Geschäft geschlossen Vermieter stellt sich quer: Endgültiges Aus für Leder Rabe in Osnabrück

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Leder Rabe ist endgültig Geschichte. Foto: Jörn MartensLeder Rabe ist endgültig Geschichte. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Leder Rabe in der Großen Straße in Osnabrück ist endgültig geschlossen. Zwei Interessenten, die das Fachgeschäft übernehmen wollten, kommen nicht zum Zuge.

Das bestätigte Insolvenzverwalterin Barbara Teerling (Münster) am Montag auf Anfrage unserer Redaktion. Die "übertragende Sanierung" sei am Widerstand des Vermieters gescheitert, so die Rechtsanwältin. Das Geschäft wird abgewickelt. In den kommenden Wochen wird ein Auktionator die verbliebenen Waren versteigern.

Teerling äußerte ihr Bedauern über das Scheitern der Sanierung. Die Chancen wären gut gewesen, denn zwei Unternehmer aus der Branche hatten nach ihren Angaben sehr konkretes Interesse bekundet, das Lederwarengeschäft in zentraler Lage von Osnabrück weiterzuführen. Die Verhandlungen mit dem Vermieter seien aber gescheitert. "Der Eigentümer wollte nicht", sagte Teerling. 

Was wird aus dem Ladenlokal? Foto: Jörn Martens

Die Immobilie ist in Besitz einer Osnabrücker Grundstücksgesellschaft. Wie das Ladenlokal in der Deutsch-Passage in Zukunft genutzt wird, ist noch unbekannt.

Mitarbeiter haben neue Jobs

Als Stefanie und Holger Bulk, die Inhaber von Leder Rabe, im November 2018 Antrag auf Einleitung eines Insolvenzverfahrens stellten, schwang in aller Enttäuschung ein Funken Hoffnung mit, dass das Geschäft fortgeführt werden kann und die Jobs der zehn Mitarbeiter erhalten bleiben. Diese Hoffnung hat sich zerschlagen. "Es ist schade, es wäre schön gewesen, wenn ein Kollege das Geschäft hätte weiterführen können." Immerhin: Die Mitarbeiter haben nach seinen Worten inzwischen neue Jobs gefunden. 

Bulk macht ein Bündel von Faktoren für die Insolvenz verantwortlich. Der wachsende Onlinehandel, eine verfehlte Verkehrspolitik, die Expansion von "Platzhirsch" L+T und die hohen Mieten in der Großen Straße machten es kleineren, inhabergeführten Geschäften immer schwerer.

Hohe Mieten in der Toplage

Gerade das Thema Miete beschäftigt viele Geschäftsinhaber. In der Toplage der Großen Straße zwischen Neumarkt-Carrée und Nikolaiort werden Quadratmeterpreise um 110 Euro aufgerufen. Solche Preise könnten sich fast nur noch Filialisten leisten, sagen Experten. Dem gewerblichen Immobilienmarktbericht der IHK zufolge steigen die Mieten im Einzelhandel in unserer Region stärker als im bundesweiten Trend. In den vergangenen vier Jahren stiegen die Ladenmieten in der Stadt Osnabrück um 14 Prozent, im Bundesdurchschnitt blieben die Mieten weitgehend konstant. (Weiterlesen: Mieten für Einzelhändler in der Region Osnabrück ziehen stark an)


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