifully again". Foto: Michael Gründel

Osnabrück. „Heute hat die Orgel wieder schön gespielt“: Das experimentelle Orgelkonzert, das Anfang des Jahres in der Kunsthalle Osnabrück zur Aufführung kam, erschien jetzt als Vinyl-Doppelalbum.

Obwohl er ein bildender Künstler ist, hat William Engelen jetzt ein Doppelalbum veröffentlicht. Richtig, eine Schallplatte aus Vinyl, gleich im Doppelpack. „Today, the organ has played beautifully again“ lautet der Titel auf Englisch, weil der niederländische Künstler schon Anfragen nach dem Werk aus den USA und Luxemburg vorliegen hat. Auf Deutsch hieß die Performance in der Kunsthalle Osnabrück „Heute hat die Orgel wieder schön gespielt“. Sie hat dazu geführt hat, dass jetzt die Schallplatte in einer Auflage von 500 Exemplaren gepresst wurde.

Engelen, der seine Kunst gern aus Tönen generiert, hatte sich auf Einladung von Julia Draganovic, der Direktorin der Kunsthalle, mit der Historie der Kirche befasst , die heute moderne Kunst beherbergt. Dabei war ihm aufgefallen, dass es dort keine Orgel gibt.

Gemeinsame Recherchen ergaben, dass die Original Klausing-Orgel, die vor 300 Jahren in der Dominikanerkirche gespielt wurde, 1819, während der Säkularisierung der Kirche durch Napoleons Truppen, in die St. Matthäus-Kirche in Melle transportiert und auch installiert wurde. Dort nahm der Künstler mit dem Organisten Stephan Lutermann das experimentelle Konzert auf, das später in Osnabrück wiedergegeben wurde – und jetzt eben auch auf Platte zu hören ist. Als Geheimtipp gilt der Titel „The Unruly Calcant“, bei dem der „widerspenstige Kalkant“ einer Komposition von Dieterich Buxtehude durch die geradezu technoide Behandlung des Balgwerks den Marsch bläst.


Das Doppelalbum ist für 24 Euro in der Kunsthalle Osnabrück erhältlich. Infos und Hörproben unter www.edition-telemark.de

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