In Osnabrück-Halle Michael Jackson-Musical „Beat It!“ überzeugt und begeistert

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Osnabrück. Als wäre der „King Of Pop“ wiederauferstanden: Das neue Michael Jackson-Musical „Beat It!“ verblüffte und begeisterte die Fans in der ausverkauften Osnabrück-Halle.

Ein satter, kraftvoller Live-Sound, spektakuläre Lichteffekte, perfekte Show- und mitreißende Tanzeinlagen: Das noch junge, wie zuletzt „Falco“ von Oliver Forster produzierte Michael Jackson-Musical „Beat It!“, das erst im August in Berlin seine umjubelte Weltpremiere feierte, wusste auch im mit 1600 Besuchern restlos ausverkauften Europasaal der Osnabrück-Halle in jeder Hinsicht zu überzeugen. Nicht zuletzt Hauptdarsteller Dantanio Goodman sorgte als Reinkarnation des vor zehn Jahren verstorbenen „King Of Pop“, der im vergangenen Jahr 60 Jahre alt geworden wäre, für Gänsehautmomente. Jeden Ton, jede Geste und ein Moonwalk, der in der Tat nicht von dieser Welt zu sein schien, beherrschte er so nah am Original, dass man versucht war, den Leibhaftigen auf der Bühne auf- und abtanzen zu sehen. 

Ziehmutter Diana Ross

Zunächst übernahm aber, nicht viel weniger überzeugend und ein paar Oktaven höher singend, Koffi Missah die Rolle des jungen Michael Jackson. Dessen erster großer Auftritt gemeinsam mit seinen vier Brüdern im Vorprogramm der Supremes markierte den Beginn der auch auf der Bühne erzählten Erfolgsgeschichte. Mit Hilfe von Diana Ross wurden die Jackson Five am Ende der Sechzigerjahre über Nacht zu Superstars, wobei sich bereits früh herauskristallisierte, dass Michael als herausragender Kopf der Band seinen eigenen Weg gehen würde. Eine Backstage-Szene mit Schwester Janet, die ihm „das größte Talent von allen“ bescheinigte, ebnete schließlich den Weg zur Solo-Karriere, deren Verlauf in der Osnabrück-Halle schnell Fahrt aufnahm. Szenenapplaus gab es, als der fortan sich selbst als „Magier“ stilisierende Star für „Billie Jean“ den berühmt gewordenen Silberhandschuh aus einem Koffer zauberte. Die fünfköpfige Live-Band ließ zu „Smooth Criminal“ fast schon kriminell hart die Bässe laufen, verlieh selbst einen weichgespülten Song wie „Human Nature“ funky groovende Akzente und sorgte bei „Dangerous“ für kraftvolle Beats zu beherzten Griffen in den Schritt. Solche sind ebenso zu Jacksons Markenzeichen geworden wie die weißen Socken und der schwarze Hut, mit dem sich auch einige der Zuschauer aus sämtlichen Generationen zur Feier des Abends geschmückt hatten.

Innere Emigration

Eine Szene, in der ein besessen perfektionistischer Superstar seine Mitstreiter bei den Proben zu „Bad“ an ihre Grenzen bringt, diente ebenso wie „Black Or White“ zur Würdigung der Ensemble-Leistung, indem sich auch andere Darsteller einmal nicht nur tänzerisch, sondern auch gesanglich austoben durften. Michael Jacksons Kampf mit der Presse, die ihn als Wahnsinnigen abstempelte und verfolgte, sein Rückzug in eine eigene, mitunter bizarre Welt, seine offenkundige Beziehungsunfähigkeit und Verwundbarkeit: All das wurde den Zuschauern im zweiten Akt beeindruckend nahegebracht, als sein begnadeter Darsteller „Leave Me Alone“ flehte oder im Duett ein verzweifeltes „Scream“ geradeaus herausrockte, um sich schließlich als selbstreflektierender „Man In The Mirror“ wiederzufinden. Nach mehr als zwei Stunden und vor dem ergreifenden „Heal The World“-Finale ging es noch einmal zurück in die Spätphase der Jacksons – unter anderem in Form des hämmernden Disco-Klassikers „Can You Feel It“: Für die meisten der begeisterten, längst stehenden Zuschauer wohl nur eine rhetorische Frage.


Wiederholungstermin

Noch einmal zu sehen sein wird das Michael Jackson-Musical „Beat It!“ am Mittwoch, 22. April 2020, in der Osnabrück-Halle um 20 Uhr.

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