Vorgabe des Landesministeriums Luftmessstation am Osnabrücker Schlosswall wird ergänzt

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Messstation am Schlosswall. Foto: hinMessstation am Schlosswall. Foto: hin

Osnabrück. Im Streit um Grenzwerte und Fahrverbote sollen zusätzliche Messungen Klarheit schaffen. Am Schlosswall in Osnabrück wird zusätzlich die Belastung vor den Wohnungen gemessen.

Die Messstation am Schlosswall in Osnabrück wird um einen Passivsammler ergänzt. Das ist im Prinzip eine faustgroße Dose, die die Luftschadstoffe auffängt. Ein solcher Sammler wird direkt an einer der Fassaden angebracht, wie Detfelf Gerdts, Leiter des Osnabrücker Umweltamtes,auf Anfrage mitteilte. Damit soll die Stickstoffdioxidbelastung in unmittelbarer Nähe der Wohnungen erfasst werden. "Zuerst sind aber Hannover und Oldenburg an der Reihe, danach Osnabrück", sagte Gerdts nach einem Gespräch mit dem Gewerbeaufsichtsamt Hildesheim, das für die Luftmessung in Niedersachsen zuständig ist.Passivsammler. Foto: hin

Hintergrund ist die Anweisung von Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD), alle Messstationen in Niedersachsen zu überprüfen. Er regierte damit auf Zweifel an der Aussagekraft der Messungen in Oldenburg, wo eine Station an einem verkehrsfreien Tag hohe Stickstoffdioxidwerte registrierte. In Oldenburg und Hannover drohen Fahrverbote, weil die Deutsche Umwelthilfe auf Einhaltung der Grenzwerte geklagt hat.

Neue Modellrechnungen

Vorige Woche legte Lies neue Modellrechnungen für Oldenburg vor und zog daraus den Schluss, dass dort  keine Fahrverbote nötig sind. In Oldenburg werden die Schadstoffe unmittelbar an der Straße gemessen. Die von Lies in Auftrag gegebene Modellrechnung ermittelte die Belastung mit Stickstoffdioxid auf Höhe der Wohnungen, die sich im ersten Obergeschoss befinden. Auch am Schlosswall in Osnabrück wird direkt am Fahrbahnrand gemessen. Doch anders als im Oldenburger Fall befinden sich am Schlosswall auch Wohnungen im Erdgeschoss.

Messungen seit Herbst 2005

Der Messcontainer ist im Juli 2005 vor dem Haus am Schlosswall 18 zwischen Schlosswallhalle und Einmündung Rehmstraße aufgestellt worden. Seit September 2005 werden die Luftwerte erfasst und in Echtzeit im Internet veröffentlicht. Nach dem Immissionsschutzgesetz sind Messstationen so aufzustellen, dass sie die höchsten Konzentrationen erfassen, denen die Bevölkerung ausgesetzt ist.

Der Bund Osnabrücker Bürger (BOB) äußerte im vergangenen Jahr Zweifel an der Eignung des Standort, was das Gewerbeaufsichtsamt Hildesheim zurückwies. Der Standort sei "unter Berücksichtigung der rechtlichen Vorgaben, meteorologischer Einflussfaktoren und praktischer Aspekte" ausgewählt worden. Ausschlaggebend für den Schlosswall waren demnach: ein vergleichsweises hohes Verkehrsaufkommen bei hohem Lkw-Anteil (von acht Prozent), eine geschlossene Bebauung, der Straßenverlauf quer zur Hauptwindrichtung, vergleichsweise hohe Benzolkonzentrationen und ein ausreichender Platz für den Messcontainer.

Problem Neumarkt

Die Stickstoffdioxid-Belastung am Schlosswall ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesunken und liegt mit einem Jahresmittelwert von 41 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft (2018) nur knapp über dem erlaubten Wert von 40 Mikrogramm. Auch deshalb hat Osnabrück auf der Klage-Liste der Deutschen Umwelthilfe weiter hinten.

Größere Probleme gibt es am Neumarkt, wo der Jahresmittelwert 2018 mit 50 Mikrogramm deutlich über dem Grenzwert blieb. Eine zusätzliche Erfassung der Luftbelastung wie am Schlosswall ist am Neumarkt nicht geplant, weil dort nur wenig Menschen wohnen, wie Gerdts erklärt. Seit 2011 messen Passivsammler die Schadstoffkonzentrationen am Neuen Graben, an der Martinistraße, Möserstraße und Natruper Straße.

Außerdem wird seit 1988 an der Blombatstraße auf dem Ziegenbrink die Luftqualität gemessen. Die Daten geben Aufschluss über die sogenannte Hintergrundbelastung, also über Schadstoffe aus der Landwirtschaft oder Industrie, die in die Stadt geweht werden.

(Weiterlesen: Die Messergebnisse von 2018 im Überblick)


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