"Ain't Givin' Up" Neues Album der Blues Company feiert die Leichtigkeit des Blues

Hört man gern, trifft man gern auf einen Drink: Die Blues Company um Todor "Tosho" Todorovic - hier beim Weihnachtskonzert im Blue Note. Foto: Michael GründelHört man gern, trifft man gern auf einen Drink: Die Blues Company um Todor "Tosho" Todorovic - hier beim Weihnachtskonzert im Blue Note. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Mit schöner Regelmäßigkeit geht Todor "Tosho" Todorovic ins Tonstudio, um ein neues Album aufzunehmen. Jetzt ist "Ain't Givin' Up" herausgekommen, und es lohnt sich mal wieder, genau hinzuhören - weil's Spaß macht.

Mit dem Typen trinkt man gerne einen. „One Shot, one beer“, singt Tosho Todorovic, und zwar so locker flockig, wie ein Mann eben singt, der nicht trinkten muss, um zu vergessen wie so viele Protagonisten des Blues. In diesem Boogie will einer feiern: „I wanna get high, that's why I'm here“, singt Tosho, und dabei schmiegen sich die Stimmen der beiden „Soul Sitaz“, der Sängerinnen Seda Devran und Maria Nicolaides, lässig an die des Blues-Company-Chefs.

"One Shot" repräsentiert die treibende Variante des Blues, so, wie jeder einzelne Song auf dem neuen Album der Blues Company für eine bestimmte Facette im bunten Blues-Kaleidoskop steht - musikalisch wie inhaltlich. "Ain't Givin' Up", die titelgebende Eröffnungsnummer, klingt nach Großstadt, 12-Zylinder-Straßenkreuzer und nach offenem Verdeck, "Guns" wurzelt tief im Süden der USA, dort, wo der Blues seinen Anfang nahm, "The News" hat einen souligen Einfluss - und so weiter. Was alle Songs verbindet, ist die Leichtigkeit und die Eleganz, die ständig mitschwingt. 

Gleichzeitig öffnet Tosho den Blues inhaltlich. Klar kommt der typische Verlierer zu Wort, für den der Blues Ursprung und Lösung aller Probleme ist, aber Tosho singt eben auch über Jugendliche, die in Schulen um sich schießen, und formuliert Kritik an soziale Medien. Gleichzeitig schaut die Blues Company musikalisch nicht nur über den Gartenzaun, sondern traut sich hinaus in die Welt jenseits der 12 Takte und drei Akkorde. Da bietet die Instrumentalnummer „Waiting For Springtime“ Platz für ein souliges Flügelhorn-Solo von Uwe Nolopp, streckt Mike Titre, Toshos langjähriger Mitstreiter, in „Sticks and Stones“ die Fühler in Richtung Country aus. Im Klassiker „Georgia On My Mind“ bittet Tosho schließlich den Jazz herein; da spielt der Bandleader jazzige Gitarrenakkorde, und Arnold Ogrodnik zupft ein gefühlvolles Solo am Kontrabass, während Drummer Florian Schaube dazu die die Trommeln mit dem Besen streichelt.

Sich selbst hat er eine an Peter Green erinnernde Instrumentalnummer geschrieben, und Saxofonist Volker Winck umspielt sehr cool, was Tosho über die "Route 66" singt und bekommt dann Raum für ein lässiges Solo. Und um den großen Bahnhof abzurunden, hat Tosho John Handrop und dessen Hammond-B§-Orgel ins Studio geholt. Da hört man doch gern zu - warum nicht bei einem kühlen Drink.


Blues Company:

 "Ain't Givin' Up". Als CD und Doppel-LP erschienen bei inakustik

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