Nester gebaut Rattenplage in Osnabrücker Kindergarten wurde teuer

Die Kita St. Maria Rosenkranz in Schinkel-Ost hatte im Sommer 2018 eine Rattenplage. Foto: Swaantje HehmannDie Kita St. Maria Rosenkranz in Schinkel-Ost hatte im Sommer 2018 eine Rattenplage. Foto: Swaantje Hehmann

Osnabrück. Den gesamten Sommer 2018 über hatte die Kita St. Maria Rosenkranz in Schinkel-Ost mit einer Rattenplage zu kämpfen. Die Küche musste geschlossen werden und soll jetzt neu gebaut werden.

Es fing mit seltsamen Gerüchen in der Küche an und endete damit, dass eine Kindergartengruppe ins Gemeindehaus umziehen musste: Die Kita St. Maria Rosenkranz in Schinkel-Ost musste wegen einer Rattenplage im vergangenen Sommer die Kammerjäger rufen.

Auf 50 000 Euro belaufen sich die Kosten für die Schädlingsbekämpfung, so massiv war die Rattenplage. Wahrscheinlich seien die Tiere über leere Rohre ins Gebäude gelangt, sagte Günter Sandfort, stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstandes der übergeordneten Pfarrgemeinde Heilig Kreuz, unserer Redaktion auf Anfrage.

Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

„Die haben sich den Weg bis in die Küche verschafft“, so Sandfort. Auch in den Toiletten seien welche gesichtet worden. Und die Tiere, die für ihre hohe Fortpflanzungsrate bekannt sind, bauten Nester.

„Wir waren alle geschockt“, sagt Sandfort. „Wir haben unverzüglich den Kammerjäger eingeschaltet.“ Auch die Eltern seien umgehend informiert worden, ebenso die zuständigen Behörden, sprich Gesundheits-, Jugend- und Landesjugendamt. „Schaden von den Kindern fernzuhalten hatte oberste Priorität“, betont Sandfort. Eine Kindergartengruppe zog ins Gemeindezentrum um. Doch geschlossen werden musste die Kita nicht.

Nachzulesen ist das jetzt in einer Beschlussvorlage der Stadtverwaltung. Das Thema steht in der nächsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses auf der Tagesordnung, denn die katholische Kirchengemeinde will die Kosten nicht allein tragen. Bei Kitas, die nicht in städtischer Trägerschaft sind, zahlt die Stadt stets einen Zuschuss.

Mehrere Monate bekämpft

Trotz Intervention mehrerer Kammerjäger habe sich die Bekämpfung der Rattenplage bis in den Spätherbst gezogen, schreibt die Verwaltung. Und weiter: 

„Um die Nester ausfindig zu machen, musste die gesamte Küche abgebaut und in einem Teil der Kita mussten die Decken entfernt werden.“

„Es gab verschiedene Testungen, bis das Gebäude rattenfrei war“, schildert das Kirchenvorstandsmitglied Günter Sandfort. Er betont aber auch: „Vom Gesundheitsamt ist einwandfrei festgestellt worden, dass es keine hygienischen Mängel gab.“ Und Kita sowie Kirchengemeinde hätten viel Unterstützung von den Eltern erfahren. 

Momentan werden 80 Mädchen und Jungen in vier altersübergreifenden Gruppen im Kindergarten St. Maria Rosenkranz am Fuße des Schinkelbergs betreut. Demnächst soll eine fünfte Gruppe hinzukommen, erläutert Sandfort. Zwei Gruppen werden dann zu Krippengruppen. Weil auch sie mittags verpflegt werden müssen, hatte die Kirchengemeinde bereits vor, die Küche zu erneuern – wenn auch ursprünglich erst zu einem späteren Zeitpunkt.

Da die Küche wegen der Rattenplage aber ohnehin geschlossen werden musste, soll sie bei dieser Gelegenheit schon jetzt direkt für 84 000 Euro komplett erneuert werden, und zwar bis zum Sommer. Seit der Küchenschließung bezieht die Kita ihr Mittagessen von einem Caterer.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN