Israelischer Folkpop The Angelcy aus Tel Aviv gastieren in der Kleinen Freiheit

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Die israelische Folkpopband "The Angelcy" macht während ihrer Tour durch Frankreich und Deutschland einen Zwischenstopp in der Kleinen Freiheit in Osnabrück. Foto: Alex FarfuriDie israelische Folkpopband "The Angelcy" macht während ihrer Tour durch Frankreich und Deutschland einen Zwischenstopp in der Kleinen Freiheit in Osnabrück. Foto: Alex Farfuri

Osnabrück. Drei Frauen, drei Männer, alle singen, alle spielen Instrumente: das sind The Angelcy. Die israelische Folkpopband macht während ihrer Tour durch Frankreich und Deutschland einen Zwischenstopp in Osnabrück.

Rotem Bar Or liebt Wortspiele. Seine Band heißt The Angelcy. Es ist eine Zusammenfügung von englischen Worten, die eigentlich überhaupt nicht zusammenpassen: „angel“ und „agency“. Eine „Engelagentur“ könnte es im in einem Märchenfilm geben. Aber warum sollte der Popmusiker, der den Namen kreiert hat, nur die harte Realität im Auge haben? Lieber singt er von „Wishing Well“, dem Wunschbrunnen, oder vom „Holyland“, dem „Heiligen Land“.

Lieder über ein gespaltenes Land

Rotem Bar Or ist Israeli. Jahrelang zog er obdachlos durch die Lande, schrieb Lieder, die er all denen vorsang, die Gefallen an seiner individuellen Stimme und den ausgefallenen Songs fanden. Rotem Bar Or singt nämlich nicht nur von den schönen Dingen, sondern auch von den Schattenseiten des Lebens. „My Baby Boy“ ist beispielsweise ein Antikriegssong, in dem er von einem kleinen Jungen singt, der in den Krieg zieht. „Wir sind ehrlich und stehen zu dem, was wir sagen und singen“, sagt der Mann aus Tel Aviv. Offen bezieht er in dem Song Stellung zu der Situation, in der sich junge Israelis befinden, die sich zunehmend religiösen und nationalistischen Kräften in ihrer Heimat ausgesetzt fühlen. „Unser Land ist gespalten“ sagt er.

Womit wir wieder bei den Wortspielen sind: „Nodyssey“ nennt er das Album, das er im Rahmen seiner aktuellen Tournee durch Deutschland und Frankreich präsentiert. „Keine Odyssee“ könnte der Titel bedeuten, doch genau das Gegenteil ist ihm in den vergangenen Jahren widerfahren: Wie ein Vagabund zog er durch die Lande, bevor er mit Gleichgesinnten eine Band gründete, mit der er seither unterwegs ist. Drei Frauen, drei Männer, alle singen, alle spielen Instrumente: das ist The Angelcy.

Lieder, die zum Mitsingen animieren

Wenn man in den folkigen Songs eine Klarinette hört, glaubt man, die Band wolle damit musikalischen Wurzeln huldigen, ist doch die Klarinette das Instrument des Klezmer. „Das interessiert uns weniger, weil Klezmer in Israel die Musik religiöser Juden ist. Als wir unser erstes Album aufgenommen haben, haben wir uns noch mehr an osteuropäischer Musik orientiert, da gab es vielleicht noch eine gewisse Ähnlichkeit. Aber Uri Marom spielt in unserer Band, weil wir ihn als Person mögen, nicht weil er Klarinette spielt“, sagt Bar Or.

Mittlerweile hat sich das Ensemble immer mehr einer Art poppigem Folkstil zugewandt, der zum Teil sehr ausgelassen daherkommt, mächtig ins Ohr geht und schon bald zum Mitsingen animiert. So zum Beispiel der Song „Mona Lisa“, der bei einer Jam im vollgepackten Tourbus entstand. „Es ist eine Hymne auf das Zusammenleben der verschiedenen Geschlechter, egal ob hetero oder schwul“, sagt Rotem Bar Or.


The Angelcy: 29. Januar, 20 Uhr, Kleine Freiheit

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