Eleganz und Temperament Maria Kliegel und Oliver Triendl in Bad Iburg

Von Jan Kampmeier

Das Iburger Schlosskonzert mit Maria Kliegel und Oliver Trindel. Foto: Hermann PentermannDas Iburger Schlosskonzert mit Maria Kliegel und Oliver Trindel. Foto: Hermann Pentermann

Osnabrück Zwei wirkliche musikalische Schwergewichte im Iburger Rittersaal, und das mit einem spannenden Programm: Die Cellistin Maria Kliegel und der Pianist Oliver Triendl bewiesen am Sonntag, dass man auch in dieser Besetzung nicht zwangsläufig nur Beethoven und Brahms spielen muss.

Den Anfang macht in ihrem Programm der 1970 geborene Guillaume Connesson mit drei „Chants de l’Agartha“, also Gesängen aus einer versunkenen Stadt in der Mongolei, wie Maria Kliegel in einer ausgesprochen munteren Einführung erklärt. Das Werk erweist sich als leicht zugänglich, dabei vielseitig und ausgesprochen stimmungsvoll. Besonders der letzte Satz, eine Art „Danse grotesque“, wird außerdem zupackend gespielt – eine spannende Entdeckung also.

In Francis Poulencs Sonate pendeln die beiden Musiker immer wieder zwischen den Polen derb und lieblich, und das innerhalb weniger Takte. Schließlich folgen noch vor der Pause zwei Zugaben, Gaspar Cassado und Manuel de Falla bringen kräftig tänzerisch-spanisches Kolorit. Die zweite Hälfte ist für ein einziges Werk reserviert, für einen besonders saftigen Brocken dafür: Sergej Rachmaninows große Cellosonate in g-moll. Üppige Klänge zum Schwelgen sind das und Melodien ohne Ende. Ein gutes Stück für Maria Kliegel und ihr Spiel, das man als Mischung aus vornehmer Eleganz und Temperament bezeichnen könnte, immer wieder bringt sie darin ihr Cello zum leuchten. Doch natürlich hat hier auch der Pianist im wahrsten Sinne des Wortes alle Hände voll zu tun – wie könnte es anders sein bei Rachmaninow. Ein gutes Stück also auch für Oliver Triendl, denn dessen Interpretation wirkt einerseits auch im dicht wuchernden Rachmaninowschen Gestrüpp so klar wie zuvor, andererseits hat er die unverzichtbare Pranke.


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