Prozess vor dem Landgericht Quartett soll Kiosk in der Osnabrücker Weststadt überfallen haben

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Osnabrück. Im vergangenen Jahr ist ein Kiosk an der Augustenburger Straße im Stadtteil Weststadt überfallen worden. Die Tat begangen haben sollen drei Männer und eine Frau, die sich jetzt dafür vor dem Landgericht Osnabrück verantworten müssen.

„Überfall, Kasse auf, Geld her“ – die Ansage des Hauptangeklagten war nach Schilderung des Oberstaatsanwalts unmissverständlich. Am 13. April 2018 betrat der heute 22-Jährige den Kiosk, in seiner Hand ein Messer. Dass er diese Waffe auch einzusetzen bereit war, wurde laut Anklageschrift deutlich, als die Angestellte des kleinen Ladengeschäfts versuchte, den Notfallknopf unter dem Ladentresen zu drücken: Der Angeklagte versuchte daraufhin, auf sie einzustechen, verfehlte sie aber knapp.

Vier Verhandlungstage hat die Große Strafkammer für das Verfahren wegen besonders schweren Raubes angesetzt. Neben dem 22-Jährigen, der keinen festen Wohnsitz hat, sind eine heute 23-jährige Frau aus Osnabrück sowie zwei weitere Männer aus Wallenhorst und Osnabrück angeklagt, einer 20 und einer 23 Jahre alt.

Maskierung und Messer mitgenommen

Sie alle haben den Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft zufolge am Tattag gemeinsam den Entschluss gefasst, den Überfall zu begehen, um auf diese Weise an Geld zu kommen. Um sich auf die Tat vorzubereiten, habe der 22-Jährige, der seit Juli 2018 in Untersuchungshaft sitzt, Mütze, Schal und Sonnenbrille zum Maskieren sowie das 32 Zentimeter lange Küchenmesser eingepackt. Auch von dieser Bewaffnung hätten alle Angeklagten gewusst.

Die angeklagte Frau habe die drei Mittäter gemeinsam bis in eine Nebenstraße gefahren und dort mit dem 20-Jährigen im Auto gewartet. Um 21.49 hätten der 22- und der 23-Jährige den Kiosk betreten und den Überfall begangen. Mit der geraubten Kasse seien sie anschließend zum Fluchtwagen zurückgekehrt, und das Quartett sei gemeinsam zum Heger Friedhof gefahren. Einer der Angeklagten habe dort die verschlossene Kasse „geknackt“. Anschließend hätten die Angeklagten ihre Beute, 950 Euro in bar, unter sich aufgeteilt.

Am ersten Verhandlungstag wurde lediglich die Anklageschrift verlesen. Das Verfahren wird in dieser Woche fortgesetzt. Dann bekommen die Angeklagten die Gelegenheit, sich zu den Vorwürfen zu äußern.


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