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Lange vor Reif und Hummels Streit um Schleichwerbung auf Instagram: Influencerin aus dem Emsland verurteilt

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Der Instagram-Kanal der jungen Frau aus dem Emsland beschäftigt sich mit dem Thema Einrichtung. Foto: Jörg SandersDer Instagram-Kanal der jungen Frau aus dem Emsland beschäftigt sich mit dem Thema Einrichtung. Foto: Jörg Sanders

Osnabrück. Millionen Menschen folgen ihr auf Instagram: Pamela Reif muss sich derzeit vor dem Landgericht in Karlsruhe verantworten. Ist der Vorwurf der Schleichwerbung der bundesweit erste vor Gericht? Nein, sagt Christoph Sliwka, Sprecher des Landgerichts Osnabrück. Das hatte im Sommer vergangenen Jahres eine Influencerin aus dem Emsland verurteilt.

Am 12. Juni vergangenen Jahres verurteilte die 2. Kammer für Handelssachen die junge Frau aus dem südlichen Emsland, bestätigte Sliwka auf Anfrage unserer Redaktion. Ihr folgen in dem sozialen Netzwerk Instagram rund 81.200 Menschen – damals rund 66.000. Geklagt hatte der Berliner Verband Sozialer Wettbewerb e.V.

Die Emsländerin, so Sliwka, habe bei Instagram Fotos von Küchen und Einrichtungen veröffentlicht und die Hersteller genannt. Primär sei der Name eines schwedischen Möbelherstellers gefallen. Die junge Frau gab vor Gericht an, kein Geld mit diesen Beiträgen verdient zu haben.

Kommerzieller Charakter

Doch das war dem Gericht gleichgültig. Die Beiträge der Emsländerin hätten einen gewerblichen Hintergrund und kommerziellen Charakter gehabt, erklärt Sliwka das Urteil. Womöglich habe die Frau zu einem späteren Zeitpunkt Geld mit der Werbung machen wollen, indem die Unternehmen sie bezahlen, für die sie warb und wirbt.

Im Eilverfahren entschied das Gericht: Künftig müsse die junge Frau Werbung als solche kennzeichnen – andernfalls drohe ein Ordnungsgeld bis theoretisch 250.000 Euro (AZ 14 O 135/18). „Da ist ein vierstelliger Betrag schnell erreicht“, sagt Sliwka. 

Inzwischen kennzeichnet die Frau ihre Werbebeiträge, etwa mit „Markennennung ohne Auftrag“. Auch auf ihrer Internetseite sind entsprechende Beiträge nun mit „Werbung/Anzeige“ gekennzeichnet.

Klage gegen Model Pamela Reif

Der 22-jährigen Pamela Reif aus Karlsruhe folgen 4,1 Millionen Menschen auf Instagram, wo sie Mode zeigt und Fitnesstipps gibt. Der Verband Sozialer Wettbewerb wirft ihr vor, verschiedene Produkte und Marken zu zeigen, ohne diese als Werbung zu kennzeichnen.

Der Instagram-Star Pamela Reif beantwortet im Landgericht Karlsruhe, vor Beginn ihrer Verhandlung, Fragen von Journalisten. Der Verband Sozialer Wettbewerb geht im Streit über die Kennzeichnung von Werbung gegen sie vor. Es geht um nicht als solche gekennzeichnete Werbung für verschiedene Produkte und Marken in sozialen Medien. Foto: dpa/Uli Deck

Reif argumentierte vor Gericht, Werbung sei nur das, wofür sie Geld erhalte. Andere Empfehlungen seien privat und müssten ihrer Ansicht nach nicht gekennzeichnet werden – eine Ansicht, der das Landgericht Osnabrück nicht folgte. Das Karlsruher Gericht will am 21. März ein Urteil sprechen.

Auch Cathy Hummels vor Gericht

Auch Cathy Hummels, Ehefrau des Fußballprofis Mats Hummels, wurde ebenfalls vom Verband Sozialer Wettbewerb verklagt. Auch sie soll Werbung machen, ohne diese als solche zu kennzeichnen. Hummels beruft sich auf die Meinungsfreiheit. Die mündliche Verhandlung ist für den 11. Februar angesetzt.

Model Cathy Hummels. Foto: dpa/Jörg Carstensen


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