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HSG-Jugend in Ecuador: Riesenerlebnis im Entwicklungsland zwischen Anden, Amazonas und Armut In dünner Luft und dichtem Dschungel

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bec Osnabrück. Den Spruch „Jetzt wisst ihr, wie gut ihr es zu Hause habt“ mussten 13 A-Jugend-Handballer der HSG Osnabrück nicht hören. Sie hatten erlebt, wie gut und selbstverständlich vieles in Europa ist im Vergleich zu der etwas anderen Welt, die ihnen Trainer Jörg Elbel für 16 Tage in Ecuador näherbrachte.

Ecuador deshalb, weil der 39-Jährige, der als Pädagoge an der Hermann-Nohl-Förderschule tätig ist, 1996 für zehn Monate als „Aussteiger“ in diesem südamerikanischen Land lebte, dort über einen persönlichen Draht für eine Sportorganisation arbeitete. Die Idee, „seinen Jungs“, die er zusammen mit Wilfried Temme betreut, diese Welt zu zeigen, kam früh auf mit dem Hinweis: „Wenn ihr groß seid…“

Jetzt sind und waren sie groß genug, zunächst seit einem Jahr für den Trip zu sparen, der sie dank Sponsorengeldern und Förderverein aus OSC und SV Rasensport nur 1200 Euro (allein 1040 der Flug) kostete, und das Abenteuer in ein preisgünstiges, aber ärmliches Land zu starten. Sie erlebten Menschen, die mit Dienstleistungen wie Schuheputzen ihren Lebensunterhalt bestreiten, tauchten in die totale Wildnis des atemraubenden Dschungels mit riesigem Wasserfall und faszinierendem Regenwald bei hoher Luftfeuchtigkeit ein, spürten in den Anden die dünne Luft in 4000 Meter Höhe, erfuhren hautnah den Kontrast mit einem Straßenkreuzer vor einer bescheidenen Wellblechhütte und erlebten gepflegte Unterkünfte ebenso wie verstopfte Toiletten beim Quartier in einfachen Hallen.

„Es war wichtig, dass wir die Jungs vorbereitet hatten, denn die Kontraste waren riesig, das Leben völlig anders“, meinte Wolfgang Münnich, mit Ehefrau und Sohn ebenso dabei wie HSG-Vorstandskollegin Andrea Guhe-Strothmann mit Ehemann beim „Riesenerlebnis“, bei dem die Osnabrücker mit unvergesslichen Blicken auf die Küste am Pazifik für stundenlange Bustouren bei Tempo 20 auf holprigen Straßen entschädigt wurden.

Dabei fühlte sich Elbel als Initiator in einem „absoluten Entwicklungsland“ mit dem höchsten Anteil an Ureinwohnern „viel sicherer“ als in den Nachbarländern Kolumbien und Peru. Was den verantwortungsbewussten Pädagogen und Trainer nicht davon abhielt, die Jugendlichen zur Vorsicht zu mahnen, wenn sie in der Hauptstadt Quito, wo sie in Gastfamilien untergebracht wurden, und anderen Städten mal in kleinen Gruppen den Stadtmarkt sowie andere Punkte ansteuerten in einem Land, in dem Reiche unter den 10,5 Millionen Einwohnern beschützt werden.

Natürlich wurde Handball trainiert und sechsmal gespielt (und gewonnen), mit besonderem Erlebnis am Strand unter Palmen mit physischen Vorteilen der Osnabrücker gegenüber den technisch-taktisch guten Einheimischen, und dabei gefragt in Interviews vor TV-Kameras. Ganz zu schweigen vom Teambuilding mit einer faszinierenden Rafting-Tour bei drückender Hitze auf dem gewaltigen Amazonas neben dem pazifischen Tiefland als Kontrast zum Anden-Hochland.

Wieder in der Heimat freute sich mancher auf vertrauten Kaffee und beliebte Spaghetti beim Blick zurück auf ein vielfältiges Erlebnis in einem Land, in dem die Uhren anders gehen als in Deutschland. Auch anders als in Spanien, wohin eine nächste Reise der HSG-Jugend führen könnte.


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