Interview mit Kinderarzt Osnabrücker Umweltmediziner: Feinstaub-Grenzwert ist noch zu hoch

Dr. Thomas Lob-Corzilius, Kinder- und Jugendarzt i.R. mit den Fachgebieten Allergologie, Kinderpneumologie, Umweltmedizin. Foto: Jörn MartensDr. Thomas Lob-Corzilius, Kinder- und Jugendarzt i.R. mit den Fachgebieten Allergologie, Kinderpneumologie, Umweltmedizin. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Sind die Grenzwerte für Feinstaub und Stickstoffdioxid überzogen? Vorige Woche haben wir mit dem Osnabrücker Lungenarzt Hagen Vorwerk gesprochen, der die Grenzwerte skeptisch sieht und fordert, die Verhältnismäßigkeit zu wahren. Thomas Lob-Corzilius, Kinderarzt und Umweltmediziner aus Osnabrück, widerspricht seinem Kollegen energisch.

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Streit um Grenzwerte

Prof. Dr. DieterKöhler, ehemaliger Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie, hält die Grenzwerte für Feinstaub und Stickstoffdioxid für überzogen. Die wissenschaftlichen Daten seien „extrem einseitig interpretiert“ worden, „immer mit der Zielvorstellung, dass Feinstaub und NOx schädlich sein müssen“, schreibt Köhler in seiner Stellungnahme, die 132 Mediziner unterschrieben haben. Gefährlichere Faktoren wie Rauchen oder Alkohol würden nicht berücksichtigt. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie stellt sich dem entgegen und fordert noch strengere Grenzwerte. Die Weltgesundheitsorganisation WHO kommt ebenfalls zu dem Ergebnis, dass Stickoxide auch bei geringen Mengen krank machen können.

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