Osnabrücks Kammermusikfestival "Classic con brio" widmet sich der Kunst zu träumen

Die Sopranistin Sophie Klußmann wird sängerische Akzente setzen beim diesjährigen Festival. Foto: Marco BorggreveDie Sopranistin Sophie Klußmann wird sängerische Akzente setzen beim diesjährigen Festival. Foto: Marco Borggreve

Osnabrück. Haben Träume eigentlich noch Platz in der Welt unserer Tage? Das Osnabrücker Festival "Classic con brio" will ihn jedenfalls schaffen mit seinem diesjährigen Thema "Die Kunst zu träumen". Besonderes Highlight wird eine Uraufführung mit Smartphone-Orchester.

Haben Träume eigentlich noch Platz in der Welt unserer Tage? Das Osnabrücker Festival "Classic con brio" will ihn jedenfalls schaffen mit seinem diesjährigen Thema "Die Kunst zu träumen". In welche Träume die Kompositionen des elftägigen Programms entführen, wird vor den Konzerten der Osnabrücker Schauspieler Helmut Thiele erläutern. Das Festival beginnt am Freitag, 8. März und geht bis zum Sonntag 17. März an Spielorten in und um Osnabrück über die Bühne. 

Viel Neues beim Festival

Auf der Suche nach musikalischen Träumen, die ins Festival passen, sind Intendant Hagen Gleisner und seine Musiker auf auffällig viele Stück gestoßen, die noch nie bei "Classic con brio" zu hören waren – oder zumindest nicht in der nun geplanten Besetzung. Über 30 nennt Gleisner im Gespräch. Darunter sind so sprechende Titel zu finden wie "Souvenir d'un lieu cher" von Igor Strawinsky oder die Violinsonate "Obsession" von Eugène Isaye, Franz Schuberts Fantasie C-Dur op 159, "Chant des oiseaux" vom berühmten Cellisten  Pablo Casals, die "Alla turca Jazz Fantasie" von W.A. Mozart/Fasil Saye oder als Uraufführung Vladimir Mendelssohns "Urban Lark". Kommentar des Leiters vom großen finnischen Kuhmo-Kammermusikfestival zu seiner "Lerche":  "Ich wollte experimentieren, wie unangenehm es sein würde, angenehme Musik zu schreiben".

Sophie Klußmann singt

Die verführerische Welt der Träume und des Gesanges stehen sich nahe. Deshalb wird die Sopranistin Sophie Klußmann erstmals beim Kammermusikfestival zu erleben sein. Sie singt Gellert-Oden von Carl Philipp Emanuel Bach, oder eine "Vocalise" von Sergej Rachmaninow, "La Bonne Chanson" von Gabriel Fauré, Schubert-Lieder und passend zur kommenden Passionszeit Arien von Johann Sebastian Bach.

Neben dem bewährten Stamm an international renommierten Musikern wie dem Cellisten David Cohen, dem Geiger Daniel Rowland, dem Pianisten Alfredo Perl Vladimir Mendelssohn (Bratsche) oder dem "Teufelsgeiger" Sergey Malov sind auch andere Musiker erstmalig mit von der Partie: David Cohen bringt fünf seiner Studierenden mit und tritt mit ihnen als Cello-Ensemble auf. Der Klarinettist Levan Tskhadazde ist der Ehemann der Pianistin Nino Gvetazde. Der Fagottist Louis-Hervè Maton spielt im angesehenen Orchestre de Paris. 

Smartphone-Orchester

Neue Formate feiern Premiere:  Schulbesuche von Musikern, für die die entsprechenden Gymnasialklassen Schuberts "Forellenquintett" im Unterricht vorbereitet haben.  Zwei Lunchkonzerte, mit denen David Cohen und sein Cello-Ensemble  die Speisenden in der Mensa der Osnabrücker Uni verwöhnt. Schließlich leitet der Osnabrücker Musiker Peter Witte im Meller Solarlux Forum eine Uraufführung von sechs Festivalmusikern und Smartphone-Orchester. Das funktioniert über eine App mit drei Varianten einer Grundmelodie, die die Zuhörer auf ihren Smartphones einschalten. "Ein Experiment" nennt das Hagen Gleisner schmunzelnd. 

Hauptförderer des Festivals sind die Felicitas und Werner Egerland-Stiftung und dieses Jahre erstmals das Ministerium für Wissenschaft und Kultur in Hannover. 











Der Vorverkauf läuft bereits. Eintrittskarten gibt es an der Theaterkasse, 0541-7600076 und in der Tourist-Info, Bierstr. 22-23, Tel. 0541-323 2202. 

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