Das Pulsieren moderner Kunst Neue Ausstellung in der Galerie Kunstgenuss

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Ausstellungseröffnung Galerie KunstGenuss: Konkret - Konstruktiv - Op Art. Eine Besucherin betrachtet Bilder von Richard Paul Lohse. Foto: Gert WestdörpAusstellungseröffnung Galerie KunstGenuss: Konkret - Konstruktiv - Op Art. Eine Besucherin betrachtet Bilder von Richard Paul Lohse. Foto: Gert Westdörp

Osnabrück. „konkret – konstruktiv – op art“ lautet der Titel einer Ausstellung in der Osnabrücker Galerie Kunstgenuss. Sie bietet einen vielschichtigen Einblick in eine Kunstrichtung, die auf geometrische Formen, berechnete Farbzusammenstellungen und irritierende Bildaufbauten setzt.

Dem „inneren Pulsieren“ eines Kunstwerks kann der Besucher der Galerie Kunstgenuss auf die Spur kommen. Das, was der Maler und Kunsttheoretiker Wassily Kandinsky 1926 in seinem Bauhaus-Buch „Punkt und Linie zu Fläche“ über das Wesen der Urelemente der Malerei und ihre Wirkung schrieb, haben nach ihm viele Künstler praktisch erforscht. Konkrete Kunst, Konstruktivismus und Op-Art gehören zu den Stilrichtungen, die komplett auf die Verwendung gegenständlicher Motive verzichten. Stattdessen setzten fortan viele Künstler auf geometrische Formen, berechnete Farbzusammenstellungen und Bildaufbauten, die zu irritierenden optischen Effekten führen.

Lohse konterkariert

Richard Paul Lohse gehörte zu den Hauptvertretern der konkreten und konstruktiven Kunst. Vier Serigraphien des Schweizer Künstlers präsentiert die Verkaufsausstellung in der Liebigstraße. Unter anderem sind zwei Arbeiten zu sehen, in denen Lohse kleine Quadrate aus dem gesamten Farbspektrum so anordnet, dass entweder eine horizontale oder eine vertikale Raumwirkung entsteht. Lohses Bilder werden von einem Künstler konterkariert, der seine geometrischen Modulationen als nicht „rational fassbar“ bezeichnete: Horst Scheffler.

Der Op-Art zuzuordnen ist der französische Maler Victor Vasarely. Eine großformatige Lithographie sowie eine kleinere Serigraphie zeugen in der Ausstellung davon, wie er optische Phänomene einsetzte, um mit einem reduzierten, geometrischen Formenvokabular frappierende, dreidimensionale Effekte zu erzielen.

Lithografie von Victor Vasarely. Foto: Gert Westdörp


Künstler schaffen Firmenlogos

Vasarely war übrigens einer der breit aufgestellten Künstler, die sich auch als Grafiker einen Namen machen konnte. So gestaltete er das Logo des französischen Automobilherstellers Renault sowie das Emblem der Olympischen Spiele 1972 in München. Daher befinden sich Werke von Gunter Fruhtrunk und Anton Stankowski hier in guter Gesellschaft: Der eine kreierte das Logo des Discounters Aldi, der andere schuf das Logo der Deutschen Bank.

Kunst aus Osnabrück

Neben weiteren Vertretern der Konkreten Kunst, des Konstruktivismus und der Op-Art zeigt Galerist Wolfgang Knaup aktuelle Kunst aus Osnabrück. Zu entdecken sind Objekte und Holzschnitte von Merle Lembeck, eine „Enigma“ mit seriellem Charakter von Hiltrud Schäfer und vier Originale von Birgit Kannengießer, derzeitig Preisträgerin des Kunstpreises Osnabrück. 

Bilder von Birgit Kannengießer. Foto: Gert Westdörp


Mit zwei großformatigen Monotypien entwickelt Kannengießer eine dynamische, tunnelartige Raumwirkung, indem sie minimalistische Kreise durch Druck von einem Farbträger auf einen anderen überträgt.

100 Jahre Bauhaus

Gerade zum 100-jährigen Jubiläum des Bauhauses ermöglicht die Ausstellung einen erhellenden Blick auf die Entwicklung einer modernen Kunstrichtung. Außerdem bietet sie die Möglichkeit, sich mit der Arbeit Richard Paul Lohse vertraut zu machen, dessen Tochter anlässlich der Gründung der „Treuhandstiftung kunst.konkret.konstruktiv“ kürzlich in Osnabrück zu Gast war. Johanna Lohse James ist die Präsidentin der Richard Paul Lohse-Stiftung in Zürich. Als Zeitzeugin, deren Vater den Osnabrücker Konstruktivisten Friedrich Vordemberge-Gildewart kannte, hatte sie über Bauhaus, De Stijl und die Werke des russischen Avantgardisten El Lissitzky referiert.


Ausstellung Termine

Galerie KunstGenuss (Liebigstraße 29): „konkret – konstruktiv – op art“. Malerei, Objekte, Grafik. 31. Januar (Eröffnung um 19 Uhr) bis 29. März, Do. 14-19 Uhr, So. 14-18 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung unter 0170 – 83 50 320

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