Bilanz 2018 Krise der Nord/LB drückt auf die Bilanz der Sparkasse Osnabrück

Der Vorstand der Sparkasse Osnabrück (von links): André Schüller, Johannes Hartig und Nancy Plaßmann. Foto: Wulf Padecken/SparkasseDer Vorstand der Sparkasse Osnabrück (von links): André Schüller, Johannes Hartig und Nancy Plaßmann. Foto: Wulf Padecken/Sparkasse

Osnabrück. Wenn der Sparkassen-Vorstand sagt, er sei "alles in allem zufrieden" mit dem Geschäftsverlauf 2018, heißt das übersetzt: Das Ergebnis wäre deutlich besser, wenn die europäische Zinspolitik und die Krise der Nord/LB nicht gewesen wären.

Mit einem Jahresüberschuss von 5,6 Millionen Euro bleibt die Sparkasse Osnabrück um 400.000 Euro unter den Ergebnissen der Vorjahre. Der Überschuss bleibt im Hause zur Stärkung des Eigenkapitals. Auch das  Betriebsergebnis (vor Risikobewertung, Zinsen und Steuern) liegt mit 50,9 Millionen Euro um 1,6 Millionen Euro unter dem von 2017. Vorstandssprecher Johannes Hartig führte das beim Bilanzpressegespräch auf die "anhaltenden Belastungen aus der Niedrig- und Negativzinspoltik der europäischen Zentralbank" zurück. Den Sparkassen bleibt im Anlagengeschäft dadurch kaum noch eine Zinsmarge.

Krise der Nord/LB kostet Geld

Auch die bedrohliche Krise der Nord/LB belastet die Sparkasse Osnabrück. Die Beteiligung der 42 niedersächsischen Institute hatte einmal einen Buchwert von 1,1 Milliarden Euro – wegen der Schieflage der Landesbank mussten die Häuser den Wert komplett abschreiben. Für die Sparkasse Osnabrück bedeutete das eine Wertberichtigung von 23 Millionen Euro.

Mehr Einlagen, mehr Kredite

Dennoch: "Unser Geschäftsmodell, regionale Kundeneinlagen als Kundenkredite in der Region zu investieren, funktioniert voll und ganz und schafft Wohlstand in unserer Region", bekräftigte Hartig. Zwei Zahlen bestätigen das: Die Kundeneinlagen wuchsen um 4,7 Prozent auf den Höchstwert von 5,36 Milliarden Euro, der Kreditbestand stieg um 5,6 Prozent auf 5,41 Milliarden. Im vergangenen Jahr vergab die Sparkasse neue Darlehen im Umfang von 1,2 Milliarden Euro – "ein absoluter Spitzenwert", wie Hartig betonte.

Es wird weiter gebaut und gebaut

Die Nachfrage nach privaten Baufinanzierungen zog 2018 weiter an. "Ein besonders erfolgreiches Produkt waren die Darlehen mit 20- und 25-jähriger Laufzeit", sagte Nancy Plaßmann, seit Oktober im Vorstand für das Privatkundengeschäft zuständig. Nach ihrer Einschätzung ist das historische Zinstal durchschritten. Wer sich mit dem Gedanken trage, ein Haus zu bauen oder zu kaufen, "sollte in nächster Zeit aktiv werden", so Plaßmann. 

240 Millionen Euro an neuen Krediten stellte die Sparkasse 2018 Bauherren zur Verfügung. Die Immobilienvermittlung laufe weiter "großartig gut", sagte Plaßmann. 320 Immobilien vermittelte die Sparkasse im vergangenen Jahr und ist damit nach einigen Angaben größter Makler in der Region. 

Firmen in der Region verdienen richtig gut

Im Firmenkundengeschäft spiegelt sich die große Dynamik in der Wirtschaftsregion Osnabrück, wie André Schüller berichtete, der im Oktober als Nachfolger von Thomas Salz in den Vorstand aufgerückt ist. "Die Unternehmen sind gut aufgestellt, sie verdienen gutes Geld", sagte Schüller. Und sie investieren: Die Sparkasse vergab 2018 neue Investitionskredite im Umfang von 812 Millionen Euro. Das sind rund 50 Millionen Euro weniger als im Vorjahr. Der Grund: Die Unternehmen verdienen so gut, dass sie  Investitionen zum Teil aus dem laufenden Geschäft finanzieren können.

Neue Filialen mit Wohnungen

Investiert hat auch die Sparkasse selbst: 1,5 Millionen Euro flossen in die energetische Sanierung der Hauptstelle, für 770.000 Euro wurde die Filiale Ostercappeln erneuert. Am Sedanplatz in Osnabrück baut die Sparkasse zurzeit eine neue Filiale mit 43 Studentenwohnungen in den oberen Stockwerken. Am Standort Harderberg ist der Bau eines Mehrfamilienhauses für 2,1 Millionen Euro geplant. Dort sollen 13 Wohneinheiten entstehen.

Kontaktloses Bezahlen 

Weiter vorantreiben will die Sparkasse die Digitalisierung. Die Sparkassen-App werde "sehr gut angenommen", berichtete Nancy Plaßmann. Mit der App können Kunden alle Konten und Depots steuern, auch Konten bei anderen Banken. Ausbaufähig sei das kontaktlose Bezahlen per Giro-Card oder Handy. Etwa 20 Prozent der Kartenzahlungen werden zurzeit kontaktlos ausgeführt. In einigen Parkhäusern in Osnabrück, im Rosenhof und beim VfL läuft das System bereits. Die Sparkasse hofft, das Zahlen ohne Berührung bald bei einer Bäckerei-Kette in Osnabrück an den Start bringen zu können.

Spenden

Mit 3,5 Millionen Euro unterstützte die Sparkasse im vergangenen Jahr Kultur, Kunst, Sport und soziale Projekte durch Spenden und Sponsoring – darunter auch die Landesgartenschau in Bad Iburg. 



Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN