Mehr Frauen für Kommunalpolitik begeistern Neues Mentoring-Programm im Sozialausschuss im Kreishaus vorgestellt

Haushaltsberatungen standen auf der Tagesordnung des Sitzung des Sozialausschusses des Osnabrücker Kreistags. Foto: Michael GründelHaushaltsberatungen standen auf der Tagesordnung des Sitzung des Sozialausschusses des Osnabrücker Kreistags. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Nicht nur um den Haushalt ging es im Kreishaus bei der ersten, von Kreisrat Matthias Selle geleiteten Sitzung des Ausschusses für Soziales, Senioren und Gleichstellung in diesem Jahr.

Die moderate Steigerung des geplanten Haushaltbudgets um knapp vier Millionen Euro im Vergleich zum Entwurf aus dem vergangenen Jahr wurde einstimmig angenommen. Die Fachdienstleiterin Soziales, Anja Fels, erläuterte die unterschiedlichen Produkte des Teilbudgets, zu der etwa die Hilfe zum Lebensunterhalt, Hilfen für Asylbewerber oder die Eingliederungshilfe für behinderte Menschen gehören, deren Bedarfsförderung durch ein neues Erhebungsinstrument in Zukunft „individueller und passgenauer“ gestaltet werden könne, so Fels. Auf Antrag einer gemeinsamen Liste von CDU und SPD wurde auch eine Erhöhung der Mittel für Schwangerschaftsberatung in Schulen, für die Frauenberatung und den Frauennotruf beschlossen. Als Modellstandort für die UN-Frauenrechtskonvention soll auch in diesem Jahr das Thema weiter bekannt gemacht werden, mit einem Schwerpunkt auf die Themen Häusliche Gewalt, Täterarbeit und Prävention, wie die Gleichstellungsbeauftragte Monika Schulte in ihrem Bericht betonte. Zum Internationalen Frauentag am 8. März ist eine Veranstaltung zum Thema „100 Jahre Frauenwahlrecht – Gleichberechtigung heute“ geplant. 

Beteiligung am politischen Alltag

Darüber hinaus skizzierte Schulte den Zeitplan für das neue, sechste Mentoring-Programm „Frau.Macht.Demokratie“, das allen an Politik interessierten Frauen ermöglichen soll, etwa ein Jahr lang „Politikern über die Schulter“ zu schauen, um ihnen den Weg zu einer möglichen eigenen Kandidatur zu erleichtern. Dabei sollen die Mentees (eine weibliche Person, die von einem Mentor oder einer Mentorin betreut wird) Kommunalpolitik sowohl inhaltlich als auch strukturell kennenlernen, indem sie aktiv in das politische Alltagshandeln einbezogen werden und sich daran beteiligen, wie Schulte betonte. Von den 34 Frauen, die am vorherigen Programm teilgenommen haben, würden zehn inzwischen ein politisches Amt bekleiden und andere zum Teil Parteien mit ihrem erworbenen Wissen beraten, berichtete sie weiter. Politiker und Politikerinnen rief die Gleichstellungsbeauftragte dazu auf, sich als Mentor anzumelden und damit das Projekt aktiv zu unterstützen. Mentees könnten sich ab April mit einem kurzen Motivationsschreiben bewerben, das auch ein Bekenntnis zu den gleichstellungspolitischen Grundsätzen enthalten sollte. 

Spezifische Erfahrungen einbringen

Gefördert vom Landesministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung und organisiert durch die Vernetzungsstelle für Gleichberechtigung in Hannover, wird am 30. August ebendort die zentrale Auftaktveranstaltung für das Mentoring-Programm „Frau.Macht.Demokratie“ stattfinden. Durchgeführt wird es an regionalen Standorten, wobei sich Landkreis und Stadt Osnabrück im Verbund beteiligen. Vernetzt ist das Programm mit dem regionalen Bündnis „Frauen in die Politik“. „Frauen denken in vielerlei Hinsicht anders als Männer“, betonte Kreistagsmitglied Felizitas Exner von den Grünen. Deshalb sei es wichtig, dass sie „ihre Lebenserfahrungen“ in die Politik einbringen, ermutigte sie Frauen zur Teilnahme an dem Programm – auch angesichts des signifikanten Rückgangs des Frauenanteils in vielen Parlamenten.


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