Keine Regressansprüche Abbau der Berliner Kissen in Osnabrück hat begonnen

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Demontage der Berliner Kissen in der Gluckstraße.  Foto: Jörn MartensDemontage der Berliner Kissen in der Gluckstraße. Foto: Jörn Martens 

Osnabrück. Zwei Baukolonnen haben am Donnerstagvormittag begonnen, die Berliner Kissen von der Gluckstraße in Osnabrück zu entfernen. Anwohnerin Michaela Rittmann schaute den Bauarbeitern zufrieden zu, während Stadtvorstand Thomas Fillep vor Ort Fragen nach möglichen Regressansprüchen gegen die Lieferfirma beantwortete.

Der Abbau der Verkehrsschwellen ist nicht so einfach. Die Schrauben lassen sich rasch lösen, aber der Kleber haftet hartnäckig am Asphalt und muss mit Feuer und Eisen mühsam abgekratzt werden. Gut sechs Stunden brauchen die zwei Mitarbeiter der Tiefbaufirma Clausing, um ein Doppelelement zu entfernen. Neun Doppelelemente sind es insgesamt auf der Gluckstraße/Händelstraße. Zwei Trupps sind im Einsatz, so dass es ein paar Tage dauert wird, bis die umstrittenen Verkehrshindernisse verschwunden sind.

Der Verwaltungsausschuss hatte vor zwei Wochen entschieden, die erst im Herbst installieren Schwellen auf den Zufahrtsstraßen zum Klinikum wieder zu beseitigen. Die Rettungsdienste hatten Probleme damit, weil Patienten unter den Erschütterungen litten. Aber auch Anwohner fanden nicht wirklich Gefallen daran: "Meine Tochter wird morgens vom Lärm wach", sagte Michaela Rittmann, die mit ihrer Familie seit 2009 an der Gluckstraße lebt. Sie findet es gut, dass die Kissen abgebaut werden, möchte aber auf Verkehrsberuhigung  nicht verzichten. "Am liebsten eine Schranke", sagte sie. "Oder eine Einbahnstraße." Auf jeden Fall müsse die Stadt etwas tun, um die Verkehrsbelastung auf der heimlichen Westumgehung zu senken. 

Foto: Jörn Martens

Etwa 70.000 Euro haben die neun Doppelelemente gekostet, die jetzt eingelagert werden. Die Kosten des Rückbaus werden "zwischen zehn- und zwanzigtausend Euro" liegen, wie Finanzchef Thomas Fillep sagte.

Foto: Jörn Martens

Die Lieferfirma werde dafür nicht in Regress genommen werden können, so Fillep weiter. Das habe eine Prüfung durch das Rechtsamt der Stadt ergeben. Die Firma Moravia habe demnach keine falschen Produkte geliefert. Die Kissen entsprächen in Bezeichnung und Charakteristik den ursprünglich bestellten. 

Foto: Jörn Martens

Die Stadt hatte 2017 die Schwellen von vier verschiedenen Herstellern getestet. Die Wahl fiel auf das Produkt der Firma Moravia aus Wiesbaden. Diese Kissen wurden auf der Mozartstraße aufgebracht. Moravia stellte 2018 die Produktion ein und bezog ihre Berliner Kissen ab dann aus Polen. Das Material der neuen Kissen-Generation ist härter und widerstandsfähiger, schüttelt die Autoinsassen beim Überfahren aber auch mehr durch und erzeugt nach Meinung vieler Anwohner mehr Lärm. 

Foto: Jörn Martens


Die Stadt hat angekündigt, möglichst bald den Runden Tisch Westerberg einzuberufen, um über die Verkehrsberuhigung auf der Gluckstraße zu beraten. Der Runde Tisch hatte sich in einem intensiven Beteiligungsprozess für den Einbau der Berliner Kissen auf den Routen Mozartstraße/Gluckstraße und Albrechtstraße/Caprivistraße ausgesprochen. 


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