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Züge müssen in die Werkstatt Eurobahn kündigt Zugausfälle ab Dienstagabend an

Stephanie Langer und Sven Mechelhoff

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Weil Fahrzeuge der Eurobahn sofort in die Werkstatt müssen, werden bis Sonntag, 3. Februar, Zugverbindungen ausfallen. Betroffen sind die Bahnen RB 50, RB 61, RB 65 und RB 66. Foto: Michael GründelWeil Fahrzeuge der Eurobahn sofort in die Werkstatt müssen, werden bis Sonntag, 3. Februar, Zugverbindungen ausfallen. Betroffen sind die Bahnen RB 50, RB 61, RB 65 und RB 66. Foto: Michael Gründel

Düsseldorf/Hamm. Züge der Eurobahn sind am Dienstag mit sofortiger Wirkung in die Werkstatt gerufen worden. Eurobahn-Betreiber Keolis Deutschland kündigte daher bis Sonntag, 3. Februar, mögliche Zugausfälle und weniger Sitzplätze an.

Betroffen sind demnach die Linien Münster-Dortmund, Hengelo-Osnabrück-Bielefeld, Münster-Rheine und Münster-Osnabrück. Wie Keolis Deutschland in einer am Dienstagabend veröffentlichten Mitteilung schreibt, sind die Züge des Typs "Flirt3" für den Betrieb gesperrt worden. Hintergrund seien Schäden an einer Kabelverbindung des Batteriebordnetzes, wird Christian Bischoff, Bereichsleiter Fahrzeugmanagement, zitiert. Es könne zu Schmor- und Brandschäden kommen. Betroffen sind die insgesamt fünf Neufahrzeuge im Hellweg-Netz sowie die acht Flirt3-Fahrzeuge des Teutoburger-Wald-Netzes. 

Betroffene Verbindungen

Folgende Verbindungen sind laut Eurobahn betroffen:
  • RB 50: Münster - Dortmund 
  • RB 61: Hengelo - Osnabrück - Bielefeld 
  • RB 65: Münster - Rheine 
  • RB 66: Münster - Osnabrück

Die Rede ist von "Kapazitätsabweichungen und Zugausfällen". 

Die aktuell eingesetzten Fahrzeuge laufen bis zu den Standorten Rheine und Münster aus. Im Anschluss werden diese in die Werkstätten in Münster sowie in die Betriebswerkstatt nach Hamm-Heessen gefahren. 

Zugausfälle am Dienstagabend

Laut Keolis komme es bereits ab Dienstagabend, 29. Januar, zu Kapazitätsabweichungen sowie zu ersten Zugausfällen. Insgesamt müssen 11 der insgesamt 13 Fahrzeuge in die Werkstatt überführt werden. Die Prüfungen und Reparaturen werden Keolis zufolge voraussichtlich am Sonntag, 3. Februar, abgeschlossen sein. 

Besonders betroffen ist die Verbindung zwischen Bad Bentheim und Hengelo (NL), wie eine Eurobahn-Sprecherin auf Anfrage sagte. "Hier wird es definitiv zu Ausfällen kommen." Nur die neuen Flirt3-Fahrzeuge seien in der Lage, grenzüberschreitend zu fahren. Diese müssten nun alle in die Werkstatt. Die Prüfung erfolge zeitnah, trotzdem sei es noch unklar, wann der Bahnverkehr über die Grenze wieder laufe.

Netze der Eurobahn. Grafik: NOZ/Nabrotzky

Etwas anders ist die Lage offenbar im deutschen Streckennetz: Hier plant die Eurobahn, Züge anderer Fahrzeugtypen einzusetzen, "damit nicht die komplette Leistung wegfällt." Die Züge sollen in der Mitte getrennt und auf die Strecken verteilt werden, sagt die Sprecherin. Reisende hätten sich im deutschen Streckennetz also vor allem auf ein verringertes Angebot an Sitzplätzen einzustellen, weil die Züge kleiner sind. Ausschließen konnte sie aber nicht, dass auch hier Züge ausfallen. Am Abend musste laut Eurobahn-Webseite aber bereits die erste Verbindung zwischen Münster und Osnabrück wegen einer Fahrzeugstörung ausfallen.

Lage soll sich nach und nach verbessern

Sobald die Fahrzeuge geprüft wurden, werden sie sukzessive wieder in den Betrieb zurückgeführt. Die Lage werde sich "im Laufe der Woche stabilisieren", sagte die Keolis-Sprecherin.

Bereichsleiter Bischoff wird in der Mitteilung wie folgt zitiert: „Unsere Leitstelle bewegt aktuell alle Hebel um einen Busnotverkehr einrichten zu können. Wir möchten unsere Fahrgäste bitten, stets auf unserer Homepage alle Informationen zur aktuellen Verkehrslage www.eurobahn.de zu entnehmen.“ Darüber hinaus können sich alle Fahrgäste unter der kostenfreien Servicehotline 00800/387 622 46 informieren.

Eurobahn-Betreiber Keolis Deutschland ist in den vergangenen Monaten immer wieder wegen Zugausfällen in die Kritik geraten. So ist das Unternehmen am 6. Dezember zum zweiten Mal in diesem Jahr vom Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) abgemahnt worden. Während man seitens des NWL Anfang 2018 Personalprobleme in Ostwestfalen moniert hatte, war es zuletzt "Organisationsversagen" im gesamten Netz. Etliche Zugausfälle waren an der Tagesordnung, auch im Teutoburger-Wald-Netz zwischen Osnabrück und Münster.



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