Amtsgericht Osnabrück 18 Monate für den Diebstahl von mehr als 600 Werkzeugen

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Am Amtsgericht Osnabrück ist ein Mann aus Rheine wegen Werkzeugdiebstahl verurteilt worden. Foto: David EbenerAm Amtsgericht Osnabrück ist ein Mann aus Rheine wegen Werkzeugdiebstahl verurteilt worden. Foto: David Ebener

Osnabrück. Zu 18 Monaten Freiheitsstrafe ist jetzt ein Mann aus Rheine vom Amtsgericht verurteilt worden. Er hatte über 600 Werkzeuge gestohlen.

Als Reinigungskraft war der Mann bei einem großen Landmaschinenhersteller in Gaste eingesetzt gewesen. Doch die sogenannte geringfügige Beschäftigung brachte scheinbar nicht genug ein. So verfiel der Mann, der immer sonntags die Maschinen zu reinigen hatte, auf die Idee, das Salär selbstständig aufzubessern.

Gestohlene Werkzeuge im Internet verkauft

Unbeobachtet nahm er ab dem Sommer 2016 immer wieder Werkzeuge, versteckt unter seiner Arbeitskleidung, mit nach Hause. Gewindebohrer, Drehmomentschlüssel, selbst einfache Ratschen, entwendete er.

Die Werkzeuge bot er auf einer Auktionsplattform im Internet und verkaufte sie zu einem Drittel des Neupreises. Von insgesamt 644 Werkzeugen im Wert von rund 91000 Euro gelangten so 440 an die erfolgreichen Bieter. 204 Werkzeuge konnten bei dem Mann noch sichergestellt werden.

Aufgefallen war der Diebstahl erst nach gut anderthalb Jahren. Auf der Auktionsplattform entdeckte ein Mitarbeiter des Landmaschinenherstellers ein Werkzeug mit der firmentypischen Kennzeichnung. Der Betrieb schaltete die Polizei ein, die bei einer Durchsuchung im Einfamilienhaus des Mannes fündig wurde.

Einigung mit Firma

Von der Firma in Gaste wurde dann folgende Schadensaufstellung präsentiert: 440 Werkzeuge im Wert von 55169 Euro seien von der fristlos gekündigten Reinigungskraft entwendet worden. Wie die Auswertung der Kontoauszüge des Mannes ergab, hatte er über den Verkauf via Internet 18000 Euro erzielt. Aufsummiert will der Gaster Betrieb nun 73169 Euro haben.

Offenbar gut beraten von seinem Verteidiger, hatte der Mann aus Rheine schon lange vor dem jetzigen Prozess beim Amtsgericht eine Wiedergutmachung versucht. „Zivilrechtlich hat sich mein Mandant mit dem Landmaschinenhersteller darauf geeinigt, als ersten Abschlag 25000 Euro zu zahlen sowie mit Monatsraten à 250 Euro den Schaden weiter zu begleichen.

Mit diesem Engagement punktete der Mann sowohl beim Staatsanwalt als auch bei der mit Schöffen besetzten Kammer. So beantragte der Anklagevertreter für die insgesamt 63 Straftaten eine zweijährige Freiheitsstrafe, die er zur Bewährung ausgesetzt haben wollte.

Bewährung plus Geldauflage

Das Gericht blieb mit seinem Strafmaß unter diesem Antrag und verhängte 18 Monate Freiheitsstrafe, die für eine dreijährige Bewährungszeit ausgesetzt ist. „Neben dem zivilrechtlichen Ausgleich mit der Firma, meinen wir aber auch, dass sie strafrechtlich noch etwas spüren müssen“, begründete der Richter eine Geldauflage. In 36 Monatsraten hat er 50 Euro zusätzlich an die Landeskasse zu zahlen. Das Urteil wurde noch nicht rechtskräftig.


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