So funktioniert die Rufbereitschaft Sanitär-Notdienst in Osnabrück: Wenn die Heizung plötzlich ausfällt

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George Webber rückt an, wenn die Heizung ausfällt. Foto: André HavergoGeorge Webber rückt an, wenn die Heizung ausfällt. Foto: André Havergo

Osnabrück. Stromausfall, Rohrbruch, Probleme mit der Heizung – passiert immer wieder, ist aber im Winter besonders unangenehm. Wenn es soweit kommt, muss der Haustechniker des Vertrauens anrücken. Zur Not auch mal nachts oder am Wochenende. Unterwegs mit einem Elektroinstallateur in Osnabrück.

An diesem Freitag kann George Webber es ruhig angehen lassen: Nur zwei Termine stehen auf seinem Dienstplan. Wenn nichts dazwischen kommt, ist um 13 Uhr Feierabend. Was nicht zwangsläufig heißt, dass er sich dann bis Montag ausruhen kann. Der gelernte Elektroinstallateur arbeitet im Kundendienst der Osnabrücker Firma Aschemann & Koch. 

Notdienst alle vier Wochen

Alle vier bis fünf Wochen hat Webber Rufbereitschaft. Der 46-Jährige wechselt sich dabei mit einigen Kollegen ab. Ab 20 Uhr abends und am Wochenende muss er dann damit rechnen, dass sein Chef Dirk Barkhüser ihn anruft und zu einem Einsatz schickt. "Wir versuchen, viel telefonisch zu klären", sagt Webber. Bei einem Rohrbruch hilft alles nichts, dann muss er raus. Ein oder zweimal sei das dieses Jahr schon vorgekommen, schätzt er.

Ganz eingeschränkt sei man aber nicht: "Ich kann schon mal ins Schwimmbad oder in die Sauna gehen." Nur das Handy muss immer mit. Er bringt es so auf den Punkt:

"Eigentlich müsste man ein ganzes Wochenende nur warten, um dieses Gefühl der Bereitschaft nachzuempfinden."


Ein Knochenjob

Webber kommt rum. Er musste schon im Bordell arbeiten oder sich durch Messie-Wohnungen kämpfen. Und bleibt trotzdem diplomatisch: "Es ist nicht immer schön, was man sieht." Ein Job, der auf die Knochen geht. Im Kundendienst ist Webber seit 2005. Mit den meisten Kunden kommt er gut klar. Mit Thomas Gasthaus etwa. Der Architekt ist Stammkunde bei Aschemann & Koch. Seine Heizung macht seltsame Geräusche. Webber sieht sich die Sache mal an.

Gasthaus' Familie besitzt ein paar Immobilien. Er kennt die Sorgen eines Hausbesitzers und die Probleme im Verhältnis von Kunden und Handwerkern. "Das Einschätzen handwerklicher Leistung ist nicht mehr so wie früher vorhanden", meint Gasthaus. In Zeiten des Internets gibt es immer mehr Menschen, die glauben, alles besser zu wissen. Dabei sei "jedes Haus ein Unikat".

Viele Fortbildungen, wenige Azubis

Auch die Technik ändert sich. Webber hat laufend Fortbildungen, ohne Service-Anleitungen geht nichts mehr. Vom Trendthema Smart Home hält er nichts. Aus einem einfachen Grund:

"Je mehr Technik drin ist, desto öfter geht irgendwas kaputt. Und desto länger braucht man, bis der Fehler gefunden ist."

Wie überall im Handwerk schlägt der Fachkräftemangel voll durch. Es gebe immer weniger Bewerbungen auf Lehrstellen, erzählt Webber. Die Arbeit wird deswegen nicht weniger. Immer wieder müssen Termine spontan dazwischen geschoben werden. "Die Kunden werden demnächst noch mehr warten müssen", prognostiziert der Installateur. Aber keine drei Wochen, wie kürzlich die Mieter eines Mehrfamilienhauses in der Rehmstraße. "Dafür habe ich kein Verständnis", sagt Webber.

Bei Stammkunde Gasthaus ist Webber fürs Erste fertig. Beim nächsten Kunden steht nur eine Wartung an. Der Feierabend rückt näher. Und damit die nächste Rufbereitschaft.


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