Heute weitere Versammlung Osnabrücker Haus ohne Strom: Versicherung zahlt nicht

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Noch breitet sich Finsternis über dem Haus Rehmstraße 121 aus. Vielleicht ergibt sich bei der heutigen Eigentümerversammlung eine neue Lage. Foto: Michael GründelNoch breitet sich Finsternis über dem Haus Rehmstraße 121 aus. Vielleicht ergibt sich bei der heutigen Eigentümerversammlung eine neue Lage. Foto: Michael Gründel 

Osnabrück. Das Schicksal der Bewohner, die in ihrem Mehrfamilienhaus im Stadtteil Wüste seit mehr als zwei Wochen von der Stromversorgung abgeschnitten sind, bewegt und empört viele Menschen – weit über Osnabrück hinaus. Nun gibt es eine neue Entwicklung.

Das Gutachten, auf das die Eigentümergemeinschaft in ihrer bislang letzten Versammlung am 24. Januar 2019 zu warten beschlossen hatte, liegt offenbar mittlerweile vor: Ein Aushang der Hausverwaltung ECD informiert die Bewohner des 40-Parteien-Hauses, dass sich die zuständige Versicherung weigere, für die Kosten aufzukommen.

Foto: Michael Gründel

Versicherung will nicht zahlen

Wie berichtet, hatte am 16. Januar ein Wasserschaden im Keller die Hauselektronik außer Gefecht gesetzt. Die Stromversorgung der Wohnungen ist seitdem unterbrochen. Die Hausbewohner sitzen im Dunkeln und ihre Heizungen funktionieren nicht. Sie sind sichtlich verzweifelt:

Hieß es erst, dass möglicherweise ein Rohrbruch für die Überschwemmung gesorgt hatte, gehen nun unter den Mietern Gerüchte um, dass das Wasser von außen eingesickert sei. Deshalb lehne die Versicherung auch die Übernahme der Kosten ab.

Für die Mieter wäre das eine denkbar schlechte Nachricht. Denn wenn die zahlreichen Eigentümer der Wohnungen die Reparatur vollständig selbst stemmen müssten, könnte das ihre Entscheidungsfindung weiter erschweren – zum Leidwesen der Hausbewohner.

Schnellere Lösung in Sicht?

Ursprünglich hatte die ECD eine neue Eigentümerversammlung für den kommenden Montag, 4. Februar 2019, anberaumt. Bewohnerin Daniela Gallien sagte nun unserer Redaktion, dass einige Eigentümer auf eine schnellere Lösung gedrängt hätten. Daraufhin sei die Versammlung auf heute Abend, 16 Uhr, vorgezogen worden. Offenbar hat die umfangreiche Medienberichterstattung der vergangenen Tage – neben unserer Redaktion berichteten auch mehrere Fernseh- und Radiosender – den Druck auf die Eigentümer erhöht. Die meisten Wohnungen in der Rehmstraße 121 sind vermietet; einige wenige Eigentümer wohnen auch selbst im Haus.

Versammlung muss beschlussfähig sein

Gallien hofft nun, dass sie und ihre Leidensgenossen nicht mehr lange im Kalten und Dunklen sitzen müssen. Sie selbst behilft sich mit Kerzen, wenn es dunkel wird.

Foto: Michael Gründel

Aufgrund der komplizierten Besitzverhältnisse gestaltet sich der Kontakt der Mieter zu ihren jeweiligen Vermietern unterschiedlich, von denen viele gar nicht in Osnabrück leben. Einige verhalten sich den Berichten der Mieter zufolge sehr kooperativ, während andere mauern oder auf Versuche, Kontakt aufzunehmen, überhaupt nicht reagieren.

Eine Eigentümerversammlung ist laut Wohnungseigentumsgesetz zwar nur beschlussfähig, wenn „die erschienenen stimmberechtigten Wohnungseigentümer mehr als die Hälfte der Miteigentumsanteile vertreten“. Der Verwalter könnte aber anschließend eine weitere Versammlung zum selben Gegenstand einberufen, die ohne Rücksicht auf die oben genannten Bedingungen beschlussfähig ist, wenn darauf in der Einladung ausdrücklich hingewiesen wird. Ob das im Fall Rehmstraße 121 geschehen ist, war zunächst nicht in Erfahrung zu bringen.


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