Große Liebe für Melodien Tokunbo Akinro präsentiert in der Lagerhalle ihren „Folk Noir“

Mit gefühlvoller Stimme präsentiert Tokunbo Akinro in der Osnabrücker Lagerhalle  ihr zweites Soloalbum „The Swan“. Foto: Anne de WolffMit gefühlvoller Stimme präsentiert Tokunbo Akinro in der Osnabrücker Lagerhalle ihr zweites Soloalbum „The Swan“. Foto: Anne de Wolff

Osnabrück. Früher war sie die Frontfrau der Akustik-Soul-Band Tok Tok Tok. Jetzt ist sie in der Osnabrücker Lagerhalle zu Gast und präsentiert ihr zweites Soloalbum „The Swan“.

Obwohl es mehr als zehn Jahre her ist, dass Tokunbo Akinro das letzte Mal in Osnabrück aufgetreten ist, erinnert sich die Sängerin an die Lagerhalle: „Es ist ein toller Saal mit einer guten Akustik und die Betreuung ist hervorragend. Ich freue mich schon auf das Konzert“, sagt die Sängerin, an die sich einige Soul- und Jazzfreunde sicherlich noch erinnern. Tok Tok Tok hieß die Band, die sie 1998 mit dem Saxofonisten Morten Klein gegründet hatte und mit der sie eine wunderbare Mixtur aus Jazz, Funk und Soul generierte. „Wir nannten unsere Musik Akustiksoul. Mit meinem Soloprojekt bringe ich jetzt weitere Spielarten in meine Musik ein“, sagt die Musikerin. Eine gehörige Prise Pop ist auf ihrem neuen Album „The Swan“ zu hören, mal klingt Folk an und sogar von Country ist der Sound bisweilen geprägt.

Von Joan Baez inspiriert

„Ich habe den Begriff Folk Noir für meine Musik erfunden. Es ist eine Art Songwriter-Jazz mit großer Liebe für Melodien und filigranes Gitarrenspiel. Als Jugendliche war ich ein großer Fan von Joan Baez. Damals habe ich die Technik des Fingerpickings auf der Gitarre geübt. So etwas fließt jetzt in meine aktuelle Musik ein“, so Tokunbo. Tatsächlich ist „The Swan“ ein Album zu Dahinschwelgen. Mit gefühlvoller Stimme, die schon den Sound von Tok Tok Tok charakterisierte, singt sie sich durch autobiografische Songs, die die Seele berühren.  

„Als mein Sohn vor vier Jahren zur Welt kam, hat sich das für mich wie eine Wiedergeburt angefühlt. Der Schwan ist für mich ein Symbol für die Veränderungen und die Verwandlung, die einem im Leben widerfahren. Vor allem kam es für mich völlig unerwartet, dass ich durch die Geburt einen enormen kreativen Schub bekam. Plötzlich fielen mir ganz viele neue Songs ein“, sagt sie und bestätigt, dass die meisten Lieder auf dem Album persönlich geprägt, also autobiografisch sind.

Preisgekröntes Video

Ganz besonders wichtig ist für sie das Lied „White Noise“ geworden, das beim Konzert in Osnabrück auf jeden Fall auf der Setliste stehen wird. „Die Plattform Demotapes.org präsentiert Künstler, deren Musik eine politische Aussage hat. Mit Demotapes und einer professionellen Videoproduktionsfirma haben wir in Hamburg ein aufwändiges Video gefilmt, das dann beim UK Songwriting Contest in der Kategorie ,Bestes Video' den ersten Preis gewonnen hat“, berichtet Tokunbo. Sie freut sich ungemein über diese Auszeichnung, weil sie sie als Anerkennung ihrer Arbeit wertet. „Außerdem hilft es bei der Verbreitung unserer Musik. Durch solche Awards werden Leute auf uns aufmerksam, die uns vorher nicht kannten“, sagt die Künstlerin. 

So darf sich die in Hannover lebende Sängerin bei ihrem Auftritt in Osnabrück sicherlich auf die alten Fans von Tok Tok Tok freuen, die ihr wegen ihrer großartigen Stimme treu geblieben sind. Aber es werden auch viele neue Zuschauer da sein, die sie mit ihrem Folk-Noir-Sound ansprechen wird. Ganz allein mit ihrer Gitarre wird die Deutsch-Nigerianerin auf der Bühne nicht sein. Bei ihrem aktuellen Auftritt in der Lagerhalle wird sie vom Gitarristen David Rieken, dem Bassisten Christian Flohr sowie der Violinistin Anne de Wolff begleitet. „Anne de Wolf ist eine Multiinstrumentalistin. Das heißt, wenn wir mal einen Rhythmus brauchen, spielt sie auch Perkussion. Wir beiden haben einen engen Draht zueinander. Sie versteht einfach meine Sprache!“


Tokunbo Live: Freitag, 22. Februar, 20 Uhr. VVK 21,80 Euro, Abendkasse 24 Euro.

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