Warten auf die neue Turnhalle Ist der Neubau in Lüstringen im April 2020 fertig?

Vor dem Abriss: Die Turnhalle an der Waldschule soll durch einen größeren Neubau ersetzt werden. Dass die Adresse „Am Hallenbad“ lautet, ist ein Hinweis auf die Geschichte des Gebäudes. Foto: Michael GründelVor dem Abriss: Die Turnhalle an der Waldschule soll durch einen größeren Neubau ersetzt werden. Dass die Adresse „Am Hallenbad“ lautet, ist ein Hinweis auf die Geschichte des Gebäudes. Foto: Michael Gründel

Osnabrück Die Aussicht auf eine neue Turnhalle, Gefahren auf dem Stadtweg und auf der Mindener Straße: Das Bürgerforum für Darum/Gretesch/Lüstringen diskutierte über Pläne für ihren Stadtteil.

Die Adresse ist seit Jahren irreführend: „Am Hallenbad“ heißt die Straße, an der sich die Lüstringer Bergschule und die Waldschule befinden – und das Gebäude, in dem sich seit knapp 20 Jahren kein Schwimmbecken mehr befindet. 2000 wurde es zur Turnhalle umgebaut. Doch auch das Turnen ist dort nicht mehr möglich. Seit eineinhalb Jahren ist das Gebäude gesperrt. Wie geht es dort weiter? Das wollten die Anwohnerinnen Jutta Stockmann und Martina Jandeck wissen.

Wegen Einsturzgefahr geschlossen

Wie Dirk König vom Eigenbetrieb „Immobilien und Gebäudemanagement“ berichtete, hatte die Stadt die Turnhalle im August 2017 geschlossen, weil sie einsturzgefährdet sei. Ende vergangenen Jahres wurden unter anderem drei große Eichen gefällt, um Platz für einen Neubau zu schaffen. Derzeit würden die Arbeiten für den Abbruch ausgeschrieben. In den Osterferien soll die Halle dann abgerissen werden. Es seien „geringe Mengen“ an „fest gebundenen“ Schadstoffen gefunden worden, die vor dem Abriss von einem Fachunternehmen entsorgt würden.

Mehr Platz und eine Tribüne im Neubau

Das neue Gebäude soll größer werden als das bestehende. Von der künftigen Zweifeldhalle mit Tribüne sollen außer den beiden Schulen auch die Vereine des Stadtteils profitieren. Für die Bäume, die weichen mussten, werde später ein Ausgleich geschaffen, sobald der Neubau steht, kündigte König an. Oberbürgermeister Wolfgang Griesert schätzte die Baukosten vorsichtig auf etwa vier Millionen Euro, gab aber zu bedenken, dass „die Preise steigen“. Griesert rechnet damit, dass der Neubau im April 2020 fertig sein wird.

Der Stadtweg wird saniert – aber wann?

Die Bezeichnung Stadtweg mutet zwar eher idyllisch an, doch bereits im vergangenen Bürgerforum hatten Anwohner von einer „Rennstrecke“ auf dem Abschnitt zwischen der Mindener Straße und dem Schledehauser Weg gesprochen und außerdem den desolaten Zustand der Fahrbahn bemängelt.

Die Situation ist offenbar unverändert. Der Anwohner Gerd Oberschelp berichtete, dass viele Autofahrer nach wie vor schneller als die erlaubten 30 Stundenkilometer fahren und die Gehwege zum Ausweichen oder zum Parken nutzen. Martina Jandeck sieht vor allem Gefahren für schwächere Verkehrsteilnehmer. Es müsse dringend etwas geschehen.

Alexander Bardenberg vom Fachbereich Städtebau berichtete, dass der Stadtweg auf ganzer Länge saniert werden soll – mit Aufpflasterungen auf den Kreuzungen zur Ziegeleistraße und zum Felsenweg. Eigentlich sollte das bereits 2019 geschehen, aber dann habe sich herausgestellt, dass die Stadtwerke 2021 die Gas- und Wasserleitungen zwischen dem Schledehauser Weg und der Straße Am Krähenhügel erneuern wollen. Daher könne die Deckensanierung noch nicht genau geplant werden. Und: „Es ist offen, ob 2019 noch etwas passiert.“

Um zu verhindern, dass Autofahrer auf den Gehwegen fahren, brachte der Fachbereich Städtebau die Möglichkeit zum versetzten Parken ins Spiel. Bardenberg berichtete, dass die Verkehrswacht auf Höhe des Lorenweges und des Meyerhofweges ein mobiles Dialogdisplay aufstellen wird, die Autofahrern – je nachdem – ein „Langsam“ oder ein „Danke“ entgegenstrahlen. Für eine stationäre Geschwindigkeitskontrolle sei es entlang des Stadtweges zu eng.

Schnelle Autos, langsame Passanten

Erika Folkens und andere Anwohner möchten als Fußgänger sicherer die Mindener Straße im Bereich „Auf dem Winkel“ überqueren. Die bestehende Querungshilfe reicht ihnen nicht. Was tun? Bardenberg erläuterte, dass sich für einen Zebrastreifen aus Richtung Seniorenheim zu den Geschäften auf der anderen Straßenseite nicht genügend Fußgänger verkehren.

Die Stadt hatte an einem Nachmittag im vergangenen Jahr 17 Passanten gezählt. Kein Wunder, meinte eine Anwohnerin: „Viele überqueren die Straße dort nicht, weil sie Angst haben.“ Oberbürgermeister Wolfgang Griesert sieht mit Sorge, dass 85 Prozent der 10.500 Autos, die dort täglich auf der Mindener Straße unterwegs sind, bis zu 57 Stundenkilometer schnell fahren.

„Radverkehrsanlage“ für die Mindener Straße?

Martina Jandeck wünscht sich eine bessere Fahrradanbindung von Lüstringen in die Innenstadt. Der Haseuferweg sei zwar „für Sonntagsradtouren“ geeignet, aber nicht für einen „Wandel in der Mobilität“. Der Oberbürgermeister widersprach ihr nicht: Der Haseuferweg sei als Veloroute definiert, Hauptroute sei die Mindener Straße. Und die soll beim geplanten Umbau eine „Radverkehrsanlage“ erhalten: „Im Haushalt 2019 sind erste Mittel für die Planung eingestellt.“


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