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FMO feiert Verhandlungserfolg Corendon soll 55 Prozent der Germania-Fluggäste am FMO befördern

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Corendon stationiert ab Mitte April eine Boeing 737-800 am FMO: Die Airline tritt an, um Germania zu ersetzen. Von April bis Oktober erwartet die Fluggesellschaft 150.000 Fluggäste am FMO. Foto: Corendon AirlinesCorendon stationiert ab Mitte April eine Boeing 737-800 am FMO: Die Airline tritt an, um Germania zu ersetzen. Von April bis Oktober erwartet die Fluggesellschaft 150.000 Fluggäste am FMO. Foto: Corendon Airlines

Osnabrück. Eine Woche nach der Germania-Insolvenz präsentiert der Flughafen Münster/Osnabrück mit Corendon Airlines einen Nachfolger, der von April bis Oktober rund 150.000 Fluggäste vom FMO befördern will. Die zur türkisch-niederländischen Corendon Touristik-Gruppe gehörende Fluggesellschaft will ab Mitte April ein Flugzeug am FMO stationieren und bis Oktober mehr als halb so viele Passagiere befördern wie Germania im gesamten vergangenen Jahr.

Der FMO-Aufsichtsratschef, Osnabrücks Oberbürgermeister Wolfgang Griesert, begrüßte die Stationierung der Corendon Airlines ausdrücklich. „Die letzten beiden Jahre hatte der FMO eine hervorragende Entwicklung verzeichnet. Mit dem neuen Touristik-Partner hat der FMO auch ohne Germania nun beste Chancen, seinen erfolgreichen Weg fortzusetzen“, ließ sich Griesert in einer Mitteilung des Flughafens zitieren. FMO-Sprecher Andrés Heinemann sprach auf Anfrage unserer Redaktion am Mittwochnachmittag von "einem großen Erfolg in schwierigen Zeiten".

Freude beim Vertragsabschluss am FMO (von links): Achmet Ziguslu (Marketing Corendon Airlines), FMO-Sprecher Andrés Heinemann, Atilay Batu (Direktor Ground Operation Corendon Airlines), FMO-Chef Rainer Schwarz, der Deutschland-Manager der Corendon Airlines, Thomas Braun, sowie Detlef Döbberthin (FMO Marketing). Foto: FMO

Nach dem überraschenden Germania-Aus vor einer Woche fielen zunächst 16 von 27 Zielen, die vom FMO angeflogen werden konnten, weg. Besonders schmerzhaft für FMO-Chef Rainer Schwarz war, dass dazu auch besonders beliebte Ziele auf den kanarischen und griechischen Inseln zählten. "Die Ziele mit den höchsten Fluggastaufkommen können darunter jetzt aber wieder vom FMO angeflogen werden", freute sich Heinemann. Dazu zählen Gran Canaria, Fuerteventura und Teneriffa auf den Kanaren sowie die griechischen Inseln Kos, Rhodos und Kreta. Darüber hinaus bietet die Airline, die laut Heinemann auf einem ähnlichen Preisniveau wie bislang Germania liegen wird, Flüge nach Hurghada in Ägypten und Antalya an der türkischen Riviera an.

Boeing 737-800 mit 189 Sitzplätzen

Zum Einsatz kommt laut Heinemann eine Boeing 737-800 mit 189 Sitzplätzen. Die Ziele sollen in einigen Tagen bei allen namhaften Reiseveranstaltern sowie auch im Einzelplatzverkauf über Reisebüros und unter www.corendon-airlines.com buchbar sein. FMO-Geschäftsführer Schwarz feierte den Corendon-Coup als einen "deutlichen Beleg für die Stärke unseres touristischen Marktes". Alle für den FMO wichtigen Reiseveranstalter hätten bereits signalisiert, ihre Kontingente auf den Strecken, die durch die Germania-Insolvenz nicht mehr vom FMO angeboten werden konnten, bei Corendon Airlines zu buchen. Die Fluggesellschaft sei außerdem eine "hervorragende Lösung, um künftig auch ein Angebot ab dem FMO für den niederländischen Markt bereitzustellen". 

FMO-Sprecher Heinemann erläutert, dass Corendon als Reiseveranstalter in Holland bereits bekannt sei. Über die niederländisch-türkische Touristik-Gruppe erhofft er sich, den Anteil der niederländischen Fluggäste am FMO, der bislang zehn Prozent betrage, noch weiter zu erhöhen. Heinemann betont:

"Wir wollen den holländischen Markt so noch besser erreichen."FMO-Sprecher Andres Heinemann

Der Deutschland-Manager der Corendon Airlines, Thomas Braun, erklärte, warum sich Corendon für den Flughafen Münster/Osnabrück entschied: „Mit einem sehr attraktiven Marktumfeld und dem für unsere Fluggesellschaft so wichtigen 24-Stunden-Betrieb haben wir uns gerne für Münster/Osnabrück entschieden. Wir freuen uns auf eine gute und langfristig erfolgreiche Partnerschaft am FMO.“  

Corendon ab April mit 17 Abflügen pro Woche am FMO

Nach Angaben des Luftverkehrs-Nachrichtenportals "Airliners" verdoppelt die türkische Fluggesellschaft ihr Angebot insgesamt im Sommerflugplan auf 1,5 Millionen Flugsitze. Die Hälfte der Kapazität entfällt demnach auf Flüge zwischen Antalya und Deutschland. Die Tochtergesellschaft Condon Airlines Europe stationiert ab Mai auch eine Boeing 737 Max 8 in Köln. Der Ferienflieger steuert 18 deutsche und zwei österreichische Flughafen an. Laut Heinemann hat die Fluggesellschaft neben Köln aber nur am FMO eine Maschine in Deutschland stationiert. Diese solle auch im Winter an dem Flughafen in Greven bleiben. Corendon plant für den Sommerflugplan laut Heinemann 17 Abflüge pro Woche am FMO. Seit 2014 bedient die in Antalya, Amsterdam und Malta ansässige internationale Ferienfluggesellschaft auch Deutschland. 

Stockt auch Sun Express das Angebot am FMO auf?

Am Dienstag hatte der WDR auf seiner Webseite berichtet, dass die Fluggesellschaft Sun Express mehrere Germania-Flugziele am FMO und in Düsseldorf übernimmt. Darauf angesprochen zeigte sich FMO-Sprecher Heinemann überrascht. Sun Express habe mit seinem Angebot schon 15 Prozent Marktanteil am FMO, und natürlich sei man auch mit den bestehenden Fluggesellschaften in Gesprächen, um das Angebot aufzustocken. Heinemann konnte jedoch nicht bestätigen, dass die Airline mehrere Germania-Flugziele am FMO übernehmen wird. Die Sprecherin von Sun Express, Nathalie Thomsen, konnte die Information auf Anfrage unserer Redaktion ebenfalls nicht bestätigen. Sie verwies lediglich darauf, dass Sun Express die Präsenz am Flughafen Antalya in diesem Sommer deutlich verstärke. So würden 170.000 Sitzplätze zusätzlich aus 17 europäischen Abflughäfen angeboten. In einer Pressemitteilung, in der das Unternehmen ankündigt, nach der Germania-Insolvenz "Kapazitätslücken in der Türkei zu schließen", werden mehrere Flughäfen genannt, an denen die Direktverbindungen an die türkische Riviera ausgebaut werden sollen, jedoch nicht der FMO.

Verhandlungsergebnisse bis kommende Woche

Die Flughafenbetreiber sprechen aktuell mit weiteren Fluggesellschaften. FMO-Heinemann prognostiziert: „Der Markt sortiert sich nach der Germania-Insolvenz schnell. Bis zur kommenden Woche erwarte ich Ergebnisse der weiteren Gespräche.“


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