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Die Schere immer dabei Mit der Weiberfastnacht beginnt der Osnabrücker Straßenkarneval

Von Bettina Mundt

Illustre Gäste wie „Petra, die Wolke“ tummelten sich bei der Weiberfastnacht auf dem Marktplatz. Foto: Michael GründelIllustre Gäste wie „Petra, die Wolke“ tummelten sich bei der Weiberfastnacht auf dem Marktplatz. Foto: Michael Gründel
Michael Gründel

Osnabrück. Jecken an der Macht: Die Weiberfastnachtsparty auf dem Marktplatz eröffnete traditionell den Osnabrücker Straßenkarneval – mit Hüttendorf und Musik von DJ Hendrik.

Von Bienen und holländischen Meisjes über glitzernde Perücken in allen Farben hin zu klassischen Piratenkostümen: Karnevalsfreunde fanden sich am Donnerstagabend ab 18 Uhr auf dem Marktplatz ein, um Weiberfastnacht zu feiern. Fritz und Inge aus Ladbergen gehörten zu den ersten Besuchern. Da sie sonst immer in Köln feiern, wussten sie nicht, dass das Publikum in Osnabrück immer erst etwas später kommt, waren am Bierstand in ihren bunten Kostümen aber schon guter Dinge und wollten „mal gucken, wie das hier so läuft“. 

Francheska und Andrea auf der Weiberfastnacht. Foto: Bettina Mundt

"Noch ausbaufähig"

Andere zog es direkt in die Kneipen: Francheska und Andrea feierten als holländische Meisjes verkleidet in der Marktschänke, die schon früh am Abend gefüllt war. Die beiden berichteten, dass sie dort schon im vergangenen Jahr gut gefeiert hätten. Als begeisterte Karnevalistinnen finden sie die Osnabrücker Weiberfastnacht im Vergleich zum Ossensamstag aber „noch ein bisschen ausbaufähig“. Eine Frauengruppe aus Melle hingegen wollte von der Party auf dem Marktplatz später noch ins Holling. Auf der Arbeit hatten Mimi, Stefanie, Elke und Sabine tagsüber schon fleißig Krawatten zerstört, am Abend ging es ihnen mehr ums Feiern. Eine Schere hatten sie aber für alle Fälle dabei.

An den Buden rund um den Marktplatz gab es alles, was hungrige Karnevalisten brauchen: Burger aller Art, Würstchen, Hot Dogs, Pizza – und natürlich Bier. Auf der Bühne sorgte DJ Henrik aus Hagen für Stimmung mit Karnevalsliedern wie „Dicke Mädchen haben schöne Namen“. Als der Marktplatz gegen 19.30 Uhr gut gefüllt war, eröffneten Prinz Michael II. Milinski und René Herring, Präsident des Bürgerausschusses Osnabrücker Karneval (BOK), die Weiberfastnacht mit einem energischen „Helau!“. Von dort zogen Prinz und Gefolge später über die Hasestraße ins Altstadtviertel. 

Silvia und Claudia. Foto: Michael Gründel

Auch die Städtebotschafterin aus dem englischen Derby – und damit einem garantiert karnevalsfreien Land – scheint Gefallen an den seltsamen Bräuchen der Deutschen gefunden zu haben. Unser Leser Jürgen Bergmann schickte uns noch zu später Stunde ein Foto, das Chloe Staton mit Altstadt-Wirt Pascal Arnouts zeigt, der ursprünglich aus Frankreich stammt. So schafft der Karneval, was die große Politik oft nicht vermag: Er führt die Menschen aus ganz Europa zusammen.

Foto: Jürgen Bergmann


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