System von Parametern Lena von Goedeke und Sophia Pompéry im Kunstraum hase29

Lena von Goedeke (links) und Sophia Pompéry arbeiten im Kunstraum "hase29" in Osnabrück an ihrer Installation "Luv und Lee", bei der feiner weißer Sand über die Bodenfläche mäandert. Foto: David Ebener ***Stichworte*** Hase29 - Luv und Lee, Gesellschaft für zeitgenössische Kunst, Hase 29Lena von Goedeke (links) und Sophia Pompéry arbeiten im Kunstraum "hase29" in Osnabrück an ihrer Installation "Luv und Lee", bei der feiner weißer Sand über die Bodenfläche mäandert. Foto: David Ebener ***Stichworte*** Hase29 - Luv und Lee, Gesellschaft für zeitgenössische Kunst, Hase 29

Osnabrück. Sechs Tonnen Sand benötigen die Künstlerinnen Lena von Goedeke und Sophia Pompéry, um ihre Rauminstallation „Luv und Lee“ im Kunstraum hase29 realisieren zu können. Am Freitag, 15. Februar, wird die Ausstellung um 19 Uhr eröffnet.

Aus Sandhügeln kristallisieren sich Buchstaben heraus, Ziffern deuten Höhenangaben, Breitengrade oder Isobaren an. Ob Meteorologie, Geographie, Physik oder Nautik, der eigentlich idyllischen Sandlandschaft haftet etwas Naturwissenschaftliches an. In diese bilaterale Gemengelage tritt der Besucher des Kunstraums hase29, wenn die Installation „Luv und Lee“ am Freitag, den 15. Februar, fertig ist.

Noch sind Lena von Goedeke und Sophia Pompéry damit beschäftigt, doppelseitige Klebefolie auf dem Fussboden anzubringen. Ist das zuvor geplante Raster vorbereitet, schütten die beiden Künstlerinnen feinen Quarzsand auf die Klebeflächen, häufen hier, entfernen dort, so lange, bis die Landkarte Gestalt annimmt, die sie zuvor am Computer entworfen haben.

Zum ersten Mal arbeiten von Goedeke und Pompéry zusammen. „Als ich die Einladung bekam, in hase29 zu arbeiten, witterte ich die Chance, dort etwas Großes entstehen zu lassen. Und da kam mir sofort Sophia in den Sinn, die ich schon lange kenne und deren Arbeiten ich bewundere“, sagt von Goedeke, während sie den nächsten Sandsack aufreißt und den Inhalt auf dem Klebmuster verteilt. Auf sie waren Elisabeth Lumme und Michael Kröger, die Kuratoren der Ausstellung, aufmerksam geworden, weil die Künstlerin mit familiären Wurzeln in Osnabrück gerade den renommierten DEW21 Kunstpreis für das Ruhrgebiet verliehen bekam.

„Landkarten, Wetterkarten, Schriften, Maßeinheiten, wir bewegen uns in einem System von Parametern, die unser Leben bestimmen."


Nach einer Besichtigung des Kunstraums an der Hasestraße starteten von Goedeke und Pompéry mit der Planung ihrer Sandlandschaft, an der sie jetzt schon seit einigen Tagen arbeiten. „Der Vorteil an einer Einladung von einem Kunstverein ist, dass man ohne Rücksicht auf kommerzielle Zwänge arbeiten kann. Das ist in Galerien meistens nicht der Fall“, betont Pompéry. Und so laden die Beiden ihre Besucher ein, sich mit Regeln und Normen auseinanderzusetzen. „Landkarten, Wetterkarten, Schriften, Maßeinheiten, wir bewegen uns in einem System von Parametern, die unser Leben bestimmen. Diese Bezüge finden sich in unserer Landschaft wieder“, so von Goedeke.

Auch für die Beschaffung ihres Arbeitsmaterials mussten sie sich an Regeln halten. Für Innenräume ist offenbar nur spezieller, gereinigter Quarzsand zur Benutzung freigegeben. Sechs Tonnen des Materials ließen sie anliefern, das sie jetzt nach und nach auf dem Fußboden des Kunstraums verteilen. Auch, wenn man die Buchstaben im Sand nicht auf Anhieb entziffern kann, fallen einem gleich Begriffe wie „auf Sand gebaut“ oder „in den Sand setzen“ ein. Tatsächlich wird man etwas wie „unter den Füßen laufende Meter“ lesen können, wenn „Luv und Lee“ fertiggestellt ist. Es ist eine Installation, die auf spielerisch-ästhetische Art zum Assoziieren und Nachdenken animiert. Dabei sollte man nicht versäumen, die Arbeit aus verschiedenen Perspektiven zu erleben. Begibt sich der Betrachter mit seinen Augen in Fußbodenhöhe, wirkt die Landschaft anders als aus der Vogelperspektive, von weitem anders als in der Nahsicht.


Kunstraum hase 29 (Hasestraße 29): „Luv und Lee“. Installation von Lena von Goedeke und Sophia Pompéry. Freitag, 15. Februar (Eröffnung um 19 Uhr) bis 30. März. Di., Mi. und Fr. 14-18 Uhr, Do. 16-20 Uhr, Sa. 11-15 Uhr. Eintritt frei. Infos unter www.hase29.de

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