Ehrenamtliche leben länger Museums- und Kunstverein Osnabrück feiert Geburtstag

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Beim Empfang anlässlich des 140-jährigen Bestehens des Museums- und Kunstvereins sprach Dr. Thorsten Heese, Kurator für Stadtgeschichte im Museumsquartier , im Friedenssaal des Rathaus Osnabrück. Foto: Gert WestdörpBeim Empfang anlässlich des 140-jährigen Bestehens des Museums- und Kunstvereins sprach Dr. Thorsten Heese, Kurator für Stadtgeschichte im Museumsquartier , im Friedenssaal des Rathaus Osnabrück. Foto: Gert Westdörp

Osnabrück. Am 12. Februar 1879 wurde im Rathaus der „Museumsverein für den Landdrosteibezirk Osnabrück“ gegründet. Jetzt feierte der MuK, der Museums- und Kunstverein, der daraus hervorging, mit einem Festakt sein 140-jähriges Bestehen.

Die „Ode an die Dinge“ von Pablo Neruda trug Dr. Thorsten Heese, Kurator für Stadtgeschichte im Museumsquartier, vor und machte sie dreidimensional. Aus einer Aktentasche zauberte er zu den Worten des chilenischen Dichters eine Zange, eine Schere, eine Tasse, einen Serviettenring, einen Hut sowie eine Suppenschüssel hervor und legte sie auf das Rednerpult vor sich. Mit der Demonstration, dass die kleinen Dinge des Alltags uns immens viel über unsere Vergangenheit und unsere Zukunft sagen können, beendete Heese seinen Festvortrag im Friedenssaal des historischen Rathauses.

Gründungsziel: Endlich ein Museum in Osnabrück

Vor 140 Jahren, am 12. Februar 1879, war am selben Ort der Museums- und Kunstverein Osnabrück gegründet worden. Damals heiß er noch „Museumsverein für den Landdrosteibezirk Osnabrück“ und war auf die Initiative des damaligen Oberbürgermeisters Johann Miquel hin mit der Zielsetzung gegründet worden, dass die Stadt an der Hase endlich ein eigenes Museum bekäme.

„Wie sie sehen, sind Bürgerinitiativen nichts Neues“, betonte denn auch Bürgermeister Burkhard Jasper, der  darauf verwies, dass bürgerschaftliches Engagement schon damals, trotz enormer gesellschaftlicher Umbrüche, Früchte trug. Dann machte er die Bedeutung der Kultur für Bildung, Toleranz und Begegnung deutlich.

Abgesang auf "Blockbuster"-Ausstellungen

„Zurück in die Zukunft. Museen im Umbruch denken“ lautete Heeses Festvortrag. Nach einem historischen Abriss über die Aktivitäten des Museumsvereins, der den Bau des Kulturgeschichtlichen Museums wie auch des Felix-Nussbaum-Hauses engagiert begleitet hatte, landete Heese in der Gegenwart: „Die Zeit der ,Blockbuster', also der Ausstellungen, mit denen man die Menschen mithilfe populärer Leihgaben in Scharen ins Museum lockte, sind vorbei“, erklärte er. Stattdessen rückten die eigenen Sammlungen der Museen verstärkt in den Fokus. „Wir müssen eine echte, authentische Gegenwelt zu den virtuellen Universen bieten, die im Internet entstehen“, sagte Heese. Daher wünsche er sich für die Zukunft ein modernes, klimatisiertes Depotgebäude, in dem die Schätze des Museumsquartiers gut und sicher aufbewahrt würden. Es klang wie ein Fingerzeig in Richtung der Mitglieder des Museums- und Kunstvereins (MuK), sich künftig für diese „Utopie“ einzusetzen.

Dr. Ulrike Hamm. Foto: Gert Westdörp


420 Mitgliedschaften verzeichnet der MuK zurzeit. Die Vorsitzende des Vereins, Dr. Ulrike Hamm, appellierte an die Gäste der Jubiläumsveranstaltung und alle anderen Kunstinteressierten, die noch kein Mitglied sind, dem Verein beizutreten. Die Aktivitäten seien vielfältig. Eigene Ausstellungen, Kooperationen mit anderen Kulturinstitutionen, Fahrten zu ausgesuchten Ausstellungen und neuerdings auch die Verleihung des Kunstpreises Osnabrück organisiere der MuK, laut Hamm ohne öffentliche Förderung. „Wir machen das alles ehrenamtlich, weil uns Kunst und Kultur wichtig ist. Und weil der Ehrenbürger der Stadt, der ehemalige Oberbürgermeister Fip, einmal gesagt hat: ,Wer ehrenamtlich arbeitet, der lebt länger!'“


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