Osnabrücker Traditionshäuser Das hat Elmar Schmitz mit Parkhotel und Altem Gasthaus Kampmeier vor

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Elmar Schmitz ist neuer Geschäftsführer beim Alten Gasthaus Kampmeier und dem Parkhotel Osnabrück. Fotos: Sebastian PhilippElmar Schmitz ist neuer Geschäftsführer beim Alten Gasthaus Kampmeier und dem Parkhotel Osnabrück. Fotos: Sebastian Philipp

Osnabrück. Seit Jahresbeginn lenkt Elmar Schmitz die Geschicke des Osnabrücker Parkhotels und des Alten Gasthauses Kampmeier. Der gebürtige Bonner will die Osnabrücker Traditionsbetriebe zukunftsfähig machen.

Generationen von Osnabrückern haben ihn schon auf dem Weg zur Familienfeier passiert: den historischen Torbogen, der die Einfahrt zum Alten Gasthaus Kampmeier und zum Osnabrücker Parkhotel markiert. Wer ihn durchfährt, landet direkt auf dem Vorplatz einer Osnabrücker Institution, bei der in gewisser Weise hier und da die Zeit stehengeblieben zu sein scheint. Das Heger Holz flankiert das von alten Bäumen gesäumte Grundstück, in dessen Mitte Gasthaus und Hotel stehen. Doch das Gesicht der Traditionshäuser wird sich in den kommenden Jahren ändern.


Im vergangenen Jahr erwarb ein Georgsmarienhütter Bauunternehmen das Grundstück samt Restaurant- und Hotelbetrieb. Zum Jahreswechsel übernahm mit Elmar Schmitz ein in Osnabrück nicht Unbekannter das Ruder am Heger Holz. Der heute 59-Jährige baute vor etwa 20 Jahren das Remarque-Hotel auf, wechselte später zur Osnabrück Marketing und Tourismus GmbH, schied dort nach einem Streit um einen Dienstwagen aus und landete beim Osnabrücker Autobauer Karmann. Anschließend kehrte er in die Hotelbranche zurück, arbeitete unter anderem im Design-Hotel Kameha Grand in Bonn und im Hotel Michels auf Norderney.

Kontakt nach Osnabrück nie abgerissen

Den Kontakt zu Osnabrück ließ der gebürtige Bonner aber nicht abreißen. "Familiensitz war und ist immer Osnabrück gewesen", sagt der 59-Jährige im Gespräch mit unserer Redaktion. Als sich im vergangenen Jahr ein Betreiberwechsel am Heger Holz abzeichnete, übernahm Schmitz die Initiative. Heute hat er als Geschäftsführer der neu gegründeten Parkhotel & Gastronomie Osnabrück GmbH eine klare Vorstellung davon, wo der Weg des Osnabrücker Traditionshauses hingehen soll. "Regional, saisonal, pfiffig" soll die Küche des Alten Gasthauses Kampmeier in Zukunft sein.

"Bodenständig soll die Küche sicher auch künftig sein, vielleicht mit einer etwas kleineren Karte."Elmar Schmitz

Denkbar ist beispielsweise ein regionales Bier, das Gäste neben den üblichen Markenbieren wählen können. Doch das ist nur eine Idee, die Schmitz in den kommenden Monaten umsetzen will.

Geschichte des Gasthauses Kampmeier

Das Alte Gasthaus Kampmeier gehörte im Mittelalter zur Burg Edinghausen. Aus einem landwirtschaftlichen Betrieb heraus entstand in den 1920er Jahren das Kaffeehaus Kampmeier, das bis ungefähr 1944 betrieben wurde. In den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs wurde das Gebäude vom Wehrbereichskommando besetzt. Zwischen dem Gasthaus und dem Schütterhaus im Heger Holz war zu dieser Zeit eine Flak-Batterie eingerichtet. Da es noch keine Unterkunftsbaracken bei der Flakstellung gab, wurden etwa 50 Schüler des Ratsgymnasiums im Saal des Gasthauses untergebracht.
Nach Kriegsende zogen die Briten ein und installierten ein Kino für ihre Soldaten. In den 50er Jahren errichtete die Besatzungsmacht in der Nachbarschaft ihre Wohnsiedlungen, in das Gasthaus zog eine Schule für die Kinder der britischen Soldaten ein. Das Kaffeehaus Kampmeier wurde schließlich 1953 neu eröffnet. In den 1960er Jahren erwarb Hüttenwerksdirektor Wilhelm Heemeyer Grundstück und Immobilie. Er ließ auch das Parkhotel hinter dem Kaffeehaus errichten, das 1963 eröffnet wurde. 1989 übernahm schließlich Annette Klöker.

"Es wird sich im Restaurant Einiges verändern", kündigt Schmitz an. Was dem 59-Jährigen vorschwebt: vor allem mehr Modernität. Dennoch soll der Charakter des Hauses erhalten bleiben, denn auch die vielen langjährigen Stammgäste sollen sich weiterhin wohlfühlen. "Das Haus hat eine Seele, die wir erhalten werden", sagt Schmitz.


In den Wochen um den Jahreswechsel wurden kleinere Modernisierungsarbeiten in Hotel und Restaurant vorgenommen, der Betrieb startete am 4. Januar unter neuer Führung, aber weitestgehend mit dem alten Personal. Aktuell werden im Hintergrund Pläne geschmiedet, wie es am Heger Holz mittelfristig weitergehen soll. Schon jetzt steht fest, dass das Restaurant in der ersten Jahreshälfte 2020 für drei Monate schließt. Während dieser Zeit wird umfassend saniert. Auch für das Parkhotel gibt es Ideen, die Schmitz momentan jedoch noch nicht näher erläutern will.

2020 wird gebaut

Als sicher gilt aber, dass es das Parkhotel in Zukunft am Heger Holz weiterhin geben wird – wenn auch anders als in seiner jetzigen Form. Schmitz lässt sich in diesem Zusammenhang mit der aktuellen Diskussion um neue Hotels in der Osnabrücker Innenstadt nicht aus der Ruhe bringen. "Als wir das Remarque-Hotel eröffnet haben, gab es eine ähnliche Diskussion, daher habe ich manchmal das Gefühl, ein Déjà-vu zu erleben", sagt der 59-Jährige. 


Fakt ist: Am Heger Holz wird sich im Jahr 2020 viel tun – und das gewohnte Bild des Gasthauses Kampmeier und des Parkhotels wird sich ändern. Schmitz will bei allen geplanten Umbauarbeiten stets die Geschichte des Hauses im Blick behalten. Daher ist der Geschäftsführer momentan auf der Suche nach historischen Fotos und Berichten über die lange Tradition des Hauses. Wer Bilder oder anderes Material besitzt, kann sich im Parkhotel unter Telefon 0541/9414200 melden.


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