Tarifverhandlungen Angestellte an Osnabrücker Schulen streiken für mehr Geld

Lehrer, Schulerzieher und -therapeuten unter anderem der Montessori- und der Anne-Frank-Schule streikten am Montag auf dem Nikolaiort in Osnabrück. Foto: David EbenerLehrer, Schulerzieher und -therapeuten unter anderem der Montessori- und der Anne-Frank-Schule streikten am Montag auf dem Nikolaiort in Osnabrück. Foto: David Ebener 

Osnabrück. Angestellte Lehrer, Therapeuten und Erzieher haben am Montagvormittag auf dem Osnabrücker Nikolaiort für eine gerechtere Bezahlung demonstriert. Im Zuge des Streiks fiel an zwei Schulen in Osnabrück Unterricht aus.

Mehr als 50 Personen zogen um 11 Uhr ausgestattet mit Plakaten, Fahnen und Trillerpfeifen durch die Krahnstraße auf den Nikolaiort. Teilnehmer der Kundgebung waren Angestellte an Schulen, darunter Lehrer, Erzieher, Sonderpädagogen und Therapeuten. Aufgerufen zu dem Streik, der auch in anderen niedersächsischen Städten wie Braunschweig oder Oldenburg stattfand, hatte die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

Die Forderung der Streikenden: sechs Prozent mehr Lohn. Mindestens solle es 200 Euro mehr in allen Entgeltgruppen und -stufen geben. Für Auszubildende und Praktikanten werden 100 Euro mehr monatlich gefordert. Als Ungerechtigkeit bezeichnete Ulrike Schilling von Verdi, dass Angestellte des Landes und der Kommunen unterschiedlich bezahlt werden. "Das Land bezahlt seine Angestellten schlechter als die Kommunen es tun, obwohl es sich um die gleiche Arbeit handelt. Wir fordern eine Angleichung und somit mehr Gerechtigkeit." 

Foto: David Ebener

Der Streik hatte am Montag ganz konkrete Auswirkungen auf zwei Osnabrücker Schulen: An der Anne-Frank-Schule blieben sieben Klassen zu Hause. An der Montessori-Schule fiel für zehn Klassen der Unterricht aus. Im Vorfeld wurden die Eltern der betroffenen Kinder informiert. "Wir haben bei den Eltern eine große Solidarität festgestellt", sagte Schilling. Für Notfälle wurden an den Schulen Auffanggruppen eingerichtet. "Wir wollen niemanden im Regen stehen lassen", so Schilling weiter.

Diese Schulen beteiligten sich in unserer Region am Streik

  • Anne-Frank-Schule, Osnabrück
  • Montessori-Schule, Osnabrück
  • Wiehengebirgsschule, Melle
  • Hermann-Nohl-Schule, Osnabrück
  • Astrid-Lindgren-Schule, Bohmte
  • Maria-Montessori-Grundschule, Nordhorn
  • Wittekind-Realschule, Osnabrück
  • Vechtetal-Schule, Nordhorn

Hintergrund der Kundgebung in der Innenstadt war die laufende Verhandlungsrunde zum Tarifvertrag der Länder, die in den vergangenen Tagen ins Stocken geriet. Noch klafft zwischen den Vorstellungen der Arbeitgeber und der Gewerkschaften eine Lücke. Die Verhandlungspartner vertagten ihre Gespräche auf den 28. Februar. 

Foto: David Ebener


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