"Fridays for Future" Schüler in Osnabrück demonstrieren erneut für mehr Klimaschutz

Mehr als 100 Schülerinnen und Schüler gingen erneut für ein Umdenken in der Klimapolitik auf die Straße. Foto: Swaantje HehmannMehr als 100 Schülerinnen und Schüler gingen erneut für ein Umdenken in der Klimapolitik auf die Straße. Foto: Swaantje Hehmann

Osnabrück. Die Proteste gehen in die nächste Runde. Erneut haben sich mehr als 100 Schüler aus Osnabrück versammelt, um für eine bessere Klimapolitik zu demonstrieren.

Am Platz der Deutschen Einheit vor dem Theater kamen die ersten Teilnehmer schon um 10 Uhr zusammen. Mit Workshops begannen die Demonstranten den heutigen Aktionstag. Sie diskutierten und informierten sich über umweltfreundliche Ernährung oder gestalteten Schilder für den Streik. „Wir wollen zeigen, dass die Schüler und Schülerinnen nicht nur rumstehen“, sagte Mitorganisator Jan vom Gymnasium "In der Wüste".

Astrid Müller von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) äußerte in einem Grußwort die Solidarität der Gewerkschaften und appellierte an die Demonstranten: „Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren.“

In kleineren Gruppen wurde viel über Umweltpolitik gesprochen. Foto: Swaantje Hehmann

Kritik am Umgang mit Schülern

In den letzten Wochen ist die Bewegung deutschlandweit gewachsen. Mit ihr auch die kritischen Stimmen. Demonstrant Jan zeigte sich enttäuscht darüber. „Oft wird auf den Schülern rumgehackt, ihnen Inaktivität vorgeworfen.“ Doch jetzt, wo sie sich engagierten, passe es einigen Leuten auch wieder nicht. Sie seien sich den rechtlichen Problemen bewusst – immerhin verstoßen sie mit dem Fernbleiben vom Unterricht gegen die Schulpflicht –, wollten aber trotzdem weiter für ihre Überzeugung einstehen.

Es gibt aber auch Grenzen. So waren an diesem Freitag viele der Demonstranten aus den vergangenen Wochen nicht mehr dabei. Sie hätten ihre schulischen Fehlzeiten ausgereizt, erklärte Musikstudent Matthias Klaes, ebenfalls Mitorganisator.

Auch Lehrer Tobias Romberg von der Ursulaschule kennt das Dilemma. Er war mit seiner Klimabotschafter-AG vor Ort. Die Schüler sollten besser nach der Schulzeit demonstrieren, damit nicht der Verdacht aufkomme, sie wollten doch bloß die Schule schwänzen. Dann könne man auch besser sehen, wer tatsächlich wegen des Klimaschutzes kommt und nicht bloß wegen des Ereignisses. „Es ist aber auf jeden Fall eine ernst zu nehmende Bewegung“, betonte der Pädagoge, der sich selbst seit Jahren für Umwelt- und Klimaschutz einsetzt.

Einige der Schilder wurden in Workshops am Vormittag gestaltet. An Kreativität mangelt es nicht. Foto: Swaantje Hehmann

Diskurs schaffen

Viele der älteren Demonstranten sind schon seit längerer Zeit zum Thema Umweltschutz aktiv. Matthias Klaes erklärte zu seiner Motivation: „Wir wollen nicht den perfekten Menschen machen. Wir wollen einfach ein Zeichen setzen, damit die Politiker aktiv werden.“ Dabei gehe es nicht darum, „die Welt an einem Tag zu verändern“. Vielmehr „wollen wir einen Diskurs schaffen, in dem auch Schüler lernen und zeigen, wie sie Einfluss auf die Klimapolitik nehmen können“, pflichtete ihm Jan bei.

Die Community jedenfalls wachse, meinten beide. Immer mehr Leute würden den Whatsapp-Gruppen beitreten, über die ein Großteil der Kommunikation verlaufe. Generell spielten die sozialen Netzwerke und Kommunikationsdienste eine wichtige Rolle. Dort werde in den kommenden Tagen auch geklärt, ob am nächsten Freitag wieder ein Streik und eine Demonstration stattfinden.


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