Klinikum Osnabrück Benefizlauf gegen Übergewicht und Bewegungsarmut

Von Bettina Mundt

Startschuss zum 9. Wohltätigkeitslauf des Klinikums Osnabrück. Foto: Bettina MundtStartschuss zum 9. Wohltätigkeitslauf des Klinikums Osnabrück. Foto: Bettina Mundt

Osnabrück. Jung und Alt, Kinder und Eltern, Hobby-Sportler und Top-Athleten: Das Feld beim 9. Wohltätigkeitslauf des Klinikums Osnabrück war bunt gemischt. Trotz Regens fanden sich an die 100 Läufer, die wahlweise die Kurzstrecke ums Klinikum oder die Langstrecke um den Rubbenbruchsee absolvierten. Mit dem Erlös der Veranstaltung werden Universitätsprojekte zur Bewegungsförderung von Kindern unterstützt.

Der deutsche Vize-Meister im Mannschafts-Crosslauf Nils Huhtakansas kam ebenso wie Fußballer der ersten Mannschaft vom VfL unter den Ersten ins Ziel. Ums Gewinnen ging es beim Benefizlauf am Klinikum aber gerade nicht: Mitmachen lautete die Devise, jeder in seinem Tempo. Das galt auch für Claudia Cepok und Lukas Schwietering, dessen Mutter am Klinikum arbeitet. „Wir hatten viel Spaß“, berichteten sie nach ihrem Zieleinlauf. Laufen gegangen wären sie sowieso, unterstützten mit ihren jeweils 10 Euro Startgebühr aber gerne die gute Sache.

Kooperation mit Sportmedizinern

Die Einnahmen aus dem diesjährigen Lauf kommen dem Institut für Gesundheitsforschung und Bildung der Universität Osnabrück zugute, das sich mit seinen Projekten im Rahmen des Aktionsplans der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Förderung körperlicher Aktivität engagiert. „Wir wollen uns hier schwerpunktmäßig um Kinder kümmern“, erläuterte Professor Christoph Skudlik von der Universität Osnabrück. Er lobte die Kooperation mit den Sportmedizinern des Klinikums, die ihre Fachkenntnisse in die Projekte einbringen, während das Institut der Universität zusätzlich zur medizinischen noch die pädagogische Expertise beisteuert. „Uns freut, dass es uns gelingt, hier am Standort Osnabrück eine Art Gesundheitsvernetzung aufzubauen, die eben auch noch wissenschaftlich evaluiert ist.“

Spaß und Freude

Ein Projekt besteht etwa darin, Kletterwände in Kindergärten zu installieren und in ihrer Wirkung zu untersuchen. Man müsse bei den Kindern ansetzen, um langfristig Erfolg zu haben, betonte Professor Martin Engelhardt, Chefarzt für Orthopädie und Sportmedizin am Klinikum. Eine Promotionsarbeit erforscht, ob die Kletterwände tatsächlich die erwartete positive Wirkung haben. „Da geht es auch noch um die Entwicklung von Motorik, Koordination und solche Sachen“, führte Engelhardt aus. „Es muss den Kindern vor allen Dingen Spaß und Freude machen, das ist ja bei dem Klettern sehr stark gegeben.“

Mangelnde Bewegung und Übergewicht 

Der Wohltätigkeitslauf ist für Engelhardt, der ihn zusammen mit seinem Mitarbeiter Doktor Casper Grim organisierte, grundsätzlich ein Mittel, um auf den Missstand von mangelnder Bewegung und Übergewicht hinzuweisen. Es sei weiterhin ein Riesenproblem der westlichen Gesellschaften, „dass wir zu viel essen und uns zu wenig bewegen.“ Er bemängelt, dass es kein „konzentiertes staatliches Langzeitprogramm“ gibt, um dem vorzubeugen – auch angesichts der Kosten im Gesundheitswesen, die dies verursache. Solange es dies nicht gebe, müsse man halt an der Basis versuchen, „die Bevölkerung vor dem Schlimmsten zu bewahren“. Ein guter Anfang ist mit dem Benefizlauf und den Projekten, die er unterstützt, fraglos gemacht.


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