Theater oder Schulen? „Wir müssen beides tun“ Finanzdezernent Thomas Fillep: „Überschaubare Summe“ für Sanierung

Meine Nachrichten

Um das Thema Osnabrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Teuer wird die Sanierung des Theaters am Domhof, keine Frage. Doch die finanzielle Belastung für die Stadt bleibt überschaubar, sagt Finanzvorstand Thomas Fillep. Foto: Michael GründelTeuer wird die Sanierung des Theaters am Domhof, keine Frage. Doch die finanzielle Belastung für die Stadt bleibt überschaubar, sagt Finanzvorstand Thomas Fillep. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. 80 Millionen Euro für die Sanierung des Theaters: Das Bauvorhaben und vor allem der Preis erhitzen die Gemüter. Häufigster Vorwurf: Das Geld wäre an anderer Stelle besser eingesetzt. Wir haben Finanzdezernent Thomas Fillep befragt – der die Finanzen der Stadt Osnabrück im Blick haben muss.

Herr Fillep, in den Kommentaren der sozialen Medien wird geäußert, die veranschlagten 80 Millionen Euro für die Sanierung des Theaters wären besser in Schulen, Kindergärten, Wohnungen investiert. Wie sehen Sie das? 

Wir müssen beides tun. In Schulen und Kindergärten investieren wir schon kräftig: Als ich vor sechs Jahren nach Osnabrück gekommen bin, sind jährlich etwa acht Millionen Euro in den Bereich der Schulsanierungen geflossen – jetzt sind wir bei jährlich 20 Millionen Euro. Natürlich können wir die Summe, die wir ins Theater stecken, nicht in die Schuldentilgung stecken. Aber wir können jetzt und in den kommenden Jahren von einer positiven wirtschaftlichen Entwicklung ausgehen, mit steigenden Bevölkerungszahlen und neuen Baugebieten. Deshalb können wir die Sanierung jetzt gut stemmen, wenn wir die notwendigen Landesmittel dazu bekommen.

Sieht der Theatersanierung optimistisch entgegen: Finanzvorstand Thomas Fillep. Foto: David Ebener


Es ist immer von 80 Millionen Euro die Rede…

…die wir als Stadt sicher nicht aufwenden können. Es ist unerlässlich, dass mindestens zwei Drittel der Summe, besser aber 75 Prozent, vom Land, vom Bund, von der EU oder von privaten Sponsoren kommen. Damit bleibt für die Stadt ein Anteil von maximal 20 bis 24 Millionen Euro. Die Sanierung wird etwa sieben bis acht Jahre dauern, das heißt, pro Jahr müssen wir drei bis vier Millionen Euro für die Sanierung aufwenden – das ist doch eine überschaubare Summe.

Wie bewerten Sie die Kalkulation durch Partnerschaft Deutschland? Wie seriös sind die Berechnungen?

Die Kostenkalkulation bestätigt die von unserem Eigenbetrieb Immobilien ermittelten Sanierungskosten und beinhaltet sogar noch eine zusätzliche Reserve für Unvorhergesehenes. Die Kostenkalkulation beinhaltet auch die derzeit von den Experten erwarteten Preissteigerungen in den nächsten acht Jahren. Leider kann die Maßnahme nicht schon 2019 realisiert werden, weil sie gut geplant und Fördermittel eingeworben werden müssen sowie die reine Bauzeit gut drei Jahre dauert. Könnten wir aber schon dieses Jahr bauen, würde die Sanierung nach Kalkulation der Experten nur rund 62 Millionen Euro kosten – inklusive Puffer.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN