Nach Wasserrohrbruch Haus in Osnabrück seit zwei Wochen ohne Strom

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40 Mietparteien leben im Haus Rehmstraße 121, darunter auch alte und behinderte Menschen. Foto: Jörn Martens40 Mietparteien leben im Haus Rehmstraße 121, darunter auch alte und behinderte Menschen. Foto: Jörn Martens 

Osnabrück. Kein Strom, keine Heizung, kein Warmwasser, und das bei winterlichen Temperaturen: Die Bewohner eines Mehrfamilienhauses im Osnabrücker Stadtteil Wüste müssen seit fast zwei Wochen einiges erdulden.

Am Morgen des 16. Januar, es war ein Mittwoch, war die Feuerwehr zur Rehmstraße 121 gerufen worden, da ein Rauchmelder Alarm gegeben hatte. Statt des erwarteten Kellerbrandes stellten die Wehrleute fest, dass das Untergeschoss einen halben Meter unter Wasser stand. Die Brühe war schnell abgepumpt. Aber die Langzeitfolgen machen den Hausbewohnern bis heute zu schaffen. Denn die Stromleitungen waren ebenfalls beschädigt, was sich in einer elektrischen Verpuffung äußerte.

40 Mietparteien ohne Strom

Seitdem sind fast zwei Wochen vergangen. Geändert hat sich kaum etwas. Die 40 Mietparteien haben nach wie vor keinen Strom. „Unzumutbar“ findet das eine Bewohnerin, die ihrem Ärger gegenüber unserer Redaktion Luft gemacht hat. Um keinen Ärger mit ihrem Vermieter zu bekommen, möchte sie ihren Namen nicht veröffentlicht sehen.

Im Haus lebten auch viele ältere und behinderte Menschen, schildert die Bewohnerin. Ein 83-Jähriger sei bereits im dunklen Treppenhaus gestürzt und habe sich verletzt. Einige hätten sich mobile Gasöfen angeschafft, andere seien bei Verwandten untergeschlüpft. Sie selbst sei mittlerweile froh über jede Stunde, die sie auf der Arbeit verbringen kann – dort ist es schließlich warm.


Komplizierten Besitzverhältnisse 

Das Hauptproblem scheint in komplizierten Besitzverhältnissen zu liegen und darin, dass sich die unterschiedlichen Eigentümer untereinander nicht unbedingt grün sind. Bei einer Eigentümerversammlung am vergangenen Donnerstag sei das einzig vorliegende Angebot einer Reparaturfirma abgelehnt worden – zu teuer. Jetzt werde das Gutachten einer Versicherung abgewartet. So schildert es die Bewohnerin. Anschließend ist die nächste Versammlung angesetzt. Die Mühlen mahlen langsam – und das bei winterlichen Außentemperaturen.

Ein weiteres Problem sei der bekannte Fachkräftemangel im Handwerk. Andere Betriebe hätten von vornherein signalisiert: „Vor März geht gar nichts“, so die Betroffene. Begreiflich, dass sie so lange nicht warten will.

Die zuständige Immobilienverwaltung ECD verweist auf Nachfrage auf einen Aushang im Hausflur. Der bestätigt, dass ein vorliegendes Angebot nicht angenommen worden sei und sich die Versicherung noch nicht geäußert habe. Mehr könne man als Verwalter nicht tun.

„Wir sind auf die Beschlüsse der Eigentümer angewiesen“Immobilienverwaltung ECD


 „Wir sind auf die Beschlüsse der Eigentümer angewiesen“, heißt es vonseiten der ECD. Bis dahin bleibt den Menschen in der Rehmstraße 121 wohl nichts anderes übrig als zu warten – und zu frieren.


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