Projekt "care4future" startet Initiative für mehr junge Pfleger nicht nur in Osnabrück

Die ersten Unterschriften haben Eckhard Kallert (Heywinkel-Haus), Stephanie Baalmann (Geschwister-Scholl-Oberschule Bad Laer), Marco Lammers (Felix Nussbaum Schule) und Sabine Weber (Diakonie Osnabrück) unter die gemeinsamen Kooperationsvereinbarungen gesetzt. Foto: Swaantje HehmannDie ersten Unterschriften haben Eckhard Kallert (Heywinkel-Haus), Stephanie Baalmann (Geschwister-Scholl-Oberschule Bad Laer), Marco Lammers (Felix Nussbaum Schule) und Sabine Weber (Diakonie Osnabrück) unter die gemeinsamen Kooperationsvereinbarungen gesetzt. Foto: Swaantje Hehmann

Osnabrück. Dass es in Deutschland nicht genügend Pflegekräfte gibt, ist mittlerweile allgemeiner Konsens. Um in Niedersachsen junge Menschen für Pflegeberufe zu begeistern, gibt es nun eine regionale Initiative.

Die Städte Osnabrück, Hildesheim und Celle sind vom Projekt "Zukunftsfähige diakonische Einrichtungen" ausgewählt worden, um bei der Gewinnung junger Menschen für Ausbildungsberufe in der Pflege voranzugehen. Die Idee des Diakonischen Werks in Niedersachsen ist die Schaffung regionaler Netzwerke, die unter dem Begriff "care4future" aktiv werden sollen. In Osnabrück haben jetzt alle Beteiligten den Kooperationsvertrag dafür unterschrieben.

Die Netzwerke führen stationäre Pflegeeinrichtungen, allgemeinbildende und berufsbildende Schulen zusammen. In Osnabrück gibt es dafür bislang fünf Partner: Die Diakonie, das Heywinkel-Haus, sowie drei Schulen im Stadt- und Landkreis. Finanziert wird das neue Projekt von der Evangelischen Landeskirche in Hannover. Dadurch entstehen weder den Schulen noch den Senioreneinrichtungen zusätzliche Kosten.

Stellensuche fällt weg 

Die Felix-Nussbaum-Schule in Osnabrück bietet schon seit August 2018 Kurse für Schüler an, die mehr über den Pflegeberuf erfahren möchten. Das primäre Ziel ist eine Sensibilisierung junger Menschen für die wachsende Bedeutung des Pflegesektors. In den Kursen soll aber auch der Abbau von Vorurteilen über die Pflegebedürftigkeit älterer Menschen und den Tod erreicht werden. 

Im März 2019 soll die Geschwister-Scholl-Oberschule in Bad Laer nachziehen und ein vergleichbares Angebot aufbauen. Die Rektorin Stephanie Baalmann plant u.a. einen wöchentlichen Profilkurs "Gesundheit und Soziales" für die 9. und 10. Jahrgangsstufe. Eine Einführung in die vielfältige Berufs- und Ausbildungswelt soll hauptsächlich durch Lehrkräfte der Diakonie Pflegeschule in Osnabrück erfolgen. Nach Abschluss der Kurse ist für jeden Teilnehmer die Ausgabe eines  Zertifikats vorgesehen.

Auch auf Praktika und Ausbildungen sollen die Schüler optimal vorbereitet werden. Ohnehin falle durch die schnelle interne Vermittlung die mühsame Stellensuche weg. "Und die intensive Vorbereitung ist für beide Seiten vorteilhaft", sagt Sabine Weber von der Diakonie Osnabrück, "weil die Schüler dann bereits wissen, was auf sie zu kommt." Die Pflegeheime könnten wiederum besser auf die individuellen Fähigkeiten der Schüler eingehen. Die Nachbereitung von Praxiserfahrungen der Schüler sei dabei ebenso wichtig wie die Vorbereitung auf ein Engagement.

Tag der offenen Tür am 27. Juni

Für Sabine Weber ist mit den fünf Teilnehmern des Netzwerks aber noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht: "Unsere Türen stehen weit offen für noch mehr Schulen, Pflegeheime und sonstige zivilgesellschaftliche Akteure." Die Einladung ist wörtlich zu nehmen, denn am 27. Juni findet der Tag der offenen Tür der Diakonie Pflegeschulen in der Rheiner Landstraße 147 statt. Mit der Unterschrift der bisherigen fünf Partner kann die Initiative nun offiziell starten.


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