Für eine Stadt voller Bienen und Blumen Hilfsmaterialien Wildbienenbuch und Wildblumenmischung wieder vorrätig

Leser lernen im Buch „Wildbienen in der Stadt Osnabrück - entdecken, verstehen, schützen“ die bisher knapp 100 nachgewiesenen Wildbienenarten Osnabrücks kennen und erfahren, in welchen Stadtteilen diese zu beobachten sind. Foto: Sebastian Gollnow/dpaLeser lernen im Buch „Wildbienen in der Stadt Osnabrück - entdecken, verstehen, schützen“ die bisher knapp 100 nachgewiesenen Wildbienenarten Osnabrücks kennen und erfahren, in welchen Stadtteilen diese zu beobachten sind. Foto: Sebastian Gollnow/dpa
Sebastian Gollnow

Osnabrück. Dass dringend etwas gegen das voranschreitende Insektensterben getan werden muss, hat sich herum gesprochen. Das Osnabrücker Bienenbündnis bietet für Schutzbemühungen ab jetzt Wildblumen-Saatgut und eine Neuauflage des im Herbst 2018 vergriffenen Ratgebers „Wildbienen in der Stadt Osnabrück“ an.

„Bald beginnt die Gartensaison und damit für Naturfreunde die Möglichkeit rund um Haus oder Balkon eine bunte Oase für die nützlichen Bienen und deren summende Kollegen zu schaffen“, betont Frank Bludau vom Osnabrücker Bienenbündnis. Von jetzt an bis Ende April sei der richtige Zeitpunkt um artenreiche Blühflächen anzupflanzen und damit nicht nur das Landschaftsbild zu verschönern, sondern den Insekten nötiges Nahrungsangebot zu liefern. 

Spezieller Saatgut-Mix

Das Bienenbündnis macht es den Osnabrückern dabei leicht und bietet seit vier Jahren einen, speziell auf die Region abgestimmten Saatgut-Mix, die sogenannte „Osnabrücker Mischung“ zusammen mit zugehörigen Pflegetipps an. Vegetationskundler der Hochschule Osnabrück stellten diese Mixtur aus 41 Wildblumen und drei Grasarten zusammen, auch um selten gewordene heimische Wildpflanzen wieder in der Region zu verbreiten. Nach Aussaat erscheinen die ersten Keimlinge bei feuchter Witterung bereits nach zwei bis drei Wochen. Doch Spannung ist für Pflanzenfreunde garantiert: Die Entwicklung der verschiedenen Wildblumen erstreckt sich über die ganze Vegetationsperiode. Einige Samen sind hartschalig und keimen sogar erst im folgenden Jahr. 

Ob Wildblumen sähen oder mit Ratgeber auf Bienen-Exkursion gehen: Professor Herbert Zucchi (links) und Frank Bludau vom Osnabrücker Bienenbündnis möchten für den Schutz von Insekten sensibilisieren. Foto: Carolin Hlawatsch

Umso vielfältiger das Pflanzenvorkommen desto artenreicher auch die Tierwelt: „Spricht man von Bienen, so denkt jeder zunächst an die Honigbiene. Doch neben ihr existieren allein in Deutschland über 560 weitere Bienenarten – die Wildbienen“, berichtet Herbert Zucchi, Professor für Zoologie, Tierökologie und Umweltbildung. Zusammen mit Bienenexpertin Janina Voskuhl verfasste er das Buch „Wildbienen in der Stadt Osnabrück - entdecken, verstehen, schützen“. Leser lernen darin die bisher knapp 100 nachgewiesenen Wildbienenarten Osnabrücks kennen und erfahren, in welchen Stadtteilen diese zu beobachten sind. Im Frühjahr summen sie im Bürgerpark um Frühblüher wie Blaustern oder Lerchensporn, im April wenn die Weiden blühen wird der Rubbenbruchsee zum Hotspot für die auf Weidenkätzchen spezialisierten Arten, im Mai surrt es ganz besonders in den Nischen der Hasefriedhofsmauer. Kleinflächige Strukturen wie Parks, Kleingärten oder der Botanische Garten bieten Lebensräume. Leicht hätten es die schützenswerten Wildbienen aber heute auch in Osnabrück nicht mehr. Da sie je nach Art von Anfang März bis Ende Oktober fliegen, benötigen sie eine große Vielfalt an Blüten als Nahrung. Besonders hart sei für sie das Überleben auf dem Land, wo Monokulturen vorherrschen. 

Erste Auflage vergriffen

Das Anfang Juli 2018 in einer Auflage von 3000 Stück erschienene Buch war bereits im November vergriffen. Dank finanzieller Unterstützung der Bingo Umweltstiftung und der Haarmann Stiftung - Umwelt und Natur sind nun weitere 3000 Exemplare für alle Interessierten kostenlos erhältlich. „Lehrer, Erzieher und Mitarbeiter von Bildungseinrichtungen erhalten in dem Buch viele Anregungen für die Durchführung von Exkursionen und Umweltprojekten“, sagt Professor Zucchi. 

Das kostenlose Buch und die „Osnabrücker Mischung“, je Tüte für 4,90 Euro, gibt es bei der Touristeninformation Osnabrück in der Bierstraße 22 und im Shop des Museums am Schölerberg, Klaus-Strick-Weg 10.


Osnabrücker Bienenbündnis

Gegründet 2013 versucht die Arbeitsgruppe Lebensbedingungen von Bienen und anderen blütensuchenden Insekten zu verbessern – Von der wissenschaftlichen Aufarbeitung durch die Hochschule über den praktischen Umgang mit Bienen durch die Imker bis zur Anlage von Blühstreifen durch örtliche Landwirte. Vorträge und Exkursionen sollen über die Tiere, ihre Lebensbedürfnisse und ihre Gefährdung informieren. 

Akteure: Hochschule Osnabrück, Landwirtschaftskammer Osnabrück, Gemeinde Wallenhorst,

Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Imkerverein Osnabrück und Umgebung von 1862 e.V., Osnabrücker ServiceBetrieb, Lega S / Nackte Mühle Jugendhilfe GgmbH, Stadt Osnabrück (Fachbereich Umwelt und Klimaschutz). 

Mehr über das Osnabrücker Bienenbündnis auf www.osnabrueck.de/gruen oder bei Frank Bludau, Stadt Osnabrück, Fachdienst Naturschutz und Landschaftsplanung, Telefon 0541/3234131, E-Mail: Bludau@osnabrueck.de

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