Letzte Lieder und Geschichten in Osnabrück Stiftungen unterstützen großes Hospiz-Projekt der Heilig-Kreuz-Gemeinde

Mit vereinten Kräften das Kunstprojekt „ ... und die Welt steht still ...“ nach Osnabrück gebracht: Die Stiftungsvertreter bei der offiziellen Übergabe der Spenden an Pfarrer Heiner Langewand (2. von links) im Gemeindehaus neben der Heilig-Kreuz-Kirche im Schinkel.  Foto: Jörn MartensMit vereinten Kräften das Kunstprojekt „ ... und die Welt steht still ...“ nach Osnabrück gebracht: Die Stiftungsvertreter bei der offiziellen Übergabe der Spenden an Pfarrer Heiner Langewand (2. von links) im Gemeindehaus neben der Heilig-Kreuz-Kirche im Schinkel. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Ein besonderes Ereignis in der Heilig-Kreuz-Kirche im Osnabrücker Stadtteil Schinkel wirft seine Schatten voraus: Vertreter sechs verschiedener Stiftungen übergaben jetzt im Gemeindehaus ihre Spenden für das Konzertprojekt „Letzte Lieder“.

Darin fügt der Künstler Stefan Weiller, der seit 2013 derartige Projekte initiiert, in einer bunten Collage aus Musik, Text, Licht und Video-Installationen Lebenslieder und Geschichten von insgesamt 17 Personen im Alter von 21 und 96 Jahren zusammen, die wissen, dass sie bald sterben müssen und ihre letzte Lebensphase im Hospiz verbringen. 

Auch in Osnabrück hat Weiller zwischen Februar und November 2018 mit vier Hospizgästen gesprochen, um den „Soundtrack“ ihres Lebens und die damit verbundenen Geschichten und Emotionen aufzunehmen. Denn Musik begleitet das Leben der meisten Menschen bis zum Schluss. Unter dem Titel „...und die Welt steht still...“ wird so ein musikalisches Vermächtnis entstehen, das den Beteiligten ermöglicht hat, aktiv an der Erarbeitung eines großen Kunstprojektes teilzuhaben. Neben der inhaltlichen Verknüpfung von individuell bedeutsamen Liedern und persönlichen Geschichten findet auf der organisatorischen Ebene aber auch eine Vernetzung zwischen Kirche und Hospiz statt. 

Rest geht ans Hospiz

Der „Steilpass“ aus Lingen, wo das Projekt schon einmal erfolgreich stattgefunden hat, wurde vom Kirchenvorstand und vom Rat der Katholischen Pfarrgemeinde Heilig Kreuz vor zwei Jahren „gern und schnell aufgenommen“, wie Pfarrer Heiner Langewand im Gemeindehaus berichtete, wo die sechs Stiftungsvertreter zur offiziellen Spendenübergabe eingeladen waren. Auch der Vorstand des Osnabrücker Hospizes sei als Kooperationspartner der veranstaltenden Kirchengemeinde „schnell überzeugt“ gewesen von dem „künstlerisch hochwertigen“ Projekt, ergänzte Jutta Echterhoff-Beeke.

Der Kirchenchor wird für die Aktion zu einem 50-köpfigen Projektchor erweitert, und bislang konnten unter anderem der bekannte Schauspieler Christoph Maria Herbst als Vorleser und der Osnabrücker Tenor Max Ciolek als Solist gewonnen werden. Bis dato konnten 30 000 Euro Spendengelder für das Projekt akquiriert werden, wobei es noch nicht klar sei, was davon alles finanziert werden muss, da einige Akteure auch auf ihre Gage verzichten wollen, wie Bernhard Bruns als Vertreter des Finanzausschusses der Gemeinde berichtete. Fest stehe allerdings, dass alles, was übrig bleibt, „komplett an das Hospiz weitergegeben“ wird. 

Bislang 30 000 Euro gesammelt

Neben Unternehmen und Privatpersonen beteiligt sich die Stiftung der Sparkasse Osnabrück mit 5000 Euro an der Finanzierung, die Stiftung Osnabrücker Club steuert 2000 Euro bei, die kleine Stiftung "Caritas Christi urget" und die Caritas-Gemeinschaftsstiftung Osnabrück jeweils 1000 Euro. In letztere ist der 2008 gegründete und vor zwei Jahren aufgelöste Verein „Leben im Alter in Osnabrück“ aufgegangen, deren ehemalige Vorsitzende Christel Menke ihre Zufriedenheit darüber äußerte, dass die Gelder nun in ein Projekt fließen, das „die letzte Lebensphase in den Blick“ nehme.

Carmen Breuckmann-Giertz von der Hospiz-Stiftung Niedersachsen hob den „künstlerischen Zugang“ hervor, mit dem für das Thema Tod und Sterben sensibilisiert werde. Eingebettet wird der Lieder- und Geschichtenabend, der zwei Wochen vor dem Osterfest am Sonntag, 7. April, stattfinden wird, in eine Reihe von weiteren, kleineren Veranstaltungen zur „geistlichen Fastenzeit 2019“, darunter vier Vortrags- und Gesprächsabende sowie eine Ausstellung zum „Letzte Lieder“-Projekt, die vom 10. Bis zum 22. April in der Kapelle der Heilig-Kreuz-Kirche zu sehen sein wird.


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