Stilsichere Show mit Metropolenflair Laing verwandeln die Lagerhalle in eine mondäne Showkulisse

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Laing gastierten in der Lagerhalle. Gert WestdörpLaing gastierten in der Lagerhalle. Gert Westdörp

Osnabrück. Drei Sängerinnen, die sich mehrstimmigem, deutschsprachigem Pop verschrieben haben, eine Tänzerin sowie ein Schlagzeug spielender Mann: Das sind Laing, ein durchgestyltes Musikprojekt, das immens gute Laune verbreitet.

Der Gesang mutet gregorianisch an, doch nach dem Intro setzt ein flotter Elektrobeat ein, die Computer zirpen im 80er Jahre-Stil und die drei Frauen an den Mikrophonen reizen die Männerwelt: „Trizeps, Bizeps, zeig mir deine Muskeln!“ Mitten im Song taucht eine Tänzerin in einen Scheinwerferkegel und zeigt eine Choreographie zwischen Muckibude und Aerobicstudio, derweil ihre Kolleginnen kollektiv „Pump“ ins Mikro skandieren. Das ist der Stil von Laing. Das Frauenprojekt, das sein Publikum mit mehrstimmigem, deutschsprachigem Pop unterhält, ist in der Lagerhalle zu Gast. Der erwähnte Mucki-Song ist schon vier Jahre alt, steht aber symptomatisch für die Art der Live-Präsentation, mit der Laing sich einen Namen gemacht haben.

Mit ihrem neuen Album im Gepäck sind Nicola Rost, der kreative Kopf der Band, und ihre singenden Kolleginnen Josefine Werner und Johanna Marschall angereist. Unterstützt wird das Trio live von Schlagzeuger Alex und von der Tänzerin Marisa Akeny, die fest zum Lineup gehört, weil sie auch für die stylishen Choreografien verantwortlich zeichnet. Da stehen die Protagonistinnen wie griechische Göttinnen in weißen Gewändern unter ihren Schreibtischlampen, die als Verlängerungen der Mikrophonständer zur artifiziellen Ausstattung der Bühne gehören, singen „Hoch ist die richtige Richtung“, derweil sie ihren Körper bewegen, als seien sie gerade von irgendwo hoch oben zurückgekehrt, von einem anderen Stern.

Monströse Frisuren

„Fotogena“ heißt das aktuelle Album, auf dessen Cover die Laing-Frauen mit monströsen Frisuren posieren. Weil King Mami, ein Duo, das als Vorband auftreten sollte, erkrankte, dürfen sich die Zuschauer in der Lagerhalle vor dem Konzert die Zeit vertreiben, indem sie sich mit genau diesen Frisuren fotografieren lassen: Eine Fotowand lädt dazu ein, seinen Kopf in eines der vier ausgesägten Löcher zu stecken, sodass man kurzfristig zu einem Mitglied der Band wird.

Sexy starten Laing dann: Im komplett dunkeln Saal nehmen die Ladies Aufstellung und Blitze suggerieren eine Fotosession: „Du darfst nicht zittern, sonst werd ich nicht scharf“, formulieren sie im Lied „Camera“. Im Song „Safari“, der sich anhört, als hätten Kraftwerk für eine Girlband komponiert, zählen Nicola und ihre Freundinnen Tiere auf, stellvertretend für die unterschiedlichen Menschentypen, die sie auf ihrer nächtlichen Partysafari kennen lernen.

Beeindruckender „Nieselregen“-Tanz

Ein beeindruckender „Nieselregen“-Tanz, zwei Solosongs, bei denen sich Frontfrau Nikola mit dem Keyboard begleitet, die Aufforderung, einen Organspendeausweis mitzuführen, eindrucksvolle Outfitwechsel, ein Tanzknaller mit dem Titel „Maschinell“, Laing haben sich eine stilsichere Show ausgedacht, bei der alles stimmt: Großartiger Satzgesang, wuchtige Beats und Bässe, originelle Texte und passendes Futter für die Augen machen das Konzert zu einem kurzweiligen Erlebnis. Nicht zuletzt die positive Ausstrahlung der Frauen lässt gute Laune aufkommen. Als Zugabe zelebrieren Laing zusammen mit ihren Fans das Trude Herr-Cover „Morgens immer müde“, mit dem die Berlinerinnen vor fünf Jahren ihren großen Hit hatten.


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