Fachtag am 9. Februar Palliativversorgung durch Pflegenotstand in und um Osnabrück bedroht?

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Wer todkrank ist und zu Hause sterben möchte, kann die Leistungen der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung in Anspruch nehmen. Aber zusätzlich bedarf es meist noch eines weiteren Pflegedienstes – und da kommt der Fachkräftemangel zum Tragen. Foto: Archiv/Gert WestdörpWer todkrank ist und zu Hause sterben möchte, kann die Leistungen der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung in Anspruch nehmen. Aber zusätzlich bedarf es meist noch eines weiteren Pflegedienstes – und da kommt der Fachkräftemangel zum Tragen. Foto: Archiv/Gert Westdörp

Osnabrück. Der Fachkräftemangel in der Pflege macht den Akteuren im Bereich der Versorgung Sterbender zunehmend Sorgen. Der Hospiz- und Pflegestützpunkt Osnabrück lädt daher anlässlich seines zehnjährigen Bestehens ein zu einem Fachtag am 9. Februar von 10 bis 13 Uhr im Kreishaus am Schölerberg.

Die meisten Menschen wollen zu Hause sterben. Damit sie dort ebenso gut versorgt sind wie im  Krankenhaus oder Hospiz, gibt es in und um Osnabrück eine spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV), ein Netzwerk aus Ärzten und spezialisierten Pflegekräften, die 24 Stunden täglich erreichbar sind. Diese Versorgung klappe nach wie vor gut, sagt Sabine Weber, Vorsitzende des Hospiz- und Palliativstützpunktes Osnabrück (HPSOS). "Aber sie deckt nicht den Grundbedarf an Pflege." 

(Lesen Sie auch die Reportage:  Niemand muss in Osnabrück alleine sterben) 

Mühsame Suche nach Pflegedienst

In der Pflege Sterbender sei meist neben der palliativen auch eine grundpflegerische Versorgung nötig – und hier wird es für die Betroffenen zunehmend schwieriger, an einen Pflegedienst zu kommen. Belastbare Zahlen für die Region Osnabrück gebe es nicht, so Weber. Aber sie und ihre Kollegen erhalten häufiger Anrufe von Betroffenen, die nach diversen Anrufen bei verschiedenen Pflegediensten immer noch nicht fündig geworden sind: Die Suche wird mühsamer. Sabine Weber betont: 

"Es ist ein flächendeckendes Problem."

Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung referiert

Das Motto der Fachtagung am Samstag, 9. Februar, lautet: "Zehn Jahre HPSOS – Was wir brauchen". Als Referent zum Thema "Zukünftige Sicherstellung der SAPV-Versorgung" angekündigt ist Staatssekretär Andreas Westerfellhaus, Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung.  

Der Klinikclown und Kulturreferent der Uniklinik Münster, Christian Heeck wird nach einer Kaffeepause außerdem etwas über Humor in der Sterbebegleitung berichten. 

Die Veranstalter des Fachtages bitten um Anmeldung bis 2. Februar per E-Mail an lahrmann@osnabruecker-hospiz.de. Einlass ist bereits ab 9.45 Uhr. Besucher können sich vor Beginn der Vorträge an Informationstischen umsehen. 


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