Stiftung Stahlwerk fördert Botanischer Garten der Uni Osnabrück stellt am Eingang Hingucker auf

Foto: Gert WestdörpFoto: Gert Westdörp

Osnabrück. Als „lebendige Fossilien“ existieren manche Pflanzenarten bereits seit mehr als 60 Millionen Jahren. Dieses faszinierende Naturphänomen soll künftig den Eingangsbereich des Botanischen Gartens der Osnabrücker Universität prägen: Verschiedene Erdzeitalter werden dort schon bald durch eine Kombination aus lebenden Pflanzen und dazu passenden Fossilien präsentiert-

Vor den Mammut- und Ginkgobäumen am Eingang gibt es bereits einen kleinen Vorgeschmack auf das, was kommen soll: in einem Kasten werden zwei Brocken Kalkmergelgestein präsentiert. Im Laufe des Jahres sollen weitere und größere Gesteinsblöcke aus der Umgebung hinzukommen, unter anderem Exemplare aus dem Steinbruch am Piesberg. Sie stammen aus dem Karbonzeitalter und sind 300 Millionen Jahre alt.  

Insgesamt acht Schaukästen mit Findlingen aus unterschiedlichen geologischen Epochen und Informationstafeln sollen errichtet werden. Das ist kein ganz leichtes Unterfangen: Einige der Gesteine sind bis zu zwei Meter hoch und 1,5 Tonnen schwer.

Dank an Förderer

Die Stiftung Stahlwerk Georgsmarienhütte unterstützt das Projekt „Wenn Steine erzählen könnten“ mit 13.600 Euro. Vorstandsmitglied Beate-Maria Zimmermann verschaffte sich jetzt vor Ort einen ersten Eindruck. „Die Entscheidung zur Förderung ist schnell gefallen“, betonte sie. 2009 wurde bereits die „Grüne Schule im Botanischen Garten“, die unter anderem Führungen anbietet, von der Stiftung gefördert.

„Ohne die finanzielle Unterstützung wäre das Projekt nicht möglich gewesen“, betonte der wissenschaftliche Leiter des Botanischen Gartens, Nikolai Friesen. Am Gesamtkonzept „Botanik trifft Geologie“ sind neben der Stiftung auch der Freundeskreis Botanischer Garten und die Universität Osnabrück beteiligt.

Die Leiterin der Grünen Schule, Claudia Grabowski-Hüsing, hofft, durch die Findlinge weiteres Interesse an Botanik und Geologie in der Öffentlichkeit zu wecken – insbesondere bei Kindern und Jugendlichen.

Botanik und Geologie treffen aufeinander

Mit dem Projekt soll auch die enge Verbindung von Botanik und Geologie in Osnabrück unterstrichen werden. Dafür stehe auch die besondere Lage des Gartens, der in zwei benachbarten Muschelkalk-Steinbrüchen eingerichtet wurde – ein „Alleinstellungsmerkmal“, wie Zimmermann anmerkte. Die Direktorin des Gartens, Sabine Zachgo, wies darüber hinaus auf die weltweite Pflanzenvielfalt hin. Zusammen mit den Findlingen soll bald besser veranschaulicht werden, „welche Vegetation in welcher Zeit war“, so Friesen. Mit der Fertigstellung ist im Sommer zu rechnen.


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