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27.02.2019, 18:31 Uhr KOMMENTAR

Konzept gegen Missbrauch im Bistum Osnabrück: Überzeugt nicht

Ein Kommentar von Stefanie Witte


Das neue Konzept des Bistums, das Bischof Franz-Josef Bode am Mittwoch vorstellte, dürfte schwer zu vermitteln sein. Foto: Gert WestdörpDas neue Konzept des Bistums, das Bischof Franz-Josef Bode am Mittwoch vorstellte, dürfte schwer zu vermitteln sein. Foto: Gert Westdörp
Gert Westdörp

Osnabrück. Aus Kirchensicht mag es sich beim neuen Konzept des Bistums Osnabrück zum Umgang mit Missbrauch um einen deutlichen Schritt nach vorne handeln.

Und tatsächlich sind gute Ansätze zu erkennen: Der Bischof will künftig stärker auf externe Berater setzen, sich sogar deren Votum bei zentralen Fragen unterwerfen. Man darf auch nicht vergessen, dass Franz-Josef Bode mehr verändern will als viele seiner Bischofskollegen. Seine Selbstkritik ist glaubwürdig, ebenso wie sein Streben nach Verbesserungen in der Kirche.

Dennoch dürfte dieses Kirchenkonzept viele Außenstehende abschrecken: zu abstrakt, zu theoretisch, zu wenig konkrete Ergebnisse und Entscheidungen.

Neun Jahre nach dem Höhepunkt des Missbrauchsskandals überzeugt die Nachricht, dass das Bistum nun Arbeitsgruppen einrichtet, nicht. Viele hätten jetzt konkrete Regeln zum Umgang mit Tätern erwartet, zu angemessenen Entschädigungen für die Opfer. Eine Öffnung der Kirche, statt Arbeitskreise hinter verschlossenen Türen.

Zudem sitzt in jeder der neuen Arbeitsgruppen mindestens ein Kirchenmitarbeiter. An der vielleicht wichtigsten Stelle, da, wo alle Fäden zusammenlaufen und alles kontrolliert werden soll, stehen sogar zwei von drei Mitgliedern auf der Gehaltsliste des Bistums – das ist sehr schwer zu vermitteln.


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