Doppelt so viel Bier wie bisher Osnabrücker Brauerei Beura brennt jetzt auch Likör

Bockbier und Bier-Liköre werden in Michael Freymuths Keller-Brauerei in Osnabrück nun auch produziert. Außerdem kann er doppelt so viel Bier brauen wie bisher. Foto: David EbenerBockbier und Bier-Liköre werden in Michael Freymuths Keller-Brauerei in Osnabrück nun auch produziert. Außerdem kann er doppelt so viel Bier brauen wie bisher. Foto: David Ebener

Osnabrück. Der Bierkonsum ist laut Statistischen Bundesamt seit Jahren rückläufig. Gabriele Beckmann und Michael Freymuth können sich aber über mangelnden Absatz ihres Beura-Biers nicht beklagen. Im Gegenteil: Sie haben ihre Produktion jetzt verdoppelt. Dazu gibt es neue Leckereien in ihrem Sortiment.

Seit etwa zwei Jahren wird in einem Keller an der Möserstraße Bier unter dem Label Beura-Bier gebraut.  Das Handwerk hat sich Michael Freymuth selbst beigebracht, indem er viel in dem Lehrbuch der Versuchslehranstalt Berlin gelesen sowie viel experimentiert und ausprobiert hat, erzählt er. Nach eineinhalb Jahren hatte er das erste Mal ein Bier hergestellt, das schmeckt.

Bislang füllten ein Schwarzbier, ein blondes und ein Lagerbier das Portfolio. Nun ist ein Bockbier mit 7,8 Prozent Alkoholgehalt dazu gekommen, dessen Geschmack durch die dreimonatige Lagerung in einem Tequila-Fass beeinflusst wurde. Und es werden Bier-Liköre auf der Basis des Lager- und des Schwarzbiers angeboten. „Das ist durch ein Gespräch mit einem befreundeten Brenner am Tegernsee ins Leben gerufen worden“, erklärt Freymuth. Den Gedanken, einen Bier-Likör herzustellen, hegte er schon lange, sagt er. Produziert wurde der Likör mit Beura-Bier, Zucker und reinem Alkohol. Dadurch bekommt er insgesamt einen süßlichen Geschmack. Das ureigene Bier von Freymuth ist aber die Basis. Und das schmeckt man auch raus.

Michael Freymuth präsentiert seiner Kellerbrauerei Beura in Osnabrück seine neuesten Proukte: Liköre aus seinem Amber-Lager und dem Schwarzbier, sowie einem im Tequilafass gereiften Bockbier. Foto: David Ebener

Im Sommer soll zudem ein Brandy-Bier von Beura auf den Markt geworfen werden. Ein Brandy-Fass aus Spanien sei schon angeschafft worden, berichtet Freymuth. „Wir haben schon Vorbestellungen für dieses Bier“, sagt er mit sichtlicher Freude. Insgesamt passen etwa 220 Liter in ein Fass.

Die Menge an produziertem Bier konnte die Brauerei mittels einer neuen Brauanlage verdoppeln, so Freymuth. Sie wurde zum Teil dank einer erfolgreich verlaufenen Crowdfunding-Kampagne angeschafft, die im vergangenen Sommer gestartet wurde. Jetzt können zwei Hektoliter Bier in die Flaschen mit dem Beura-Etikett abgefüllt werden. Der Name leitet sich von dem altgermanischen Begriff für Bier, erklärt Freymuth. Damit solle eine Verbindung zur Varus-Schlacht und zur Region geschaffen werden.

Das Beura-Bier selbst ist längst bei Spezialisten außerhalb der Region bekannt. Als Dankeschön für die Beteiligung an dem Crowdfunding seien etwa 100 Flaschen des Bockbiers nach ganz Deutschland versandt worden, sagt Freymuth.

Die neuesten Proukte der Kellerbrauerei Beura in Osnabrück: Liköre sowie ein im Tequilafass gereiftes Bockbier. Foto: David Ebener

Obwohl Beura seit einigen Monaten doppelt so viel Bier brauen kann wie zuvor, wird alles bis auf den letzten Tropfen verkauft. „Wir müssen die Leute eher vertrösten“, sagt Freymuth. Sollte die Produktion ein weiteres Mal gesteigert werden, müssten wohl neue Räume gefunden werden. Dann stößt der Keller an der Möserstraße an seine Grenzen. Wo das Bier gekauft werden kann, steht auf der Internetseite www.beura.de.

Bislang habe er durchweg positive Reaktionen auf das Bier und den Likör bekommen, erzählt Freymuth. Dieser Erfolg und der innere Drang sei der Antrieb, weiterhin beim Brauen zu experimentieren und neue Getränke zu finden. Auch privat gibt es bei Gabriele Beckmann und Michael Freymuth etwas Neues: Ein Baby. Das, so versichert der Osnabrücker Brauer, halte sie aber nicht vom Brauen ab.


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