Länger warten am Paradiesweg Felsiger Untergrund verzögert Kanalbau in Nahne

Wenig paradiesisch sieht es derzeit auf demParadiesweg in Nahne aus. Foto: Michael GründelWenig paradiesisch sieht es derzeit auf demParadiesweg in Nahne aus. Foto: Michael Gründel
Michael Gründel

Osnabrück. Vier Monate länger warten: Der Paradiesweg mutet zurzeit beinahe an wie ein Steinbruch. Darüber diskutierte das Bürgerforum Nahne ebenso wie über eine neue Turnhalle und über einen Kunstrasenplatz.

Bevor es am Paradiesweg so wird, wie der Name es vermuten lässt, dauert es länger als geplant. Die Anwohner müssen sich vier Monate länger gedulden, bis ihre Straße fertig wird. 

Der Boden lässt sich nur schwer lösen

Annegret Gutendorf hatte für den Nahner Bürgerverein die Verwaltung um einen Bericht über den Sachstand zum Ausbau des Paradiesweges und der Verbindungswege zum Höhenweg gebeten. Wie Ralf Lieder vom städtischen Fachbereich „Geodaten und Verkehrsanlagen“ erläuterte, geht der Kanalbau langsamer voran als gedacht, weil sich der Boden nur schwer lösen lasse. Statt Erde befindet sich unter dem Paradiesweg ein Boden, den Experten in die „Klasse sechs“ einordnen. Das heißt: Er ist felsig und kann nur mit einer speziellen Ausrüstung abgetragen werden. Anwohner fühlen sich beinahe wie an einem Steinbruch.  

Lieder kündigte an, dass die Kanalbauarbeiten im Mai oder Juni abgeschlossen sein werden. Dann folgt der Straßenbau, der bis September oder Oktober andauern werden. Anwohner fragten, ob es anschließend auf dem Höhenweg weiter geht: „Da muss auch etwas geschehen.“ Die Straße sei während der Bauarbeiten stark belastet gewesen, und die Ränder seien beschädigt. Doch für den Höhenweg gibt es offenbar keinen so großen Plan wie für die Straßen rund um die Ansgarkirche, die ja seit mehreren Jahren nach und nach saniert worden sind. Lieder berichtete, dass mit dem Osnabrücker Servicebetrieb darüber beraten werden soll, ob für den Höhenweg eine Deckensanierung reicht oder ob mehr getan werden muss.  

Lieder beruhigte die Anwohner, die befürchten, dass die Bauarbeiter den Höhenweg beschädigt zurücklassen: Die Verwaltung werde die Straße prüfen. Und bis zur Endabnahme nach fünf Jahren bestehe eine Gewährleistungspflicht für die Firmen.

Parken im absoluten Halteverbot

Parken auf dem Paradiesweg: Hans Fehren und seine Nachbarn beobachten, dass Autos in der Kurve in der Umgebung der früheren Gaststätte Paradies oft so eng parken, dass es kaum möglich sei, dem Gegenverkehr auszuweichen. Eine Anwohnerin befürchtet, dass Krankenwagen kaum noch durchkommen. Der Fachbereich „Bürger und Ordnung“ stellte fest, dass dort absolutes Halteverbot besteht und will jetzt öfter kontrollieren.

„Langsam“ und „Danke“ erscheint auf den mobilen Displays der Stadt. Eines der Exemplare stand an der Ansgarstraße vor der Franz-Hecker-Schule – bis die Stadt es entfernte. Der Nahner Bürgerverein vermisst das Gerät. Es wird aber wieder aufgestellt, wie Bürgermeister Uwe Görtemöller ankündigte – jedoch befristet, weil die begehrten, aber nicht in großer Zahl vorhandenen Displays auch an anderen Straßen aufgestellt werden: Die Verwaltung geht nach einer Warteliste vor.

Warten auf die neue Turnhalle

Warten auf eine neue Turnhalle: Annegret Gutendorf fragte für den Nahner Bürgerverein, wie es um den Plan für den Neubau für die Franz-Hecker-Schule bestellt ist. Bürgermeister Görtemöller stellte in Aussicht, dass sie „zwischen 2019 und 2021“ gebaut wird. Im Haushalt stehen 3,3 Millionen Euro zur Verfügung. Stadtrat Wolfgang Beckermann berichtete, dass eine 15 mal 27 Meter große Standard-Einzelhalle vorgesehen ist. Die SPD-Politikerin Annette Harding brachte außerdem die Möglichkeit für eine Gymnastikhalle ins Spiel. Angesichts der vielbeschäftigten Baubranche sagte Beckermann: „Wir hoffen auf Angebote.“

Nahne bekommt einen Kunstrasenplatz

Der Nahner Bürgerverein engagiert sich außerdem einen Kunstrasenplatz für die Sportanlage des Stadtteils. Der Wunsch geht offenbar in Erfüllung. Bürgermeister Görtemöller berichtete, dass der Fachbereich „Bildung, Schule und Sport“ mit der Planung beschäftigt ist. Und: „Sie können sich darauf verlassen, dass es flott vorangehen wird. Das ist nämlich mein Thema, und ich lege Wert darauf, dass es noch 2019 läuft.“ Jedoch würden dann nicht alleine die Nahner, sondern auch die Sportvereine aus Sutthausen und Voxtrup sowie der Verein Rasensport davon profitieren, denn: „Wir können nicht alle Vereine mit Kunstrasenplätzen bedienen.“ Nahne stehe oben auf der Prioritätenliste, gefolgt von Gretesch an zweiter und Eversburg an dritter Stelle.

Ideen für mehr Wohnraum

Bauen in Nahne: Annegret Gutendorf fragte für den Nahner Bürgerverein, welche Lücken in Nahne geschlossen werden. Stadtrat Beckermann berichtete, dass die Verwaltung an zwei Bauleitplanverfahren zur Nachverdichtung am Paradiesweg und an der Frankfurter Heerstraße arbeitet – dabei gehe es in einem Fall um zwei, im anderen um sieben Wohneinheiten. Ralf Lieder vom Fachbereich „Geodaten und Verkehrsanlagen“ kündigte an, dass die Pläne noch Zeit in Anspruch nehmen würden.

Was den knappen Wohnraum in Osnabrück angeht, hofft die Stadt auch das Engagement von Bürgern: Marvin Schäfer stellte die „Kontaktstelle Wohnraum“ vor, die ihre Arbeit aufgenommen hat. An sie können sich Osnabrücker mit Ideen, wenden, „die im normalen Behördenalltag vielleicht unter den Tisch fallen würden“. Dabei kann es unter anderem um den Umgang mit frei gewordenen Zimmern gehen, um besondere Wohnformen und um individuelle Mietverhältnisse, die etwa mit Gartenarbeit verknüpft sind. Dass Schäfer damit seinerseits die Bürger auf neue Ideen bringen könnte, gefiel den Nahnern: Sie applaudierten.


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