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13.02.2019, 17:49 Uhr KOMMENTAR

Ein System mit Lücken

Ein Kommentar von Dietmar Kröger


Ein Diebstahl in der Osnabrücker Kfz-Zulassungsstelle beschäftigt derzeit das Amtsgericht.Foto: Jörn MartensEin Diebstahl in der Osnabrücker Kfz-Zulassungsstelle beschäftigt derzeit das Amtsgericht.Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Vorweg muss ganz klar hervorgehoben werden, dass bis zu einer Verurteilung für den Angeklagten selbstverständlich die Unschuldsvermutung gilt.

Fest zu stellen ist aber auch, dass das Kassensystem in der Kfz-Zulassungsstelle nicht den höchsten Sicherheitsanforderungen genügt. Eine Veruntreuung von Geldern wäre, so sie denn geschehen ist, nicht eben an eine große intellektuelle Leistung geknüpft. Und so ist es denn auch wohl zu begründen, dass es nicht die Stadt selbst war, die diesem jetzt vor dem Amtsgericht verhandelten Vorwürfen auf die Schliche gekommen ist. Wäre nicht die Bank des Angeklagten mit dem Verdacht der Geldwäsche auf die Behörden zugegangen, der Stadt wären irgendwelche Fehlbeträge wohl kaum aufgefallen.

Das kann die Taten, so sie denn nach Überzeugung des Gerichts stattgefunden haben, auf keinen Fall entschuldigen. Selbstverständlich wäre der Angeklagte dann nach den Buchstaben des Gesetzes zu verurteilen. Denn eines ist auch klar: Er hätte in diesem Fall nicht nur die Stadt und damit die Gebührenzahler bestohlen, er hätte auch seine Kollegen in Misskredit gebracht und ihr Vertrauen hintergangen.


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