Kritisch und beschwingt The Angelcy wühlten in der Kleinen Freiheit emotional auf

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The Angelcy spielen eine Art Folk aus Tel Aviv. Die Texte machen nachdenklich während der Rhythmus zum heiteren Mittanzen anregt. Foto: Swaantje HehmannThe Angelcy spielen eine Art Folk aus Tel Aviv. Die Texte machen nachdenklich während der Rhythmus zum heiteren Mittanzen anregt. Foto: Swaantje Hehmann

Osnabrück. Drei Frauen und drei Männer gründeten in Tel Aviv die Band The Angelcy. In der Kleinen Freiheit präsentierten sie ihre außergewöhnliche Musik.

Wie das Rote Meer teilt sich das Publikum, als sich sechs Musiker auf ihren Weg zur Bühne machen. Am schwersten hat die eher zierliche Gal Maestro zu tragen: ihren Kontrabass. Unter begeistertem Vorab-Applaus schleppt sie das große Instrument lächelnd durch den Saal, dann nehmen die Musiker Aufstellung und es startet ein Konzert, das den Zuschauer emotional aufwühlt.

Betroffene Heiterkeit

Entweder machen die Lieder, die Sänger Rotem Bar Or mit seiner eigenwilligen Stimme singt, betroffen. Oder sie animieren ob ihrer Heiterkeit und des beschwingten Rhythmus zum Tanzen. Oder gar beides, denn obwohl „My Baby Boy“ ein Antikriegssong ist, sieht man viele Fans, die im verhaltenen Beat des Songs mitschwingen.

Folk aus Tel Aviv

The Angelcy heißt die Band, die in der Kleinen Freiheit aufspielt. Aus Tel Aviv stammen die drei Frauen und drei Männer, die hier ihren unverwechselbaren Sound generieren. Sänger Rotem hat ihn einmal als „alternative acoustic lyrical“ bezeichnet. Tatsächlich ist es eine Art Folk, angereichert mit einer Prise Pop und einem Hauch Jazz. Rotem selbst spielt Gitarre oder auch Ukulele, ansonsten werden Klarinette, Bratsche, Kontrabass und auch mal Flöten sowie Melodica eingesetzt und von zwei Perkussionisten begleitet. Alle sechs singen hymnische Refrains.

Ohne erhobenen Zeigefinger

Die Lieder über Selbstmord, Revolution und Freiheitskämpfer sind anrührend. Dabei wird aber kein mahnender Zeigefinger erhoben, stattdessen schwebt über allem eine gewisse Leichtigkeit. „Unser nächster Song heißt „Holyland“. Er hat nichts mit Israel zu tun. Er ist mir beim Spülen eingefallen“, sagt Rotem Bar Or. Diese Art lässigen Humors und die animierende Musik ergeben in der Summe eine äußerst faszinierende Mixtur.


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